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BeitragVerfasst: 25.11.2006 - 11:23 
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Einige Monate später…

Atiana war mit Tyrrus nach D’ni zurückgekehrt und hatte schon einen Tag später mit dem schreiben des Weltenbuches angefangen. Jetzt war sie fertig. Es hatte ihre ganze Geduld und Aufmerksamkeit gefordert und daher war sie auch dementsprechend erschöpft. Sie hatte in diesen Monaten kaum ihre Freunde gesehen und sich zu Hause sehr still verhalten.

Tyrrus schien im Moment sehr mit ihr zufrieden zu sein, doch nun stand die wichtigste Prüfung bevor. Tyrrus Freund von den Bewahrern Demnar würde das Zeitalter aufsuchen und kurz alle notwendigen Messungen machen, so wie es beim prüfen einer Welt üblich war. Wenn alles in Ordnung war, würden sie im kleinen Kreis Atianas Korfah V’ja feiern, was an sich nur eine Formalität war, doch Atiana hatte darauf bestanden.

Es war für sie so ein erhebender Moment, dass sie am ganzen Körper zitterte, als Demnar sich in seinem Bewahreranzug verband und zwei Sekunden später wieder erschien. Er strahlte Atiana an und sagte: Diese Welt ist wundervoll! Die Messungen besagen, dass alles gut ist. Die Luft ist giftfrei, das Wasser trinkbar, die Temperatur angenehm.

Auch Atiana strahlte und dann hielten sie die kleine Zeremonie ab. Abschluss dieser Zeremonie war der erste Besuch von Andara. Sie verbanden sich alle hintereinander, Demnar als Letzter und machten dann einen ersten kleinen Rundgang über die Insel, auf der sie gelandet waren.
Sie hatte einen schönen Strand aus weißem Sand, Palmen und allgemein eher tropischen Bewuchs. In der Ferne sah man die Silhouetten von anderen Inseln. Ob sie bewohnt waren oder nicht, mussten sie noch herausfinden. Aber eines war jetzt schon sicher: Alle waren von dem Ergebnis begeistert!

Sie blieben noch einige Stunden, in denen Atiana das Verbindungsbuch schrieb. Dann kehrten sie nach D’ni zurück und Atiana ging nach Hause. Das Buch hatte sie natürlich bei Tyrrus gelassen. Auch nachdem das Buch Andara fertig war, würden sie sich ständig sehen, da Tyrrus ihr einziger Unterstützer war.

Nun musste sie ihren Eltern wieder vorlügen, dass sie länger in die Welt ihres „Freundes“ gehen würde und würde dann so schnell wie möglich wieder nach Andara zurückkehren, um ihre Forschungen dort aufzunehmen!

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BeitragVerfasst: 02.12.2006 - 09:29 
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Einige Tage später...

Atiana stand wieder auf dem weißen Sand Andaras. Um sie herum war viel los. Tyrrus und sie hatten einige freie Arbeiter aus D'ni angeheuert, ihnen beim Bau einer kleinen Wohnhütte für Atiana zu helfen. Diesen Leuten hatten sie natürlich nicht erzählt, dass Atiana diese Welt geschrieben hatte. Trotz des relativ hohen Schmiergelds hatten sie es nicht gewagt, ihnen mehr anzuvertrauen als nötig war.

Atiana betrachtete zufrieden, wie die Hütte langsam nach oben wuchs. Die Arbeiter waren ziemlich schnell, so das die Hütte sicher bald fertig werden dürfte. Sie blickte auf das Meer und fragte sich wieder, ob es auf den anderen Inseln menschliches Leben geben mochte. Neugierige und aufmerksame Leute hätten wahrscheinlich schon längst bemerkt, dass auf dieser Insel etwas vorging.

Vielleicht hätten sie ja aber auch nur Angst. Atiana konnte es ihnen nicht verdenken. Ein solcher Einschnitt in ihr Leben würde eine gravierende Änderung bedeuten, bei der sie nicht wüssten wie sie darauf reagieren sollten. Immer vorrausgesetzt es gab menschliches Leben hier!

Auf ihrer Insel gab es nicht viel interessantes zu sehen. In den Tiefen eines Palmenwaldes gab es einen kleinen Teich mit Trinkwasser. Die Pflanzen waren allesamt ungewöhnlich aber wunderschön. Hinter der Stelle, an der ihre Hütte entstand befand sich ein Felsstrand, der das Haus bei stärkerem Wellengang schützen könnte.

