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 Betreff des Beitrags: Zusammenfassung
BeitragVerfasst: 23.12.2005 - 12:30 
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King - Queen
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Registriert: 29.04.2005 - 12:10
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Die nächsten Reisen möchte ich hier zusammenfassen, weil sich extra Beiträge nicht lohnen würden.

Wir gingen nach der Reihenfolge des Bücherregals vor und besuchten als nächstes Jaseri. Es war erfreulich zu sehen, wie sehr sich die Dinge seit dem Verschwinden Vannays geändert hatten. Ich erzählte Nehemiah was ich hier erlebt hatte und stellte ihn den anderen vor. Es gab auch viele Neuigkeiten, die sich aber alle auf die üblichen Nachrichten von Todesfällen, Geburten und Hochzeiten beschränkten. So hatten Dronath und seine Frau Tara Nachwuchs bekommen und der Leibwächter Groden hatte geheiratet. In dieser Welt gefiel es Nehemiah viel besser, weil sie der seinen sehr glich und die Leute viel zivilisierter waren. Er mochte die großen Zelte mit ihren bunten Mustern und ihre bequeme Einrichtung, sowie die schönen Gärten mit ihren Brunnen.
Manchmal machten wir Ausflüge in die Umgebung und auf ihnen zeigte ich Nehemiah die anderen Oasen und die Küsten, wo der Meerblick ihn noch immer sehr beeindruckte. Auf all diesen Wanderungen erzählte ich ihm alles, was er noch nicht wusste und versuchte auch ihm bestimmte Dinge beizubringen, die auch ich in meiner Ausbildung gelernt hatte. Ich spielte zum Beispiel das „Spiel“ mit ihm, dass auch Atrus und Catherine gespielt hatten. „Was siehst du Nehemiah?“, fragte ich ihn, als wir mitten in der Wüste standen und es nichts anderes als die unendlichen Weiten des Sandes zu sehen gab. „Wie meinst du das? Ich sehe nichts anderes als du.“ „Das glaubst du, aber ich habe gelernt das jeder Mensch die Dinge anders sieht.“ „Hier gibt es nichts anderes als Sand, Hitana.“ „Nein, ich meine nicht nur das was man mit den Augen sieht, sondern auch das was es aussagt. Und wenn du das siehst, dann wird es etwas anderes sein, als das was ich sehe, weil jeder seine eigenen Schlüsse aus dem zieht was er sieht. Bei dieser Art vom Sehen geht es darum hinter die Dinge zu schauen und so herauszusehen was hinter der Welt steckt. So versteht man die Zusammenhänge viel besser und das hilft einem dann beim Schreiben von Welten. Pass auf, ich sage dir jetzt was ich sehe: Ich sehe ein Land, dass grün ist, mit vielen Seen und Tieren, die dort leben und einem Nomadenstamm, der von dieser Welt lebt. Das ist etwas, was ich aus den Erzählungen der Shonan weiß, aber hätte ich mich länger mit der Beschaffenheit dieses Landes befasst, hätte ich auch alleine herausbekommen, dass ein Kometeneinschlag diese Welt verändert hat. Jetzt wollen wir aber tiefer in diese Welt eindringen. Ich sehe, dass der Planet auf dem wir uns befinden, sich so nah an der Sonne befindet, dass sie die Wüstenvegetation begünstigt, aber auch nicht so nah daran, dass es zu heiß für ein angenehmes Leben ist. Ich sehe, dass der Planet in der Nähe eines Kometengürtels ist, von dem aus sich immer wieder Kometen lösen und diesem Planeten gefährlich nahe kommen oder ihn wie einst treffen. Ich sehe, dass dies eine ruhige Welt ist, in der es kaum zu Erdbeben oder Vulkanausbrüchen kommen kann, weil es nur dieses eine Land gibt und Vulkane nur irgendwo in den Weiten des Ozeans ausbrechen. Dieses Land hier enthält mehr als wir sehen, denn unter dem Sand gibt es viele Insekten und Reptilien, Wasserspeicher und sicherlich auch Überreste aus vergangenen Zeiten. Wenn man lange genug gräbt, wird man sicher Fossilien und Knochen von ausgestorbenen Tieren geben. All diese Dinge, welche ich „sehe“ entnehme ich dem, was mir die Welt zeigt und folgere daraus tiefere Schlüsse, die mir einen genauen Aufschluss über die Struktur dieser Welt geben. Am Beispiel von bestehenden Welten habe ich gelernt die Welten in ihrer Gesamtheit zu erkennen und so verstanden, wie man das Grundgerüst einer Welt schreiben muss um bestimmte Dinge zu bewirken. Das ist der Schlüssel zum guten Schreiben.“
Nehemiah sah mich nachdenklich an und sagte: „Ich verstehe. Aber sag mal, willst du mir etwa die Kunst beibringen oder warum erzählst du mir das alles?“ „Nun, ich denke das du es ausprobieren solltest. Aber das was ich dir erzähle soll dir auch einfach nur ein tiefere Verständnis geben für die Welten, die du gesehen hast und sehen wirst.“ Er nickte und schweigend setzten wir unseren Weg fort.
