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BeitragVerfasst: 25.01.2006 - 22:04 
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Nächtliches Zwischenspiel in den Tiefen der Kerker Episode 1

Nachdem wir von den Wachen ins Verlies geworfen wurden, legten sich Hitana und Sharie zum Schlafen nieder. Irgendwie schienen die 4 jungen Forscherinnen unendlich müde und erschöpft zu sein. Es war gut möglich dass sie auf der Suche sich zu finden, seit Wochen durch etliche Welten unterwegs gewesen waren. Ich für meinen Teil gönnte ihnen die wohlverdiente Ruhe, falls man dem in einem Kerker auf nacktem Boden so sagen konnte. Bei mir würde es erst wieder Schlaf geben, wenn ich eine Möglichkeit gefunden hatte, uns aus diesem Schlamassel zu holen.
Meine Augen die eine speziell entwickelte Fähigkeit hatten, nahmen wahr das Cathy in der gegenüber liegenden Zelle dasselbe tat. Ich selbst tigerte auf leisen Sohlen in der Zelle auf und ab. Bis ich einen Gedanken von Voranu auffing, nein es waren Bilder, keine Gedanken, er schien über die gleiche Fähigkeit zu verfügen wie Thora. Welche mir erklärt hatte dass sie Emphatin sei, nun wusste und sah ich ganz genau was das war. Sie beide schienen über eine Fähigkeit zu verfügen, die ähnlich der meinen war, ich konnte Gedanken anderer Wesen hören und sie konnten in Bildern sehen, was andere Wesen fühlten. Bei Thora schien es noch nicht so ausgeprägt zu sein, ich konnte ihr fassungsloses Gesicht erahnen, als Voranu in ihre Gedanken eindrang, sie wusste nicht was sie davon halten sollte. Mir wurde im gleichen Augenblick bewusst, dass sie es sehr bald ebenso gut können würde wie er. Die Zeit drängte aber und ich wurde immer wütender über mich selbst, warum zum Teufel hatte ich in dem Aufruhr in Reynams Arbeitszimmer nicht gespürt dass er kam?
Genau ich konnte es nicht fühlen, weil er von einem Ort kam wo man nicht denken konnte, nämlich immer dann wenn man mit einem Buch oder eine Reisetuch unterwegs war, kurz vor dem Entmaterialisieren. Genau in dem Moment entfuhr mir ein unwilliger Laut der sich nach Zähneknirschen und einem Schimpfwort anhörte, synchron in der Zelle gegenüber Voranu, der leise schmerzvoll aufstöhnte. “Tu das nie wieder Voranu” drangen meine Gedanken in sein Gehirn, “ ich dachte ich könnte Dir vertrauen? Wir vom Volke der Andorraner mögen es nicht, wenn wir zum Wohle unserer Freunde unsere Gedankenblockade öffnen. Es könnte beim nächsten Mal für dich sehr übel ausgehen, wenn ich nicht darauf gefasst bin!” “Einer der dies sehr gut weiss ist Reynam, deshalb hat er keinen Ton zu mir gesagt und ich habe wie du gesehen hast, meine dunkle Kapuze ins Gesicht gezogen, damit er mich nicht sieht. Aber er wusste sehr wohl dass ich da bin, aber davon später ich möchte mich mit Thora unterhalten, klar?”
Voranu liess ein kleines Lächeln sehen: “ Ja Hoheit alles klar, Thora gehört ihnen.”
“Hallo Thora, gestattest Du das ich in Deinen Gedanken bin?” Ueberraschtes rasches Atmen, ein Lächeln seitens Thora und ihr: “Ja klar es ist übrigens angenehm das Gefühl, so anders als bei Voranu!”
“Sicher Thora, wir hatten auch Jahrtausende Zeit es zu perfektionieren, es wird schon die Zeit kommen, wo ich euch alles erzählen kann. Nur jetzt ist diese Zeit nicht, wir alle haben wichtige Dinge zu tun und zu erledigen. Mir scheint dass du die geeigneste unter deinen Gefährtinnen bist um mit mir und Voranu über eine Flucht und die Rettung der Völker und hier bei deinen Gefährtinnen und eventuell weiteren zu uns stossenden Forschern die Vermittlung zu übernehmen.”
“Wie du bemerkt haben dürftest, tun sich deine Gefährtinnen schwer mit einigen Dingen, die ich bei mir trage, sei es zum Schutz oder anders wie. Nun hoffe ich mit deiner Hilfe, dass sie bald begreifen werden, dass es noch andere Dinge gibt, als jene die ihr kennt.”
Dieses lange Gespräch dauerte bis zum Morgengrauen, wobei niemand außer Voranu mitbekam was wir alles beredeten, da es nur in Gedanken stattfand.
Ein leises Stöhnen sehnsuchtsvoll und wie im tiefsten Schmerz liess mich herumfahren, ich musterte Sharie die aber ganz ruhig war und nur in tiefem Schlaf sich hin und herwälzte. Dann ein Auffschrei der auch Hitana erwachen liess, sie war mit einem Satz auf den Füssen und eilte an meiner Seite zu Sharie. Mit eigenartig heiserer Stimme gab Sharie Auskunft auf unsere Fragen, was sie denn habe.
Mit der Bemerkung Sharies es war ein Alptraum konnte ich nun absolut nichts anfangen, aber dafür fielen meine Augen auf das rechteckige Kästchen, dass ich an meinem Gürtel trug und dass wie toll blinkte. Ich nahm es in die Hand und richtete es gegen Sharie, wobei es für mich die typischen Geräusche der Abtastung von sich gab. Sharie aber wich in Panik zurück, als Thoras Stimme erklang: “ Ruhig Sharie sie will nur sehen was Dir fehlt!” Sharie beruhigte sich und ich verzog mein Gesicht, wobei ich etwas sagte was wie “Igitt” klang. Ich griff in die Tiefen meiner Allzweckhose und zog eine Dose heraus, Sharie fragte: “ Was ist denn?” “Nichts weiter“, sagte ich mit gewinnendem Lächeln, “mein Translator übersetzt in Du hast Grippe! Nicht weiter schlimm nur bei uns gibt es das gar nicht mehr.” “ Da Sharie” in meiner Hand streckte ich ihr 2 rosa Drops entgegen. “Und ihr nehmt am Besten auch jeder 2 Drops, nützen auch gegen Müdigkeit und Erschöpfung.”
Nachdem sie alle brav die Drops genommen hatten, setzte Sharie sich mit angezogenen Knien an die Wand und erwartete allen Ernstes von mir, dass ich ihnen nun erzählte woher ich kam.
Plötzlich schob ich meine erste Entgegnung zur Seite, ein Lächeln erhellte mein Gesicht und Voranu stimmte mit einem gewaltigen Lachen ein und gleich darauf Thora.
Sharie, Cathy und Hitana sahen uns fassungslos an! Sie konnten nun nicht begreifen was uns so erheiterte und weshalb wir in dieser miesen Situation so lachen konnten.
“Also gut ihr Strategen” sagte ich Andromeda “Ich erzähle das tut allen gut sogar mir, es wird unser Unterfangen zu fliehen und die Welten zu retten nur um so mehr beflügeln, wenn wir ausgeruht sind! Ich habe Hunger und jetzt werden wir Essen. Nicht wahr Voranu ruf die Wachen¨!