Es gab farbenfrohe Vögel im Palmenwald, kleine Krebse am Strand, jede Menge unterschiedlicher Insekten und kleine, wuschelige Tiere, die wie eine Mischung aus Mäusen und Kaninchen aussahen. Das Meer bot einen Überfluss an Nahrung. Fische waren leicht zu fangen und die Muscheln schmeckten ausgezeichnet.

Atiana war fast ausschließlich damit beschäftigt, die Arbeiter anzuweisen, mit Tyrrus zu reden und zu zeichnen. Ihr Journal war voll mit Zeichnungen, da sie die Szenerie unbedingt einfangen wollte. Sie schrieb außerdem die Geschenisse eines jeden Tages auf. Abends wurde die Arbeit beendet und alle kehrten nach D'ni zurück um zu schlafen.

Nach einer Woche war die Hütte dann endlich fertig und Atiana zog ein, nachdem sie es sich noch hübsch gemacht hatte. Tyrrus ließ sie alleine auf Andara zurück. Zum ersten Mal in ihrem Leben war Atiana allein und mit leichtem Erstaunen stellte sie fest, dass sie sich nach einem Mann in ihrem Alter sehnte, der sie verstand...

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BeitragVerfasst: 10.12.2006 - 10:22 
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Die Bauarbeiter hatten neben der Hütte auch ein kleines Boot gebaut, dass genug Platz für eine Person und etwas Gepäck bot. Es wurde mit einem Elektromotor betrieben, da es für Atiana viel zu anstrengend gewesen wäre, die weiten Strecken zu rudern. Nachdem sie sich einige Tage auf der Insel eingelebt hatte, die sie insgeheim auch Andara nannte, beschloss sie sich auf die Suche nach Menschen zu machen.

Sie packte frühmorgens die wichtigsten Dinge in eine Tasche und legte dann ab. Die Insel entfernte sich schnell und bald war sie auf der hohen See. Hier wehte stets ein leichter Wind und es roch nach Salz und Wasser. Der Himmel war klar bis auf einige kleine Wolken und es war wie immer angenehm warm. Mithilfe ihres Fernglases konnte sie bereits jetzt die Inseln sehen. Mit bloßem Auge waren sie noch immer Schemen, die aber langsam Gestalt annahmen.

Durch ihr Fernglas sah sie, dass diese Inseln ihrer ähnlich waren. Eine größere Insel hatte sogar einen Vulkan, von dem dünner Rauch aufstieg. Sie hoffte, dass er keine größere Gefahr darstellte, da sie sehr gut wusste, wie verheerend Vulkanausbrüche teilweise sein konnten. Von Menschen war aber immer noch nichts zu sehen. Wenn es welche gab, lebten sie wahrscheinlich in den tiefen Palmenwäldern.

Es dauerte dennoch mehrere Stunden bis sie die erste Insel erreicht hatte. Sie war nicht besonders groß und es dauerte daher nicht lange, bis sie herausgefunden hatte, dass auf dieser Insel keine Menschen gab oder gegeben hatte. Sie beschloss sich etwas auszuruhen bevor sie weiterfuhr, aber es sollte nicht lange sein, da sie wenn möglich noch heute herausfinden wollte ob es in diesem Zeitalter Menschen gab.

Nachdem die sich wieder auf den Weg gemacht hatte und weitere kleine Inseln erfolglos abgesucht hatte, landete sie abends auf einer größeren Insel, für deren Durchsuchung etwas länger brauchen würde. Obwohl es langsam dunkel wurde und sie todmüde war, machte sie sich auf den Weg und begann sich einen Weg durch das Dickicht zu bahnen.

Im Wald war ziemlich dunkel, so dass sie eine Laterne herausholen und eine Feuermurmel hereinpacken musste, um etwas zu sehen. Seltsame Geräusche umgaben sie und sie sah immer wieder kleine Augen aufleuchten oder dunkle Schemen verschwinden. Sie bekam immer mehr das Gefühl beobachtet zu werden, doch ob es Menschen oder Tiere waren konnte sie nicht sagen.

Dann trat plötzlich ein menschenartiger Schemen aus der Dunkelheit ins Licht. Atiana fuhr erschrocken zusammen und starrte den Mann vor ihr an. Er war groß, schlank und leicht gebräunt. Er trug ein Hemd und Hosen, die bis zu den Knien reichten und seine Füße waren nackt. Er hatte lange, dunkle Haare und dunkelgrüne Augen. Seine Muskeln waren recht gut ausgebildet. Mit seiner rechten Hand hielt er einen Speer.