Zwei Wochen später waren wir dann in Anaria, wo inzwischen wieder Ruhe eingekehrt war. Es war auch schon wieder soviel Zeit seit dem letzten Vulkanausbruch vergangen, dass die Landschaft sich wieder zu regenerieren begann. „Dies mag vielleicht eine trostlose Welt sein, aber auch sie birgt viele interessante Dinge. Durch die Vulkanausbrüche bilden sich über Tausende von Jahren Unmengen von außergewöhnlichen oder wunderschönen Edelsteinen und Mineralien. Diese Welt war ein Experiment. Hier geht es um die Stärke von der Energie einer Welt. Jede Welt braucht solch eine Art Energie, denn ohne Energie kann sie sich nicht weiterentwickeln. Leider ist es etwas schwierig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Energie und Ruhe herzustellen.“ „Warum ist der Himmel so düster und das Klima so kühl?“ „In der Luft hängen wahrscheinlich immer noch Überreste der Aschewolke, welche der Vulkan ausgestoßen hat. Die Aschewolke ist so groß und undurchdringlich, dass nur wenig Licht und Wärme durchkommen. Aber nun komm, ich will dir zeigen welche Schätze die Erde bereithält.“ Zwei Wochen lang gruben wir an verschiedenen Stellen nach Steinen und sammelten alle interessanten Objekte ein. Dann jedoch zog ein schwerer Wirbelsturm auf, der uns dazu zwang schnell unsere Sachen zu packen und Anaria zu verlassen. In meinem Relto angekommen, ruhten wir uns etwas aus, sortierten die neuen Funde und packten dann unsere Sachen für die Reise nach Tugola. Ich musste nur kurz einmal noch in die Stadt reisen, um Nehemiah passende Winterkleidung zu besorgen, aber dann brachen wir auf.
Es war anscheinend gerade Frühling in Tugola, denn der Schnee war nicht mehr ganz so hoch; es gab einen lauen Wind; mehr Tiere ließen sich blicken und mehr Grün war zu sehen. Trotz allem blieben wir nicht lange. Ich wollte Nehemiah nur eine völlig andere Welt zeigen, aber die Steinzeitmenschen zeigte ich ihm nur von Weitem. Auch hier fragte ich ihn was er sah und musste feststellen, dass er das Prinzip langsam zu verstehen schien. „Der Planet muss weiter von der Sonne entfernt sein und das Meer ist größtenteils von Kaltströmen durchzogen. Nur in der Umgebung des Dorfes der Steinzeitmenschen gibt es Einflüsse von einem leichten Warmstrom, so dass dort weniger Schnee liegt und mehr Grün wächst, was natürlich viel Wild anlockt. Doch die Kälte und die eingeschränkten Möglichkeiten führen dazu, dass das Steinzeitvolk sich nicht weiter entwickeln kann. Viele Tiere erscheinen mir sehr seltsam; vielleicht hängt ihr Aussehen auch irgendwie mit der Umwelt zusammen.“ „Oh ja, natürlich. Sie brauchen dickes Fell und nur wenige von ihnen können sehr groß werden, weil es hier nicht viel Nahrung gibt. Die Mammuts können hier nur überleben, weil sie sich im Sommer Fettreserven für den Winter anlegen, von denen sie dann leben. Trotz des spärlichen Nahrungsangebotes gibt es hier erstaunlich viele Tiere. Im Sommer müssen sie also genug zu essen bekommen und im Winter können sie alle auf ihre Fettreserven zurückgreifen. Und sogar für die Steinzeitmenschen ist genug da. Aber die Tatsache, dass sie überhaupt hier sind verwundert mich am Meisten. Ich habe gelernt, dass Menschen aus wärmeren Gegenden kamen und von dort weggezogen sind, als der Platz für die vielen Stämme zu klein geworden ist und die Rohstoffe knapper wurden. Sie sind nach Norden gezogen und dann ist plötzlich die Eiszeit gekommen und sie mussten sich an härtere Verhältnisse gewöhnen. Eigentlich können diese Menschen nicht von dieser Insel kommen. Aber leider werden wir wahrscheinlich nie herausfinden, wie sie hierher gekommen sind, denn ich habe keine Boote gefunden und fragen kann ich die Menschen auch nicht. Selbst befahren würde ich diese raue See aber nie. Das wäre viel zu gefährlich.“ „Vielleicht war es ja auch hier mal warm und dann kam eine Eiszeit?“ „Ja, stimmt das wird es wohl sein. Dann muss dies allerdings mal ein Paradies gewesen sein, dass sich in eine eisige Hölle verwandelt hat.“ Wir blieben auch hier nicht lange, sondern machten uns bald wieder auf den Rückweg und rüsteten uns für die Reise nach Genovai.
Von dieser Welt war Nehemiah besonders beeindruckt. Sie war ja auch wirklich wunderschön.