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BeitragVerfasst: 29.01.2006 - 13:20 
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Im tiefen Kerker Episode Nr. 2

Sharie musterte mich also ob ich wahnsinnig wäre und Hitana grinste leicht, weil ihr das Augenzwinkern von Voranu nicht entgangen war. Unmerklich schüttelte ich den Kopf, als Hitana gerade Sharie aufklären wollte. Der Satz “Lass sie fragen das ist der Zweck” stand gross und klar hinter Hitanas Stirn. Ganz selbstverständlich dachte sie: “OK Andromeda schon verstanden!”Thora in der anderen Zelle realisierte wie sich Voranus Gesichtsausdruck unmerklich veränderte. Kurze Zeit später erscholl Lärm auf der Treppe und im Gang zu den Zellen, Stimmen klangen durcheinander und sie schienen fröhlich zu sein. 4 Paar Augen sahen staunend zu wie die Wachen Essen und Getränke gegen unsere Zellen schoben. Sie wechselten freundliche Worte mit Voranu und den Frauen in der gegenüberliegenden Zelle. Die Gitter hoben sich und die 4 konnten heraustreten und sich an den bereitgestellten Tisch setzen. 2 Wärter kamen zu unserer Zelle um sie zu öffnen, ich war zuwenig schnell in Deckung verschwunden und schon hörte ich ihre erschreckten Ausrufe und ihr Zurückweichen. “Geht schon Männer, sie tut euch nichts los!” Die Männer dachten natürlich ich würde wieder meinen Phaser gebrauchen, zwei von ihnen waren bei unserem Aufstieg zu den Herrschaftsräumen in den Genuss gekommen. Endlich öffnete sich auch unsere Zelle nun war kein Halten mehr bei den Frauen, jede wollte etwas wissen oder fragen. Es war ein ziemlicher Aufruhr, leicht erhob ich meine Stimme: “ Aber, aber meine Freunde, bitte eine nach der anderen, also?”Sharie sagte unwillig: “Entschuldige Andromeda was soll dass? Was wenn Reynam das sieht in seinem Kontrollraum?” “Keine Angst Sharie er ist nicht da!” “Nicht da??” erscholl es aus 4 Kehlen. “Nein nicht da, oder gerade nicht.” “Aber lasst uns essen bevor er wiederkommt, ich kann während dessen erzählen.” Nun langten alle zu was auch gut war, denn niemand wusste wann wir wieder so was Gutes bekamen und wann. Ich erzählte ihnen dass Reynam zu einer Konferenz abberufen worden war. Ich erinnerte sie an die 3 Reiter welche wir so eilends die Burg verlassen sahen. Im weiteren wurde ich nun nicht nur mit wörtlichen Fragen sondern auch mit gedanklichen Bombadiert. Ganz bedächtig fragte Thora als sie sah wie ich mein Gesicht verzog: “Also liebe Freunde soll Andromeda nun erzählen oder nicht?” “Ja sicher” sagte Cathy “aber was ist wenn Reynam wieder kommt?” Ich sagte: “Wir werden rechtzeitig gewarnt und dann sind wir wieder brav in unseren Zellen, also beruhigt euch und geniesst!” Was wir dann auch genüsslich taten und so erzählte ich meine Geschichte:
Mein Name ist Andromeda meines Zeichens Amazone, Wissenschaftlerin und Forscherin auf der fernen Welt Andromeda umgeben von einem Gürtel aus Universumsnebel. Geboren im Hause Andorra Delides ihres Zeichens Amazone, Jägerin, Kriegerin, Beherrscherin und Bewahrerin von Andromeda. In ferner Vergangenheit lebte das Volk der Ashanty auf einer Welt Namens Grumor welche von männlichen Wesen dominiert wurde, welche die weiblichen Wesen unterdrückten. Diese waren nur dazu niedere Arbeiten zu verrichten, aber es gab einige männliche Wesen, die das grosse Potenzial der weiblichen Wesen erkannten. Im Geheimen ermöglichten diese, den weiblichen Wesen alles zu lernen, was man auf Grumor Können, Wissen und Lernen konnte. Nach Jahren enstand daraus eine grosse Geheime Gesellschaft, welche die Andorraner genannt wurde. Im Laufe der Zeit begannen die Ashanty die Andorraner zu fürchten, ja es ging sogar soweit dass die männlichen Wesen den weiblichen Wesen untertan waren, nun hatten sie die niederen Arbeiten zu verrichten. Eines Tages als die weiblichen Wesen zu einem riesigen Amazonenvolk angewachsen waren, beschlossen sie mit Hielfe ihrer Sternenbücher eine neue Welt für sich zu suchen. Sie suchten und fanden Andorra, welche ihnen am passensten erschien. Im Laufe der Zeit wurden viele Dinge neu entwickelt, verbessert und auch andere endeckt, man war inzwischen ein Volk der Amazonen geworden. Man endeckte auch wie man neues Leben erschaffen konnte, ohne Hilfe von männlichen Wesen, die es scheinbar dazu gebraucht hatte. Eines Tages entschied sich Andorra dass sie in die Jahre gekommen nun eine Nachfolgerin brauchte. Auf Andromeda wurden auch Materialien entdeckt sogenannte Glipheldis Felder, damit konnte man Kammern bauen in denen das Leben verlängert werden konnte. Normal wurde man so etwa 100 Jahre Grumor Zeit alt, aber hiermit liess sich das Leben fast zu unfassbar lange verlängern, natürlich vorausgesetzt man hatte keine Krankheit die unheilbar und noch nicht erforscht war. Nachdem sich Andorra der Behandlung unterzogen hatte, kriegte sie wie könnte es anders sein, ein weibliches Wesen dem sie den Namen Andromeda gab. Die Kleine also ich wurde im Laufe der Jahre unter härtesten Bedingungen unterrichtet, mit allem was es hier zu lernen und zu wissen gibt.
Der Lauf der Geschichte wurde kurz unterbrochen, als die Wachen zurückkamen um zu melden, dass ihre Herr Reynam auf dem Weg zurück war. Rasch wurden die Zeugen unserer Schlemmerorgie weggebracht, wir marschierten brav in unsere Zellen und die Gitter waren längst verschlossen, als Reynam sein Arbeitszimmer betrat. Wir hockten satt und zufrieden an den Wänden unserer Zellen und alle waren begierig darauf Weiteres von mir zu erfahren. Voranu fragte: “ Andromeda weshalb hast Du wieder die Dunkle Kapuze so tief ins Gesicht gezogen, wieso trägst du sie überhaupt? Ist dir kalt, hier drin ist es doch warm!” Ich sagte: “ Mit dem Umhang hat es eine besondere Bewandniss, er legt unserer Zelle in einen tiefen Schatten, so dass Reynam nur die Umrisse von uns erkennen kann, aber nicht was wir tun. Bei euch ist es anders, euch kann er sehen, weil soweit reicht der Radius des Umhangs nicht. Keine Angst er kann ja lediglich sehen, dass wir uns angeregt unterhalten.” Also ich erzähle nun weiter, dabei zog ich den Phaser aus dem Gürtel und hob in hoch damit ihn alle sehen konnten. “Also zu einen ist es eine Waffe wie ihr gesehen habt, den Strahl nennt man Laser, damit kann man betäuben, aber auch töten, im weiteren beinhaltet er einen Scannner um Körper abzutasten. Bis jetzt kann er das bei allen Wesen die je mit uns in Berührung kamen. Deshalb konnte ich auch feststellen was Sharie für eine Krankheit hat." Das hier und ich zeigte ihnen mein Reltobuch ist ähnlich wie die euren, mit denen ihr euch in euer Relto zurückziehen könnt, wenn Gefahr droht. Dieses hier ist nur die Miniaturausgabe, ein anderes befindet sich im Tumber mit dem ich gekommen bin und der gut geschützt im Wald vor der Burg sich befindet. Der Tumber ist eine Maschine sozusagen, denn wir beherrschen die Kunst der Zeitreisen, es ist eine Kugel aus Teronium, darin befindet sich das Sternenbuch und eine ausgeklügelt KI die uns genau dahin führt, wo wir wollen. Aber hört zu die Zeit drängt ich fühle es, bald wird sich wieder eine Möglichkeit finden euch weiter zu erzählen. Wenn sich der Lauf der Dinge nicht so entwickelt hätte, wäre ich längst im Tumber und hätte Hilfe von unserer Welt angefordert. Da es aber Wichtiger ist, euch alle heil hier herauszubekommen und wir Reynam auf irgendeine Weise stoppen müssen, denke ich dass wir das gemeinsam tun sollten. Ich meine wir haben bewiesen dass unser Forscherdrang gross genug ist um unsere Aufgaben gemeinsam zu lösen. Vielleicht werde ich euch dann zur Ruhe und Erholung einmal in meine Welt mitnehmen können. Bis dahin lasst uns eine Lösung überlegen, was wir für Reynam tun können.”