Atiana atmete tief durch und versuchte einen friedlichen Eindruck zu machen. Auch der Mann schien sich etwas vor ihr zu fürchten, doch er wusste es relativ gut zu verbergen. Er war etwa in ihrem Alter und nachdem sie ihre Angst überwunden hatte, fand sie ihn sogar ziemlich attraktiv. Sie räusperte sich und fragte: „Äh, kannst du mich verstehen?“

Er runzelte die Stirn und wiegte dann den Kopf. „Etwas“, antwortete er schließlich. Sie hörte sofort, dass sein D’ni anders war. Es mochte ein unbekannter Dialekt oder eine etwas andere Sprache sein, aber sie konnte ihn auch einigermaßen verstehen. Sie würde erst bei einem ausführlichen Gespräch herausbekommen können, wo der Unterschied lag.

Er zeigte auf sie und fragte: „Nicht von hier?“ Sie schüttelte den Kopf und fragte langsam und deutlich: „Kannst du mich zu deinem Dorf bringen?“ Er lauschte mit leicht geneigtem Kopf und nickte dann langsam. „Kann bringen, aber muss dann Serman zeigen!“ „Wer oder was ist Serman?“ „Serman, Herr über Dorf. Er entscheiden ob, bleiben!“ „Ah, ich verstehe. Gut, bring mich zu Serman. Wie heißt du eigentlich?“ „Thalan.“ „Freut mich dich kennen zu lernen, Thalan! Ich heiße Atiana.“

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BeitragVerfasst: 17.12.2006 - 10:32 
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Atiana folgte Thalan durch das Dickicht und schaute sich um. Es war inzwischen dunkel, aber Thalan schien keine Orientierungsprobleme zu haben. Atiana hatte ihre Lampe ausgemacht, als sie gemerkt hatte, dass dieser Gegenstand ihn nervös machte. Er schien sich immer noch etwas vor ihr zu fürchten, da er immer wieder einen zweifelnden Blick auf sie warf.

Atiana hätte das Dorf wahrscheinlich nie alleine gefunden. Sie hatte inzwischen völlig die Orientierung verloren und musste Thalan beizeiten danach fragen, ob er ihr sagen konnte wie das Dorf gelegen war, da sie gerne eine Karte der gesamten Insel anfertigen wollte. Sie verstand als Tochter eines Kartografen ja so einiges davon.

Schließlich sah sie Licht durch das Dickicht dringen und kurze Zeit später befanden sie sich offenbar am Rande des Dorfes. Es war spärlich durch Fackeln und Lagerfeuer erhellt, so dass Atiana die einfachen Hütten nur schemenhaft erkennen konnte. Thalan sah sie an und sagte: „Nicht gesehen Fremde nie! Werden Augen groß machen!“

Atiana nickte verstehend. Die Leute würden sie wahrscheinlich ansehen, als ob sie ein Geist oder so etwas war. Sie hoffte das Thalan die Leute davon abhalten würde, an ihr herum zu zupfen. Darauf hatte sie nämlich keine große Lust! Thalan hob seinen Speer leicht an und ging los. Sie folgte ihm und versuchte sich dabei umzusehen. Die Leute, die vor ihren Hütten oder vor den Lagerfeuern saßen, sprangen sofort auf und begannen untereinander zu flüstern. Einige kamen näher, doch Thalan knurrte sie nur an sich zu entfernen. Niemand wagte sich näher an Atiana heran.

Sie atmete tief durch als Thalan auf den Eingang zu einer prächtigen Hütte wies und sagte: „Dort leben Serman. Ich reingehen und sagen das Fremde da!“ Atiana blieb so lange abwartend stehen und ging schließlich hinein, als Thalan wieder herausgekommen war und sagte sie solle gehen.

In der Hütte war es nicht viel heller als draußen und Atiana schauderte leicht als sie die unheimlichen Masken und seltsamen Zeichnungen an den Wänden sah. Der Raum war spärlich mit den wichtigsten Dingen, die ein Mensch brauchte und einigen Kultgegenständen ausgestattet. Am Ende des Raumes saß ein Mann auf einem hohen Stuhl und sah sie staunend an.