Auf unserer Wanderung nach Vokandara erzählte ich Nehemiah welche Abenteuer ich hier erlebt hatte und musste lächeln, als er mich erstaunt und ein wenig erschrocken ansah. „Wirklich Hitana. In dir steckt mehr als man glaubt!“ Mit unseren Rasten in den kleinen Dörfern, wo mich die Menschen sofort wiedererkannten und freudig als die Retterin ihrer Welt feierten, dauerte die Reise in die Hauptstadt fast fünf Wochen, aber es waren wirklich schöne Wochen, in denen wir die Schönheit von Genovai genossen und über die verschiedensten Dinge redeten. Am Besten war aber die Ankunft in Vokandara, einer Stadt, die viele Jahre nachdem ich hier gewesen war völlig anders aussah. Die dicken Mauern waren abgerissen worden, der Grendantempel war abgerissen und durch ein wunderschönes Versammlungshaus ersetzt worden, die Straßen waren sauber, die Häuser renoviert, die Mauern um das Schloss waren abgerissen und das Schloss für jeden zugänglich geworden. Wir trafen auf fröhliche Menschen, die sich auf dem Markt tummelten und besuchten den Stadtrat, wo wir einem älter gewordenen Naylor begegneten und die restliche Zeit in seinem stattlichen Haus verbrachten, wo wir auf seine größer gewordenen Kinder trafen. Nehemiah gefiel alles sehr gut, obwohl die Menschen lang nicht so zivilisiert waren, wie sein Volk. Er hatte sich inzwischen an vieles gewöhnt und war ein sehr freundlicher und aufgeschlossener Mensch Fremden gegenüber geworden. Die Zeit in Genovai war beinahe eine Art Urlaub, denn wir gingen fast jeden Tag spazieren oder Reiten. Ich erzählte ihm nach welchen Regeln ich Genovai aufgebaut hatte und freute mich über seine schnelle Auffassungsgabe. Oft forderte ich ihn jetzt auf, eine Welt zu beschreiben, die er gerne schreiben würde und mir zu erklären, wie er sie aufbauen wollte. Ich ließ mir seine Ideen durch den Kopf gehen und sagte ihm, wo er noch etwas verbessern müsse, aber größtenteils hatte er gute Ansätze, die alle den Lehren entsprachen, die ich ihm erklärt hatte. Das machte mich sehr zufrieden und ich wusste jetzt, wie glücklich Athelstan sein musste, wenn er sah welche guten Fortschritte die Schüler der Schreibergilde in D’ni machten. Nach acht Wochen war es dann langsam Zeit wieder zurückzukehren und nach einer kurzen Rast die nächste Welt aufzusuchen.
Die Aufenthalte in Jenani und Ra’shae dauerten nicht lange und brachten auch nicht viele neuen Erkenntnisse mit sich. In Jenani wurde Nehemiah kurzzeitig krank, weil er das feuchte Tropenklima nicht vertragen konnte.
Die Wilden behandelten auch ihn wie einen Gott und dank ihnen konnte er schnell wieder genesen, aber auch ihn störte die Aufdringlichkeit dieser Menschen und deswegen reisten wir bald nach seiner Genesung weiter nach Ra’shae, wo ich ihm den Tempel der Nandini und die geheimnisvollen Höhlen zeigte und ihm erzählte, was aus diesem fortschrittlichen Volk geworden war. Darüber war er sehr traurig, denn sie hatten fast genau dasselbe Wissen wie sein Volk gehabt. Zum Abschluss hatte ich mir die größte und beste Reise für ihn aufgehoben: Die Reise nach D’ni.
Es war wie immer wieder ein erhabener Moment als wir an dem großen See standen und nach Ae’Gura herübersahen, wobei die Höhle von den leuchtenden Algen erhellt wurde. Mit einem Boot ruderten wir herüber und ich führte Nehemiah durch die Unter- und die Oberstadt, durch die Viertel der verschiedenen Gilden, machte einen kurzen Abstecher nach K’veer und zeigte ihm zum Abschluss mein Haus im Schreiberviertel und das Gildenhaus, wo ich ihn Meister Athelstan vorstellte und diesem von Meygana erzählte. Er schien nicht ungehalten über Nehemiahs Erscheinen zu sein, aber wohl weißlich erzählte ich ihm nicht, dass ich Nehemiah die Kunst beibringen wollte. Meister Athelstan war in solchen Dingen noch immer sehr streng.
Wir besuchten die verschiedenen Welten, die man von der öffentlichen Bibliothek aus erreichen konnte und trafen alte Freunde. Doch nach einiger Zeit befiel mich das Verlangen eine neue Welt zu schreiben. „Nehemiah, ich muss wieder eine neue Welt schreiben. Ich kann nicht so lange Zeit in Muße verbringen. Pass auf, du kannst noch eine Weile in D’ni bleiben, wenn du willst. Ich überlasse dir eines meiner Bücher zurück in mein Relto. Von dort aus kannst du gerne alle Welten besuchen, die ich dir schon gezeigt habe. Du kannst überall hinreisen wo du willst. In dieser Zeit kann ich dir die Kunst leider nicht weiter beibringen, aber ich denke du wirst genug Beschäftigung haben. Viel Spaß bei deinen Reisen und ich hoffe du lernst viel!“

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Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possiet

Hitana Mikoyan (SL) , Hitana Jadurian (GW)


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