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BeitragVerfasst: 30.01.2006 - 18:26 
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Bei Cathy und Thora in der Zelle…


Mit einem satten und endgültigen Klang schloss sich das massive Zellengitter hinter ihnen. Cathy warf einen erschöpften Blick auf Thora und zog sich mit hängenden Schultern in die hinterste Ecke des karg eingerichteten Raumes zurück. Von der gegenüberliegenden Zelle blickten Hitana, Sharie und Andromeda ratlos durch die Metallstäbe ihres Gefängnisses.

Thora stöhnte leise und wandte zu Cathy um, die sich inzwischen auf den Boden gehockt hatte und ließ sich neben ihr nieder. Sie schlang die Arme um die angezogenen Knie und die turbulenten Ereignisse der letzten Minuten zogen noch einmal vor ihrem geistigen Auge vorbei…

Cathy hatte mit dem Buch, welches sie in Ae`gura gefunden hatte, hier in dieser Festung das Ziel erreicht, welches sie stets vor Augen hatte. Ohne dass sie es wusste, hatte das Volk der Fortam ihren abenteuerlichen Weg mit dem wertvollen Buch verfolgt. Durch dessen anschließende endgültige Vernichtung durch Voranu wurde das Buch der Veränderungen entmachtet und somit für Reynam, der es überraschend gefunden hatte, wertlos. Es spielte keine Rolle mehr, ob er nun alle noch fehlenden Seiten dieses Buches fand oder nicht.

Das Volk der Fortam wollte eine neue, bessere Welt schreiben, wo sie in Zukunft ohne Angst vor negativen Veränderungen leben konnten. Hitana hatte ihnen zu diesem Vorhaben sofort ihre Unterstützung zugesagt, denn sie verfügte über die nötigen Kenntnisse dieser hohen Kunst.

Reynam war völlig überraschend von Taupan, wo Thora ihn nach ihrer denkwürdigen Begegnung zurückgelassen hatte, zu einem für die Forscher denkbar ungünstigen Zeitpunkt wieder in der Festung aufgetaucht. Er ahnte nicht, dass sich seine Wachen längst von ihm abgewandt hatten und baute fest auf deren Loyalität, die er sich mit Vergünstigen ihrer Lebensumstände erkauft hatte. Zurzeit hielt er sich irgendwo in den Tiefen der Festung auf und niemand wusste, was er als Nächstes unternehmen würde. Sobald er diese jedoch verließ, würden Voranu und die Wachen die neuerlich gefangenen Forscher freilassen.

Reynam…eine zwiespältige Persönlichkeit! Auf der einen Seite gefährlich und unberechenbar und andererseits umgab ihn manchmal eine Anwandlung von freundlicher Aufgeschlossenheit, die unvermittelt in Verzweiflung umschlug, bevor die dunkle Seite seiner Persönlichkeit wieder die Oberhand gewann. Allem Anschein nach konnte er dies nicht bewusst steuern und wechselte unkontrolliert zwischen den Extremen hin und her.

Konnte es sein, dass ein furchtbares, traumatisches Erlebnis in Reynams Kindheit der Auslöser dieser seelischen Erkrankung war? Hatte er durch den Aufbau einer zweiten Persönlichkeit versucht, Abstand zu diesen Erlebnissen zu bekommen? Hatte es in seinem bisherigen Leben niemand gegeben, der ihm helfen konnte, dieses Trauma zu verarbeiten?

Konnte Reynam geheilt werden, indem er sich bewusst noch einmal mit diesem Erlebnis konfrontierte? Würde er dies freiwillig tun oder konnte und musste man ihn dazu zwingen? Dies war ein interessanter Ansatzpunkt, der es wert war, mit den Forscherfreunden erörtert zu werden…überlegte Thora.

Doch zunächst waren sie gefangen…doch waren sie das wirklich? Sie griff an ihre Gürteltasche, in der sie ihre Lebensversicherung bei sich trug… ebenso wie Sharie und auch Cathy…das Reltobuch! Cathy hatte dieses lebenswichtige Buch am Anfang ihrer Reise verloren. Thora hatte es unter mysteriösen Umständen gefunden und so lange bei sich getragen, bis sie es Cathy als rechtmäßigem Besitzer zurückgeben konnte. Ob Hitana eines besaß, war ihr nicht bekannt und die noch unbekannte Forscherin, die sich Andromeda nannte, vielleicht auch nicht.

Heimweh ergriff sie plötzlich…Heimweh nach der stillen Schönheit ihrer Felseninsel…Heimweh nach Ae`gura, die großartige Stadt in den Tiefen der Erde, die sich anschickte, wieder dass zu werden, was sie in ihrer bewegten Vergangenheit einmal war…Heimweh nach dem Hauch des Unvergänglichen, welcher durch alle Gassen, Straßen, Stadtteile und über den großen See wehte…Heimweh nach der Wüste, wo das Abenteuer begonnen hatte.…

Thora rieb sich mit den Händen über die plötzlich brennenden Augen und hob den Kopf. In der gegenüberliegenden Zelle auf der anderen Seite des Ganges unterbrach Andromeda ihre unruhige Wanderung und sah zu Thora herüber. Ihre Körperhaltung und Mimik deutete darauf hin, dass sie zornig war…zornig auf sich selbst. Hitana und Sharie waren in einen Erschöpfungsschlaf gefallen…ebenso wie Cathy, deren Kopf längst auf Thoras Schulter ruhte. Sie selbst, Thora, war immer mit wenig Schlaf ausgekommen und zudem war es ihr unmöglich, nach den letzten, beunruhigenden Ereignissen an Schlaf zu denken.

Andromeda schien aus einer gänzlich unbekannten Welt zu kommen, denn sie trug ungewöhnliche Kleidung und führte eine Menge unbekannter Dinge bei sich. Thora war überzeugt, dass sie zweifellos in der Lage war, irgendetwas zu unternehmen, um sie aus der prekären Lage zu befreien. Jedoch unterließ sie es aus Rücksicht auf die neuen, und zurzeit sehr erschöpften Forscherfreunde wohl. Zumal ihnen allen im Moment keine Gefahr drohte.

Ein leichtes tastendes Gefühl hinter ihrer Stirn ließ Thora zusammenzucken. Voranu? Versuchte er noch einmal, mit ihr Verbindung aufzunehmen? Doch hatte er nicht gesagt, dass sie eine Mentalsperre besaß, über die alle Angehörigen seines Volkes verfügten? Wieder sah sie Voranus ungläubiges Gesicht vor sich, als er ihr erklärte, dass diese Sperre der gleiche mentale Abdruck anhaftete, wie die ihm bekannten seines Volkes.

Doch sie war kein Mitglied seines Volkes. Oder…ratlos schüttelte sie den Kopf. Sie dachte unwillkürlich an die glücklichen Jahre der Kindheit, die sie in der Obhut des Prospektorenpaares auf Laugroa verbracht hatte…dieser warmen Inselwelt mit den dunklen Stränden und den glasklaren Seen und ausgedehnten Meeren. Regelmäßig hatte der Vater sie besucht und sich von ihrem Wohlergehen überzeugt. Von der Mutter, an die sie sich nicht erinnern konnte, sprach er nie.

Unwillig schob sie die unfruchtbaren Gedanken energisch zur Seite…ihr Blick fiel wieder auf Andromeda, die sie unverwandt musterte...besaß sie Fähigkeiten, von denen noch niemand der Forscher etwas ahnte? Versuchte sie nun vorsichtig, diese anzuwenden? Thora atmete tief ein…vor ihren geschlossenen Lidern entstand das Bild der gegenüberliegenden Zelle mit den schlafenden Freunden…Sharie murmelte im Schlaf und bewegte sich unruhig…

„Hallo, Thora…gestattest du, dass ich in deinen Gedanken bin?“…Thora erschrak heftig, als die klaren Worte aus den Tiefen ihres Geistes hervordrangen. Es war Andromeda…die versuchte, einen geistigen Kontakt zu ihr herzustellen. Abwehrend hob sie spontan die Hände…doch was hatte Voranu erst kürzlich zu ihr gesagt…“Arbeite an dieser Fähigkeit…Thora. Dann kannst du viel erreichen…!“

Sie versuchte, sich zu entspannen und stellte sich das Bild vor, wie sie Andromeda auf diese Frage antwortete…Andromeda hatte keine Schwierigkeiten mit dieser für Thora sehr ungewohnten Kommunikation, denn sie reagierte auf jedes von Thora erzeugte Gedankenbild. Noch war den Forschern die Herkunft der so unverhofft aufgetauchten neuen Kameradin unbekannt, denn zunächst war es wichtig, die aktuellen Probleme zu erörtern.