Er trug seltsame Gegenstände in den geflochtenen langen Haaren, trug ebenso so seltsam geschmückte Kleidung und hatte Bemalungen im Gesicht und auf den Armen. Sie schätzte ihn auf etwa 40 Jahre, was bei den D’ni noch als jung galt. Dieser Mann war aber bereits jetzt Herr über dieses Dorf, was Atiana zeigte das Alter und Stellung hier ganz anders waren. Atiana hatte ihre Reife gerade erst überschritten.

Vielleicht wurden die Menschen hier weniger alt, vielleicht alterten sie schneller. Der Mann hatte jedenfalls auch schon Alterserscheinungen. Atiana wusste nicht an welche Regeln sie sich hier halten musste und verbeugte sich daher einfach. Dann trat sie vorsichtig und langsam näher an Serman heran und setzte sich schließlich auf den Boden, da sie glaubte ihm zeigen zu müssen, dass sie sich ihm unterstellte.

Serman schien immer noch etwas fassungslos, fasste sich aber schließlich und sagte in relativ akzentfreiem und flüssigen D’ni: „Willkommen, Fremde. Wie dir Thalan bereits gesagt haben wird, bin ich Serman der Herr über dieses Dorf namens Feora. Wir haben hier noch nie Fremde gesehen, vor allem keine die so wie du aussehen! Du kannst dir unsere Überraschung und Unsicherheit also sicher gut vorstellen und wirst verstehen, dass wir dir misstrauen. Du machst bisher zwar einen recht friedlichen Eindruck, dass kann aber auch nur Spiel sein. Ich verfüge daher, dass du unser Dorf vorerst nicht verlassen darfst und dass du für den größten Teil deiner „Prüfzeit“ unter der Aufsicht Thalans stehen wirst. In dieser Prüfzeit werden wir versuchen herauszufinden, ob wir dir vertrauen können. Wenn dem so ist, werden wir dich als neue Freundin unseres Dorfes aufnehmen und du darfst den Rest der Insel, sowie unsere Kultstätten sehen. Ich hoffe du bist damit einverstanden!“

Atiana fand diese Methode zwar etwas extrem, verstand aber auch warum sie verwendet wurde. Sie nickte gehorsam und sagte: „Ich bin einverstanden, Serman!“

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BeitragVerfasst: 26.12.2006 - 10:51 
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Sie verließ Sermans Hütte und sah zu Thalan, der die ganze Zeit auf sie gewartet hatte. Serman musste ihm bereits gesagt haben, was er nun für eine Aufgabe hatte. „Du wirst jetzt also auf mich aufpassen, Thalan“, sagte sie feststellend. Er nickte nur. „Wohne ich auch bei dir?“ Er nickte wieder. „Na gut, dann zeig mir mal deine Hütte“, sagte sie ein bisschen irritiert davon, dass er kein Wort sagte. Er führte sie zu einer mittelgroßen Hütte und deutete hinein.

Atiana trat einfach ein und wurde sofort von sechs erstaunten Augenpaaren angestarrt. Sie roch Essen, Rauch, Gewürze und Blumenduft. Die Hütte wurde durch seltsame „Pilze“ an den Wänden erhellt, die ihr auch schon bei Serman aufgefallen waren. Das mussten bioluminiszente Sporen oder so etwas sein. Die Hütte wirkte eng aber doch gemütlich. Sie war freundlicher und normaler als die von Serman eingerichtet. Ein Herd mit einem Loch darüber, so dass der Rauch abziehen konnte, vier einfache Betten in einer Ecke, vier Stühle und ein Tisch in einer anderen Ecke, ein paar Kisten, die Gebrauchsgegenstände enthalten mochten und ein großer Schrank füllten die Hütte gut aus.

Atiana schaute sich die drei Leute an. Der Mann musste Thalans Vater sein, die Frau seine Mutter und das kleine Mädchen seine Schwester. Die Eltern sahen für Atianas Begriff recht alt aus, obwohl sie vielleicht im selben Alter wie Serman sein mochten. Die Frauen trugen ein sackartiges Gewand, dass Atiana nicht gerade hübsch fand. Dann dachte sie daran, wie sie selbst gekleidet war und verstand warum man sie so anstarrte. Das war aber nicht der einzige Grund. Alle Menschen hier hatten dunklere Haut und Haare als sie. Und dann waren da natürlich auch die seltsamen Gegenstände, die sie bei sich trug.