„…da uns keine unmittelbare Gefahr droht, sollten wir jedoch zunächst noch etwas abwarten, um zu sehen, was Reynam unternimmt. Dann gehen wir vor, wie wir es besprochen haben. Es sollte dir leicht fallen, Andromeda, das Vertrauen von Reynam zu gewinnen. Du bist ihm völlig unbekannt und eventuell ein potentieller Verbündeter. Voranu baut fest auf die Wachen…sie werden uns informieren, wenn sich etwas verändert…“ schloss Thora das lange Gespräch auf geistiger Basis. Sie war von dem ungewohnten Erlebnis erschöpft und sie hatte das übermächtige Gefühl, an einem abgeschiedenen Ort ausspannen zu müssen, um die sich überstürzenden Ereignisse der letzten Tage zu verarbeiten.

Als Sharie in der Zelle mit einem leisen Aufschrei aus einem Alptraum erwachte, hatte Andromeda sie schnell beruhigt. Mit einer Art Bio-Scanner diagnostizierte sie zudem in Sekundenschnelle bei Sharie einen grippalen Infekt, was für Andromeda nicht unbekannt, aber ungewöhnlich war, da es solche Krankheiten in der Welt, woher sie kam, schon lange nicht mehr gab. Nach anfänglichem Misstrauen akzeptierte Sharie die ungewöhnliche Behandlung, denn als Forscher wurde sie ständig mit neuen, unbekannten Dingen konfrontiert.

Andromedas lauter Ruf nach Speisen und Getränken schreckte die noch schlummernde Cathy endgültig auf.

„Was`n los…“ murmelte sie mit müde zwinkernden Augen.

„Wenn wir Glück haben, gibt es bald etwas zu essen, Cathy…“ brummte Thora zurück.

„Wird auch langsam Zeit…wer viel arbeitet, muss auch viel essen, nicht wahr?“

Als wäre Cathys letzter Satz ein Signal gewesen, öffnete sich die Tür am Ende des Ganges und zwei der Wachen rollten mit Voranus Hilfe jeweils einen Tisch herein, auf denen die unterschiedlichsten Speisen arrangiert waren. Ein unwiderstehlicher Duft von Kräutern und exotischen Gewürzen stieg in die Nasen der hungrigen Forscherinnen. Als sich die Zellentüren öffneten, waren die Tische schnell umringt und da Reynam laut den Versicherungen der Wachen und Andromeda sich momentan nicht in der Festung befand, sprachen die Forscherfreunde den kulinarischen Genüssen freudig zu. In der entspannten Atmosphäre begann Andromeda den neuen Freunden zu erzählen, woher sie kam…

Bei dem Ruf…“Achtung…Reynam ist zurück…“ erhoben sich die Forscher schnell und verteilten sich wieder in ihren zwei Zellen, während die Wachen augenblicklich die Reste der Mahlzeit abräumten.

Eine der Wachen sprach kurz mit Voranu, worauf dieser sich an die Forscher wandte…“Freunde…“ begann er…“ ich muss zu Reynam. Er will mit mir reden…“

„Aha…“ warf Sharie ein…“nun kommt Bewegung in die Dinge!“

„Wer weiß, in welcher Stimmung er im Moment ist…“ sinnierte Hitana.

„Eigentlich ist er ein armer Tropf, der alle gegen sich hat…“ kam es von Cathy.

Andromeda schwieg und hatte sich in eine Ecke der Zelle zurückgezogen. Unruhig knetete Thora die Hände und musterte die diskutierenden Freunde. Welche Nachricht würde Voranu bringen?

Nach langen Minuten des Abwartens entstand Unruhe am Ende des Ganges und Voranu trat schnell durch die Tür. Fast gleichzeitig öffneten sich die Zellentüren. Die gefangenen Forscher eilten hinaus und umringten gespannt den hageren Mann aus dem Volk der Fortam.

„Freunde…Reynam hat sich wieder für längere Zeit zu seinem Bruder Krenou nach Amarnath begeben, wie schon des Öfteren in der Vergangenheit. Er rief mich noch einmal zu sich, damit ich mich während seiner Abwesenheit ganz besonders intensiv um seine Gäste…also um euch…kümmere. Reynam machte zunächst einen sehr freundlichen Eindruck und meinte, es sollte euch in dieser Zeit an nichts fehlen.“

Voranu machte eine kleine Pause und rieb sich mit der Hand nachdenklich das Kinn.

„…Doch als er das Verbindungsbuch zu Amarnath öffnete, änderte sich sein Verhalten plötzlich. Seine Hände begannen zu zittern…seine Gesichtszüge verzerrten sich und als er seine Hand auf das Schaubild legte, murmelte er mit hasserfüllter Stimme…

*Krenou…diesmal werde ich nicht nur deine Welten, sondern auch dich vernichten*…

Als er bemerkte, dass ich immer noch vor seinem Schreibtisch stand, starrte er mich zornig an und schrie nur ein Wort…*Hinaus…*. Kurz darauf war er entmaterialisiert und auf dem Wege zu seinem Bruder Krenou.“ Nach diesen Worten schwieg Voranu...

„Das ist es…“ murmelte Thora leise…“sein Bruder Krenou also! Müssen wir dort ansetzen, um Reynam zu helfen? Er scheint tatsächlich keine Kontrolle über seine Persönlichkeitsspaltung zu haben, denn man weiß nie, wie er sich in nächsten Augenblick verhält. Ich habe ihn ja auf Taupan in beiden Extremen erlebt…“

„Hmm…wir sollten ihm auf alle Fälle folgen. Denn wer weiß, was er vorhat. Er sprach von Welten vernichten…da müssen wir eingreifen und es verhindern…“ sagte Hitana mit drängender Stimme.

„Ganz meine Meinung…was meint ihr…? Cathy sah fragend zu Sharie und Andromeda

„Wir sind dabei…keine Frage…“ kam es synchron zurück.

„Dann kommt! Wir wollen keine Zeit verlieren…“ schloss Voranu die kurze Diskussion. „Ich werde mit euch kommen, denn ich weiß, wo auf Amarnath Reynam sein Verbindungsbuch zurück zur Festung versteckt hat. Ich bin ihm nämlich einmal heimlich gefolgt…“ Er lächelte leicht bei dieser Erinnerung und stieg mit schnellen Schritten die Treppe zu Reynams Arbeitszimmer hinauf. „Damit werde ich dafür sorgen, dass ihm der Rückweg zum Gut Maremmen zunächst versperrt ist.“

In Reynams Arbeitszimmer umringten die Forscherfreunde das geöffnete Verbindungsbuch nach Amarnath. Andromeda musterte die Forscher der Reihe nach…“Ich gehe zuerst…“ verkündete sie mit fester Stimme…“und ich denke, dass Reynam inzwischen einen gewissen Vorsprung hat.“ Nach diesen Worten legte sie ihre Hand auf das Schaubild und war im nächsten Augenblick verschwunden.

Schweigend und entschlossen folgten Sharie und Cathy.

„Was hat Reynam mit Krenou vor…“ fragte Thora mit heiserer Stimme.

„Ich weiß es nicht…“ erwiderte Hitana. „sicher nichts Gutes…vielleicht ist Krenou Reynams großes Problem…“ Mit diesen Worten vertraute sich Hitana dem Verbindungsbuch an.

Voranu nickte Thora aufmunternd zu…“Ich folge als Letzter..“

„Okay...Voranu…bis dann…“ Nach einem letzten Blick auf Voranu legte Thora ihre Hand auf das flimmernde Bild und folgte ihren Forscherfreunden zum neuen Aufenthaltsort von Reynam…

Augenblicke später war das Arbeitszimmer von Reynam leer…


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BeitragVerfasst: 02.02.2006 - 13:25 
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In Amarnath

Die fünf Forscherinnen erschienen nacheinander in einer kleinen, leeren Gasse, über die prächtige Gebäude ragten. Als letzter erschien Voranu und alle sahen sich erst einmal beeindruckt um. „Wir müssen uns in einem der reichen Stadtviertel befinden. Die Gebäude sind einfach wunderschön!“, meinte Sharie. „Dies ist der Stadtteil, in dem Krenou lebt. Sein Haus ist nicht weit entfernt.“, sagte Voranu. „In Ordnung, dann sollten wir uns jetzt trennen. Voranu, du suchst Reynams Versteck für das Verbindungsbuch auf und entfernst es von dort, damit er nicht flüchten kann. Wir anderen werden Krenou aufsuchen und mit ihm reden. Vielleicht bekommen wir einige neue Erkenntnisse.“, sagte Hitana. Voranu nickte, beschrieb ihnen noch schnell den Weg zu Krenous Haus und entfernte sich dann. Die Forscherinnen gingen in die entgegengesetzte Richtung die Gasse herunter weiter und sahen sich dabei die ganze Zeit staunend um. „Diese Gebäude sind wirklich großartig, aber warum wirken sie so verfallen?“, fragte Sharie. „Zum Anfang meiner Reise fiel ich in der Wüste durch eine Dimensionsfalte in eine Baumwelt, wo ich das Tagebuch eines Mannes namens Fendor fand, der ein Freund meines Vaters war. Er war ebenfalls in Amarnath und der König dieses Reiches erzählte ihm, dass Reynam an dem Verfall dieser Welt schuld sei, weil er die Welt in der sein Bruder lebte zerstören wollte. Das Wasser ist schwarz geworden, die Gebäude sind aufgrund von Erdbeben verfallen und der Himmel ist düster bewölkt. Das Volk hier kann froh sein, dass sich Reynam irgendwann anderen Dingen zugewandt hat.“, erklärte Hitana. „Hat dieser König auch etwas über Reynams Vergangenheit erzählt?“, fragte Thora. „Ja und er hat ihm folgendes erzählt“, sagte Hitana, holte das Tagebuch heraus, suchte nach der richtigen Seite und las vor: „Ein Schreiber hatte zwei Söhne, denen er beiden die Kunst beibrachte. Der jüngere Sohn hörte eines Tages von seiner Großmutter, dass es angeblich ein Buch über die Regeln der Kunst gab und das dort völlig andere Dinge standen, als der Vater gelehrt hatte. Die Neugier des Sohnes war geweckt und er machte sich auf die Suche nach dem Buch. Als er es gefunden hatte, lernte er heimlich damit und brachte es zu einem sehr guten Schreiber. Er hatte das Prinzip verstanden.
Anders war es bei seinem älteren Bruder. Er hörte nur auf seinen Vater und schaffte es so nur zu einem ziemlich schlechten Schreiber. Außerdem glaubte er mit der Kunst zu einer Art Gott geworden zu sein, der mit den Welten machen konnte, was er wollte. Fehlversuche hielt er für einen Fehler im System und nicht bei sich selbst.
Er sah die großartigen Welten, die sein Bruder geschrieben hatte und wurde neidisch. Er verändert jetzt heimlich die Bücher und bringt die Welten ins Ungleichgewicht. Viele sind dem Feuer zu Opfer gefallen und viele Zivilisationen untergegangen. Der jüngere Bruder versucht immer noch seinem Bruder beizubringen, dass er den falschen Weg geht, aber dieser hört nicht auf ihn. Er weiß keinen Weg seinen bösen Bruder aufzuhalten.“
Thora runzelte die Stirn und meinte: „Das klingt so, als würde er Reynam für einen Teufel halten. Das passt nicht zu dem Bild, welches ich von ihm habe. Es wird sicher gut sein, verschiedene Leute zu diesem Thema anzuhören, die sich mit dieser Geschichte auskennen. Manche sehen die Dinge anders als andere.“ Hitana nickte und dann schwiegen sie wieder und suchten weiter nach dem richtigen Haus.
Einige Zeit später kamen sie an dem Haus an, welches ihnen Voranu beschrieben hatte. Es war ein prächtiges herrschaftliches Haus, dass etwas weniger unter dem Verfall gelitten hatte. Sie betrachteten eine kleine Weile die verzierten Säulen, das Fresko über der Tür und die feinen Schnitzereien in der großen Tür und stiegen dann die Treppe hoch. Vorsichtig klopfte Hitana an die Tür und kurze Zeit später öffnete sich eine kleine Klappe in der Tür, durch welche ein Diener schaute. „Was wünscht ihr?“, fragte er. „Wir möchten zu Krenou. Wir möchten mit ihm über Reynam sprechen. Wir sind Forscher aus D’ni.“ Die Tür öffnete sich einen Spalt und der Diener musterte uns etwas misstrauisch. „Ich werde ihn fragen, ob er Zeit hat. Einen Moment bitte.“ Er schloss die Tür wieder und kam nach einiger Zeit wieder. „Herr Krenou, wird euch jetzt empfangen. Bitte folgt mir.“ Sie betraten die große Eingangshalle des Hauses, die mit prächtigen Bodenmosaiken und großen Wandgemälden geschmückt war. Staunend folgten sie dem Diener durch den Raum, in dem ihre Schritte von den Wänden wiederhallten zu einer Treppe am Ende der Halle. Diese war mit einem roten Brokatteppich ausgelegt und führte in das erste Stockwerk. Von einem ebenso schön ausgestatteten Flur gingen drei Türen auf jeder Seite ab. Aus einem dieser Zimmer kam gerade eine ältere Dame, die wie eine Putzfrau gekleidet war und ging mit gesenktem Kopf an ihnen vorbei.
Am Ende des Ganges befand sich eine weitere Tür. Zu dieser gingen wir jetzt und der Diener klopfte an. Von drinnen konnten wir ein gedämpftes „Herein!“ hören, dann öffnete der Diener die Tür und wir standen in einem äußerst beeindruckenden Arbeitszimmer. Beherrscht wurde es von den Bücherregalen, die bis zur Decke reichten, sowie einem massiven Schreibtisch aus dunklem Holz. An diesem Schreibtisch saß ein Mann, der in ein fließendes, lavendelfarbenes Gewand gekleidet war, ebenmäßige, schöne Gesichtszüge und langes braunes Haar hatte. Sein Gesicht strahlte Weisheit aber auch Gram aus und obwohl er nicht alt aussah, merkte man ihm sein Alter an. Die hellbraunen Augen leuchteten leicht auf, als er uns sah und erhob sich und begrüßte jede von uns. Dann bat er seinen Diener Stühle für uns zu holen und bot uns dann an uns zu setzen. Schließlich sah er von einer zur anderen und sagte: „Ich bin froh Forscherinnen aus dem fernen D’ni zu sehen. Wir hatten vor vielen Jahren das letzte Mal Besuch von einem Forscher namens Fendor, den ich leider nie persönlich kennen lernen konnte. Ich hörte aber, dass D’ni nach seinem bedauernswerten Fall wieder von Forschern aufgebaut wird. Macht die Restauration Fortschritte?“ „Die Restauration ist so weit abgeschlossen, dass wir Forscher jetzt D’ni bewohnen können.“, sagte Hitana. „Es freut mich das zu hören. Nun, ich hörte ihr wolltet mit mir über meinen boshaften Bruder Reynam sprechen.“ [/B[B]]„Das ist richtig. Wir möchten gerne etwas über seine Vergangenheit wissen und wie es dazu kam, dass er so wurde wie er jetzt ist.“, sagte Thora.
„Wie ihr wünscht. Reynam war zwar der Ältere, aber nicht unbedingt der Klügere. Dies wird wohl der Grund gewesen sein, warum er nie darauf gekommen ist noch andere Quellen zu Rate zu ziehen. Außerdem war er unserem Vater gegenüber sehr loyal und stellte daher seine Lehren nie in Frage. Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass er schon immer etwas wankelmütig war und daher ziemlich verletzt, als er merkte das ich besser war als er, obwohl ich eher unkonventionelle Wege gewählt hatte und trotzdem besser ans Ziel gekommen bin. Er ist dann auch neidisch geworden, hat aber selbst dann die Lehre unseres Vaters nicht angezweifelt. Er glaubte irgendwann unser Vater hätte ihm absichtlich das Falsche beigebracht, weil ich schon immer eher sein Liebling war. Er fühlte sich verraten und zu dieser Zeit muss wohl auch seine gespaltene Persönlichkeit aufgekommen sein. Zum einen hasste er mich und unseren Vater, weil er dachte wir hätten uns gegen ihn verschworen, zum anderen war er unserem Vater gegenüber immer noch loyal und freundlich. Ich habe versucht ihm zu helfen, aber er hatte diese grausige und völlig idiotische Vorstellung ein Gott zu sein, der die Welten schafft welche er schreibt und nicht bloß eine Verbindung schlägt. Darum ist es mir nie gelungen ihm zu helfen. Irgendwann hat er sich dann völlig von mir abgewandt, weil er glaubte ich würde ihn mit meinen Lektionen an der Nase herumführen. Das ist alles was ich dazu sagen kann.