Sie schaute zu Thalan, der ebenfalls die Hütte betreten hatte und fragte leise: „Warum lebst du nicht alleine?“ „Mann leben bei Familie bis heiraten“, antwortete er. Atiana nickte verstehend. Das hieß er war noch nicht verheiratet. Sie räusperte sich und sagte an die anderen drei gewandt Hallo. Thalan stellte sie einander vor und erklärte seiner Familie in einer Sprachmischung aus D’ni und etwas anderem, dass Atiana bei ihnen leben würde und er auf sie aufpassen müsste.

Thalans Mutter Wimar lächelte Atiana freundlich an und machte sich an die Vorbereitungen für das Abendessen. Thalans Vater Joparn sagte, dass Atiana das Bett von Thalans Schwester Nasri bekommen würde, die nun auf dem Boden schlafen musste. Atiana wollte protestieren, doch Joparn winkte ab und sagte, dass es ja nicht anders ging. Insgeheim war Atiana ganz froh, obwohl sie sich fragte, ob sie hier gut schlafen konnte. Das war alles so anders als in D’ni, wo sie ihr eigenes Zimmer hatte, aber jetzt musste sie sich an ein neues Leben gewöhnen!

Thalan, Nasri und Joparn setzten sich an den Tisch und Atiana folgte ihnen. Wimar servierte ihnen eine gut duftende Suppe in einfachen Holzschalen. Atiana wollte schon nach ihrem Löffel greifen, doch Thalan hielt sie zurück. Erst als Wimar auch am Tisch saß und sie ein Dankgebet gesprochen hatten, durften sie anfangen. Atiana tauchte ihren Löffel in die Suppe und schaute sich an was auf dem Löffel lag. Das war alles unbekannt, obwohl sie vermutete, dass es Gemüse war. Dann war da noch etwas was wie Fleisch aussah. Atiana zögerte. Es duftete gut, aber schmeckte es auch gut?

Thalan sah sie an, lächelte und sagte auffordernd: „Iss! Gut!“ Atiana nickte und führte den Löffel langsam zum Mund. Es war ihr peinlich, dass sie so offen ihr Misstrauen gezeigt hatte und so unhöflich gewesen war. Sie schluckte die Suppe herunter kaute langsam die Gemüsestücke und das Fleisch. Es schmeckte köstlich! Sie lächelte in die Runde, hob die Schale und sagte: „Sehr gut!“ Wimar lächelte ebenfalls und das Eis war gebrochen.

Die Familie tat ihr bestes sich einigermaßen mit Atiana zu unterhalten und Atiana tat ihr bestes um sie zu verstehen. Am meisten redete aber Thalan, der ja auch am besten D’ni sprach. „Ich nicht darf viel sagen über unser Volk, nur das Wichtigste. Ich werde beobachten dich und sehen, was du denken von unseren Bräuchen und wie du dich verhalten. Dann berichten ich Serman und er sagen, ob du kannst bleiben und mehr erfahren. Gibt es etwas du möchtest fragen?“ „Einiges, Thalan, aber du musst mir sofort sagen, ob du etwas darüber sagen darfst! Also gut, erzähl mir einfach alles von eurem Volk, was du mir erzählen darfst."

Und so erzählte Thalan ihr, von der Rollenverteilung zwischen Frau und Mann, dem Stellenwert von Kindern, wann man die Reife erreichte, wann man als alt und weise galt, gab einen ganz kurzen Abriss über die Religion und erzählte was angebaut, gesammelt und gejagt wurde. Dann berichtete er von ein paar Gefahren, die im Palmenwald lauerten und erzählte noch ein bisschen von den Gebräuchen der Feorin, wie das Volk sich nannte.

Nach dem Essen war es zum Beispiel Brauch, dass die Eltern immer eine der alten Geschichten erzählten. Dafür setzten sie sich jetzt vor die Hütte im Kreis hin und Joparn und Wimar begannen gemeinsam eine Geschichte über Sataras Kampf gegen den Termag zu erzählen, wobei sie sich immer wieder abwechselten. Das zog sich noch bis spät in die Nacht hin, doch es war eine sehr spannende Geschichte, die Atiana mit Interesse verfolgte. Als sie dann zu Ende war, schien das ganze Dorf zu Bett zu gehen. Die Pilze in der Hütte wurden durch eine leichte Berührung „ausgeschaltet“ und alle legten sich hin. Atiana schlief trotz des etwas unbequemen Betts sofort ein.