“ Wir nickten nachdenklich vor uns hin und Thora runzelte leicht die Stirn. Dann sah sie ihn an und sagte: „Reynam ist hier in Amarnath und auf dem direkten Weg zu euch. Einer seiner versklavten Diener hat ihn beobachtet und gehört, wie er gesagt hat das er euch diesmal töten will. Seid also vorsichtig, wenn es wieder klopft.“ „Danke für die Warnung. Hmm, dann sollte ich mich lieber auf seine Ankunft vorbereiten.“ „Wir kommen später noch einmal wieder und werden euch helfen, falls er dann schon da ist und euch bedroht. Jetzt möchten wir uns aber noch etwas alleine beraten.“, sagte Thora. „Nun gut, so sei es. Ich hoffe euch geholfen zu haben.“ Wir standen auf, verneigten uns leicht und gingen dann nach draußen auf den Flur. Sharie sah Thora etwas irritiert an. „Warum sollten wir uns denn noch unter einander beraten. Ich finde er hat alles sehr logisch erklärt.“ Ja, das mag so scheinen, aber ich glaube er sagt die Dinge nur so, wie er sie sieht. Vielleicht sollten wir mit jemandem reden, der genau Bescheid weiß, sich aber neutral zu den Dingen hält.“, meinte Hitana. „Und wer soll das sein?“, fragte Cathy. „Ihr habt doch auch vorher diese alte Frau gesehen. Vielleicht ist das Krenous Haushälterin und dem Alter nach zu urteilen könnte sie etwas über die Kindheit und Jugend von Krenou und Reynam wissen. Wir sollten sie abfangen, wenn sie in ihre Behausung geht und mit ihr reden.“, sagte Thora. So gingen sie also wieder zurück in die Halle, von der ein anderer Gang zu den Dienstbehausungen führte. Dort warteten sie eine Weile, bis die alte Frau in dem Gang erschien und Hitana sprach sie an. „Sie sind Krenous Haushälterin?“ Die alte Frau sah erstaunt auf, als sie angesprochen wurde und nickte. „Wie lange arbeiten sie schon für ihn?“ Die Alte verzog das Gesicht und sagte: „Ich war die Amme von diesen beiden Jungens.“ „Können wir mit ihnen in ihrer Wohnung über die Kindheit und Jugend der Beiden reden?“ Sie sah uns mit zusammengezogenen Augen an und sagte dann: „Na gut, kommt rein.“ Wir folgten ihr in ihre einfache Behausung, die einen starken Kontrast zu den anderen prächtigen Räumen bildete. Sie deutete auf einige einfache Hocker und gab uns einen gut duftenden Tee zu trinken. „Tja, ich kenn die Jungens schon seit ihrer Geburt. Reynam war ein sehr freundlicher, kleiner Kerl. Immer brav und gut. Er stand seinem Bruder in nichts nach. Der Vater hat beide genauso stark geliebt und ihnen das beigebracht, was er wusste. Krenou war seinem Vater gegenüber immer etwas kritisch gegenüber eingestellt und nachdem er das Buch über die Kunst gefunden und studiert hatte, wurde er ziemlich hochmütig und aufmüpfig, da er die Dinge besser konnte als sein Vater und sein Bruder. Er hat seinem Bruder nie von dem Buch erzählt.
Als Reynam seinem Bruder seine Welten zeigte, hat dieser gelacht und den Kopf geschüttelt. Diese fehlgeleiteten Versuche Reynams waren für ihn lächerlich und er begann ihn wegen seiner Unfähigkeit aufzuziehen und ihm zu sagen, dass er dumm sei und das sein Vater ihm absichtlich das Falsche beigebracht hätte. Der brave Reynam wusste nicht mehr was er denken sollte und begann sich zu einem wechselhaften Charakter zu entwickeln. Er wollte seinem Vater gegenüber nicht aufmüpfig sein, aber andererseits wollte er ihn immer wieder zur Frage stellen. Krenou hat ihm nie geholfen seine Einstellung gegenüber der Kunst zu ändern. Immer wenn Reynam um seine Hilfe bat, hat Krenou nur gelacht und gesagt, dass Reynam zu dumm wäre die Komplexität der Kunst zu verstehen. Reynam begann verständlicherweise ihn zu beneiden und zu hassen und begann erst einmal damit, seine Welten zu zerstören, bis er irgendwann aufhörte weil etwas anderes sein Interesse weckte. Ich glaube, dass die Sticheleien Krenous Reynam zu dem gemacht haben, der er heute ist. Die Frage ist nur, wie man ihn von diesem inneren Dämon befreien kann.“
Thora hatte also Recht gehabt. Krenou war Reynams großes Problem.
Plötzlich hörten sie an der Portaltür ein lautes Getöse. Schnell bedankten sie sich bei der Haushälterin und rannten in die Halle zurück. Dort sahen sie gerade Reynam oben im ersten Stockwerk ankommen und stürmten schnell hinterher. Er riss gerade die Tür zu Krenous Arbeitszimmer auf, als sie am Anfang des Ganges ankamen und stürmte in das Arbeitszimmer. Sie rannten schnell hinterher und kamen genau in dem Moment an, als Reynam einen langen Dolch zog und langsam auf Krenou zuging, der es vor lauter Überraschung nicht geschafft hatte eine Waffe zu ziehen. „Reynam, tu es nicht!“, schrie Hitana und stellte sich zwischen Reynam und Krenou. Reynam blieb ruckartig stehen und sah sie böse an. Er hob seinen Dolch, um sie zu erstechen, als plötzlich eine Veränderung in seinem Gesicht vorging. Langsam senkte sich der Dolch und Reynam runzelte leicht verwirrt die Stirn. Er war wieder in seiner normalen Verfassung. Dies war die einzige Möglichkeit ihm irgendwie zu helfen. Hitana atmete tief durch und sagte: „Reynam, du bist gerade dabei deinen Bruder zu ermorden. Ich weiß, warum du dies tun willst und ich kann deinen Hass verstehen, aber denk noch einmal darüber nach. Die Loyalität deinem Vater gegenüber war nicht falsch, aber jetzt musst du nicht mehr loyal sein, denn er ist tot. Dein Bruder hat dich geärgert und verwirrt, indem er dir erzählte das dein Vater dich weniger liebt als ihn und dir das Falsche beigebracht hat. Dein Vater konnte es nicht besser als du und er hat dich immer genauso geliebt, wie Krenou. Du bist nicht dumm; du hast nur nicht davon gewusst das es ein Buch gibt mit dem man die Kunst auf die richtige Weise lernen kann. Wenn du jetzt aufhörst zu glauben, dass du ein Gott bist und die Welten selbst schaffst, dann kannst du noch zu einem guten Schreiber werden. Dann wirst du nicht mehr neidisch auf Krenou sein müssen und du wirst wissen, dass er nur hochmütig war und dich für dumm hielt obwohl du es nicht bist. Verbanne die Dämonen aus deinem Herzen und du wirst wieder ein glücklicher Mensch sein. Denk daran, wie du unter deiner bösen Seite leidest, deren Stimme dir sagt du sollst etwas schlechtes zu machen. Du kannst dich von ihr befreien, wenn du dich nur etwas änderst! Krenou, sag ihm das er es schaffen kann!“ Krenou räusperte sich nur und schwieg weiter. „Krenou!“ „Äh, Reynam, ich glaube du kannst es schaffen.“, sagte er zögerlich. Reynams Gesicht erhellte sich und er lächelte. Er ließ den Dolch ganz sinken und sagte: „Ich denke ich sollte mich zurückziehen, um meinen Geist von dem bösen Dämon befreien. Du bist nicht mehr in Gefahr, Krenou und auch kein anderer.“ „Es freut mich, dass du dich ändern willst Reynam. Ich denke aber du solltest aufpassen, wenn du mit anderen Augen auf dein Werk schaust. Vielleicht wirst du dich dann selbst hassen, aber das musst du nicht, denn es war nicht wirklich du, der all diese Zerstörung angerichtet hat. Eines Tages wirst du denen helfen, welchen du zuerst Schaden zugefügt hast und sie werden dich nicht mehr fürchten, sondern ehren. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber egal was passiert: Gib nicht auf, denn am Ende wirst auch du schöne und stabile Welten schaffen können. Fang am Besten bei den Fortam an und gib ihnen eine neue, schönere Welt damit sie nie wieder ein entbehrungsreiches Leben führen müssen!“, sagte Hitana. Reynam nickte und sagte: „Ich verspreche es.“ Die Forscherinnen strahlten und verabschiedeten sich von den Beiden. Vor Krenous Haus trafen sie Voranu und berichteten, was vorgefallen war. Er strahlte und sagte: „Gut. Ich werde das Verbindungsbuch zurück nach Maremmen benutzen und meinem Volk die freudige Nachricht überbringen. Ich danke euch allen für eure Hilfe. Dank meiner Fähigkeiten sehe ich für euch alle vorbestimmte Schicksale. Findet ihr heraus, was sie sind, so wendet euch nicht davon ab sondern meistert eure Aufgaben. Ihr könnt euch immer auf die Hilfe eurer Kolleginnen verlassen. Gemeinsam werdet ihr die schwersten Aufgaben auch bewältigen können.
Nun, von hier aus ist es euch überlassen, welchen Weg ihr geht.“

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Auf Amarnath bei den Freunden…


Thora atmete tief ein und richtete ihre Augen auf Voranu.

„Ja…“ sagte sie leise, „es bleibt jeden von uns überlassen, welchen Weg er nun geht.“

Voranu sah sie prüfend an…seine Brauen hoben sich leicht und sie erwiderte fest seinen Blick, bevor sie weiter sprach…

„Ich kenne meinen Weg…doch zunächst führt er mich nach Hause…es ist ein schönes Gefühl…einfach nur daheim zu sein.“

Sie wandte sich zu den Forscherfreunden, mit denen sie so viele gemeinsame Abenteuer erfolgreich bestanden hatte.

„Sicher werdet ihr auch wissen, wohin euer Weg geht! Und ihr habt es richtig verstanden…ich möchte für eine Weile heim und ich bin sicher, dass ihr das versteht.“

Thora sah die Freunde der Reihe nach lächelnd an…

Sharie, die trotz der ruhigen Stunden im Gefängnis immer noch einen erschöpften Eindruck machte…Cathy, die in ihren Gedanken bereits weit weg war…Andromeda, die resolute und so unverhofft aufgetauchte neue Kameradin und Hitana, die von den Forschern aus der Gewalt von Reynam befreit wurde…sie alle erwiderten ihren Blick stumm.

Trotz aller Gegensätze gehörte die kleine Gruppe doch irgendwie zusammen. Die gemeinsam erlebten Abenteuer hatten sie mit einem unsichtbaren Band zusammengeschweißt. Doch nun standen sie auf einer Kreuzung, von der viele Wege nach allen Richtungen abzweigten…einen davon würde sie wählen…

„Vielleicht sehen wir uns irgendwann und irgendwo wieder…es gibt viele Welten und in jeder warten neue Abenteuer…“

Thora umarmte noch einmal jeden einzelnen der Freunde, bevor sie ihr Reltobuch öffnete und ihre Hand auf das Bild der Heimat legte.

Sie erwartete die vertraute Umgebung…doch diesmal war irgendetwas anders…

Die Freunde wurden kleiner…drehten sich im wilden Wirbel einer immer enger werdenden Spirale hinweg. Sie stieg…flog hinauf in ein fremdes Nichts…immer höher hinauf…in blaugrüne Wolken aus pulsierendem Licht. Das Licht bekam feste Formen…sanft gewölbte grüne Hügel mit kristallblauen klaren Seen, auf denen das Sonnenlicht schillernde Flecken malte…schroffe Gebirge…blendend helle Eisfelder und sonnendurchglühte Wüsten wechselten sich in stetem Szenenwechsel ab…träumte sie?

Dann fiel sie…immer schneller…angezogen von einer phantastischen Welt…in der es keine Zeit gab…zuletzt stürzte sie in rasendem Tempo dem grünblauen verwirrend fremden Landschaftsmuster entgegen…

Knirschende, splitternde, berstende Töne drangen an ihre malträtierten Sinne…die Welt zersprang in myriaden winziger Splitter, die schnell nach allen Seiten auseinander strebten…

Dann schlug sie auf….und das dunkle Nichts schwieg…


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BeitragVerfasst: 03.02.2006 - 11:59 
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Wahrhaftig ihre Gedanken waren schon weit weg. Auch Cathy wünschte sich die Ruhe ihres Reltos.
Es gab noch so viel zu tun. Einerseits wollte sie den Austritt aus der Gilde arrangieren, zum andern musste sie ihre Schwester besuchen.
Der Gedanke an dieses Tor in der Wüste liess sie nicht los und erst die Schattenwesen.

Ihr standen Tränen in den Augen, als sie sich von ihren Freunden und den Neugewonnenen verabschiedete. Doch es war Zeit zu gehen.

Irgendwann würde sie eine kleine Party in ihrem Relto geben um mit ihnen allen zu feiern.

Traurig schaute sie sich ein letztes mal ihre Gesichter an, legt ihre Hand auf die Reltoseite um zu verschwinden.

Der Nebel trügte und sie löste sich langsam vor den Augen ihrer Freunde auf, um Augenblicke später auf der saftigen Wiese ihres Zuhause zu stehen. Es war so anders als sie es in Erinnerung hatte. Alles kam ihr verändert vor, der Staub der sich im Haus angesetzt hatte, verriet von ihrer langen Abwesenheit.

Sie packte ihre Sachen aus und betrachtete die verdorrten Rest, morgen würde sie versuchen diese in den nahrhaften Boden zu legen, in der Hoffnung das die wunderbaren Blumen blühen würden.

Müde und erschöpft legt sie sich ins Bett und kuschelt sich in ihre warme Decke.

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Irgendwie tief traurig obwohl ich sie kaum kannte, sah ich der entschwindenden Cathy nach. Kurz darauf legte Thora ihre Hand auf ihr Reltobuch, ihr Blick fing meinen auf, es war das letzte was ich von Thora wahrnahm.
Dann ein gleissender Schmerz in meinem Kopf, ein blendend heisser Schein worin nicht das geringste zu sehen, war nur der unendliche Schrei "Aaannddroomeeeddaa". Taumelnd ging ich ein paar Schritte vorwärts auf Sharie zu, streckte meine Hände aus! Erst auf den drängenden Ruf von Voranu "Andromeda was ist denn?" kam ich halbwegs zu mir. Antworten konnte ich nicht, den mein Blick fiel auf eines meiner Geräte am Gürtel, dass wie wild in allen Farben blinkte. Ein Gedanke der mehr schmerzte als der stumme Schrei erreichte meine Gedanken. "Andro nimm endlich den Kommunikator und höre uns, oder sollen wir alle draufgehen?" Es war eindeutig Seleste die mich da rief und eilends griff ich nach dem Kommunikator, obwohl meine Gedanken noch immer diesem Schrei nachhörten. "Was gibt es denn Seleste, du störst mich gerade bei was wichtigem!" Seleste's Stimme klang im Kommunikator panisch und von Angst erfüllt, als sie rief: "Was tust du eigentlich da unten auf dieser alten Welt, machst Du Urlaub da oder was? Ich soll dir vom hohen Rat mitteilen, dass Andorra im Sternenkrieg liegt mit den Ashanty. Ja du hörst richtig und die Bewahrerin sagt du sollst dich unverzüglich zu unserer Hilfe nach Andorra zurückbegeben." "Seleste beruhige dich, Krieg mit den Ashanty, wie denn ist doch unmöglich!" "Nein ist es nicht!" rief Seleste ungehalten, "da wo du dich befindest muss sich einer der Ahnen aufhalten, ich denke du weisst wer? Und wenn er sagt, dass er des Schreibens von Büchern zuwenig mächtig ist, glaubt ihm kein Wort. Dem ist nicht so er kann es auf eine Weise, wie es die Wesen in der Welt in der du bist, noch nicht beherrschen!"
Minutenlang herrschte Stille, dann Voranus dunkle Stimme: " Andromeda sprich was ist geschehen!" Ziemlich ratlos sah ich in Sharies bleiches Gesicht, sie hatte auf meiner KI mitlesen können, worüber Seleste und ich uns unterhielten. Ich sagte zu Sharie: "Ich muss dringend zurück nach Maremmen um den Tumber zu erreichen und zu meiner Welt zurückzukehren, mein Volk ist in Gefahr und braucht meine Hilfe!" Ich gehe nicht gern aber ich muss, irgendwann hoffe ich euch alle wiederzusehn, leb wohl Sharie und pass auf Dich auf ." Mit gekreuzten Armen verbeugte ich mich leicht vor Voranu, der es mir gleich tat. "Lebe Wohl mein Freund unsere Wege trennen sich, aber du weisst sehr wohl dass unsere Wege sich wieder kreuzen werden."
Ich legte die Hand auf mein Reisebuch sah, dass schnell sich drehende Amarnath und die Gesichter von Voranu und Sharie entschwinden.


Zuletzt geändert von Twenty541052 am 04.02.2006 - 19:14, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 04.02.2006 - 10:26 
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Nachdenklich sah Hitana den verschwindenden Forscherinnen nach. Sie würde ihnen immer für ihre Hilfe aus dieser misslichen Lage heraus dankbar sein und war glücklich so nette Menschen kennen gelernt zu haben. Jede von ihnen hatte bestimmte Fähigkeiten und gemeinsam wäre es ihnen sicher möglich jede Aufgabe zu meistern. Sie erkannte, dass es oft sehr hilfreich sein konnte von einer anderen Forscherin begleitet zu werden. Dennoch musste auch sie sich jetzt wieder alleine auf den Weg zu machen und ihrer Bestimmung nachgehen. Jedenfalls glaubte sie, dass es ihre Bestimmung war.
„Nun, Sharie jetzt sind nur noch wir beide und Voranu übrig. Wohin wirst du jetzt gehen?“
„Ich möchte erst einmal auch in mein Relto zurück und dann einige Freunde besuchen. Nach diesem langen Abenteuer werde ich mich mal einige Zeit ausruhen. Was wirst du jetzt tun?“
„Ich werde nach D’ni zurückkehren und ihre Geschichte weiter studieren. Vielleicht werden wir uns eines Tages dort wiedersehen, wenn unsere Wege sich wieder kreuzen. Vielen Dank für deine Hilfe und grüß die anderen von mir, wenn du sie siehst. Und denk daran, auch ich werde dir zu Hilfe kommen wenn du sie brauchst!“
„Vielen Dank, Hitana. Und viel Glück auf deinem Weg!“

Hitana wandte sich noch einmal an Voranu.
„Gehe ich den richtigen Weg?“ „Das kann und darf ich dir nicht sagen. Du wirst selbst eines Tages spüren, ob du den richtigen Weg gewählt hast. Und vielleicht führt dich der Weg, den du jetzt wählst zu einer weiteren Kreuzzug wie dieser hier, die du nicht erreicht hättest wenn du nicht diesen Weg gegangen wärst.“
„Ich verstehe. Nun, ich wünsche dir und deinem Volk eine bessere Zukunft und hoffe, dass ihr eines Tages ein schöneres Leben führst!“

Sie umarmte Sharie noch schnell, öffnete dann das Buch an ihrem Gürtel, sah wie die Welt vor ihr verschwamm und Voranu mit seinem weisen Gesicht und die freundliche Sharie langsam verblassten. Dann war für einen kurzen Moment nur Dunkelheit und dann stand sie an dem Eingang nach D’ni.
Da sie den Weg kannte, kam sie schnell in der Stadt an und ruhte sich erst einmal in dem alten Haus ihres Vaters aus. Am nächsten Tag ging sie sogleich zu der großen Bibliothek und begann mit ihren Forschungen...

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Zuletzt geändert von Hitana am 12.03.2006 - 10:22, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 05.02.2006 - 11:18 
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Sharie kam es wie ein Alptraum vor . Einer nach dem anderen verabschiedete sich von ihr und nur noch Varanu stand mit ihr dort .
Man merkte das er Sharie nicht alleine lassen wollte aber genau so gut wusste er das Sharie nicht gehen würde so lange er noch in Sichtweite war .

Schon während der ganzen Verabschiedung stand sie Starr da und ihre Bewegungen waren mehr motorisch als bewusst.
Sie hatte diesen Tag so herbei gesehnt aber jetzt wo er da war , schien es der schlimmste in ihrem Leben zu werden .

Sharie , ich muss !! So viele Aufgaben liegen vor mir und meinem Volk !!

Ich weiß stammelte Sharie ,mit der letzten Luft die sich noch in ihr zu befinden schien .
Ich hoffe eurer Aufbau geht schnell voran und es wird so werden wie ihr es verdient habt.

Ein Kurzer Druck, ein letztes Lächeln und dann stand Sharie alleine da !!

Varanu hatte es schmerzlos gemacht da er zu ahnen schien wie es in ihr aussah .

Sharie viel auf die Knie , und ein Fluss der Tränen floss über ihr Gesicht . All die Emotionen die sich in ihr angestaut hatten schienen sich nun zu entfalten .

Thora, die immer zur Stelle war wenn Sharie sie brauchte . Die Jägerin die nie vor etwas Angst zu haben schien . FORT !!

Cathy , der sie sofort gefolgt waren als sie wussten das etwas nicht stimmte . Und die diese Reise hatte beginnen lassen . FORT !!

Hitana , deren Hilferuf sie gefolgt waren , obwohl sie, Sie nicht kannten . FORT !! Fort um noch mehr zu lernen von der Kunst der D´ni .

Andromeda , die eigentlich immer noch Unbekannte von einer anderen Welt , die dem Hilferuf ebenfalls unerschrocken gefolgt war . Und die eine Ware Hilfe gewesen ist . Fort !!

Sharie wusste nicht wie lange sie dort saß aber es musste lange gewesen sein !!
Diese ganze Geschichte schien an ihr vorbei zu rasen , all die Abenteuer die sie erlebt hatten , die Welten mit ihren verschiedenen Gegebenheiten, alles was die letzten Wochen wie Tage hatten vorkommen lassen .

Ihre Knie schmerzten als sie in der Dunkelheit aufstand ,und mit dem Aufstehen schien alles von ihr zu fallen . All der Schmerz über den Verlust den sie gerade ertragen hatte war von ihr gewichen .

Nun hatte sie Zeit, Zeit um sich ihrem Relto weiter zu widmen . Zeit um Freunde zu besuchen und ihnen von diesem Abenteuer zu berichten . Zeit um neue Kräfte zu sammeln. Kräfte die sie bestimmt brauchen würde !!
Den so schmerzvoll der Abschied auch war sie wusste er war nicht für immer . Irgendwann würde sie sie wieder sehen .

Sie nahm ihr Relto Buch , sah sich noch einmal um , und legte dann die Hand auf ihre Heimat!!
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Ende des ersten Kapittels , auch wenn

Das Ende noch lange nicht geschrieben wurde !!

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Die Geschichte geht weiter denn das letzte Wort wurde noch nicht geschrieben Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
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