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BeitragVerfasst: 30.12.2006 - 14:22 
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Die nächsten Wochen waren etwas schwierig für Atiana. Sie musste sich ständig eine neue Beschäftigung suchen, um sich hier nicht etwas zu langweilen. Das Dorf war nicht groß und so hatte sie bereits schnell alles hier kennen gelernt. Auch konnte Thalan ihr nicht viel mehr erzählen, als er bereits getan hatte, da sie einiges ja noch nicht wissen durfte.

Atiana lernte alle Bewohner des Dorfes persönlich kennen und beobachtete ihr Verhalten und ihre Art genau. Sie musste sich erst einmal sehr an die Religion dieser Menschen gewöhnen. Doch es war andersherum genauso. Atiana hatte ihrer Gastfamilie nach einigem Zögern von ihrer Heimat D’ni und allem was sie wusste erzählt und versucht alles genau zu erklären, was diese nicht kannten oder verstanden. Das war gar nicht so einfach, weil das alles so alltägliche Dinge für sie waren. Doch dadurch bekam sie auch ein ganz anderes Bild auf ihre Heimat. Thalans Familie war über viele Dinge erstaunt und teilweise sogar erschreckt und sie sagten ihr auch ihre Meinung dazu, doch das änderte ihre Einstellung Atiana gegenüber zum Glück nicht.

Sie brachte Thalan ein besseres D’ni bei und lernte von ihm die wenigen Worte in Feori, die sie lernen musste um alles verstehen zu können. In dieser Zeit lernte sie Thalan sehr gut kennen und war sehr überrascht über das, was sie über ihn herausbekam. Er war ein sehr tiefsinniger Mensch und hatte eine unglaublich gute Art Dinge zu schildern. Wenn er eine der alten Geschichten erzählte, dann schilderte er alles so farbenreich und detailliert, dass Atiana die Geschehnisse mit geschlossenen Augen vor sich sehen konnte. Sie fühlte sich dabei, als ob sie ein Teil der Geschichte war.

Sie hatte ihn einmal gefragt warum er noch nicht verheiratet war und eine interessante Antwort bekommen: „Ich werde spüren, wenn die richtige Frau gekommen ist. Ich habe es aber noch nicht gespürt.“ Atiana wusste in diesem Moment nicht, ob er sie anlog weil er seine wahren Gefühle verbergen wollte, oder ob er zu dieser Zeit noch nicht so für sie empfand, wie sie für ihn. Sie spürte, dass er etwas für sie empfand, konnte es aber nicht an etwas festmachen. Sie selbst war etwas verwirrt über die Gefühle, die er bei ihr auslöste. Da sie vorher noch nie richtig verliebt gewesen war, machte dieses Gefühl sie umso unsicherer.

Thalan war ein attraktiver Mann, im guten Alter und sehr klug. Sie glaubte manchmal in ihm eine Art Seelenverwandten gefunden zu haben. Doch er war auch immer wieder überraschend. Immer wenn sie glaubte seinen Charakter zu kennen, tat er etwas das sie überraschte und zeigte ihr so eine neue Seite an ihm. Da sie sich aber nicht sicher war, ob er genauso für sie empfand machte sie keine Annäherungsversuche. Manchmal verfluchte sie es nicht mit sich und ihren Gefühlen allein sein zu können, da ja immer jemand in ihrer Nähe war. Sie brauchte einen Ort um sich zurückzuziehen und über das nachzudenken, was sie fühlte und was das bedeutete.

Schließlich waren sechs Wochen vergangen und Atiana war im Prinzip schon ein Mitglied der Feorin geworden. Sie hatte in Ermangelung an Beschäftigung bei Wimar kochen gelernt und sich an allen Arbeiten im Dorf beteiligt, die sie machen konnte und durfte. D’ni erschien ihr inzwischen wie eine völlig andere Welt und ihr Blick gegenüber ihrer Heimat hatte sich grundlegend geändert. Sie betrachtete die Welt Andara und das Dorf Feora inzwischen als ihre zweite Heimat. Dennoch war es für sie eine besondere Freude, als Thalan eines Tages zu ihr kam und ihr mitteilte, dass Serman sie nun als Freund des Dorfes aufnehmen würde.

Es sollte eine große Zeremonie geben, auf die Atiana den ganzen Tag vorbereitet werden musste. Sie bekam ein traditionelles Zeremoniengewand, das viel schöner als die normalen Gewänder der Frauen war und wurde auf alle möglichen Weisen geschmückt. Man flocht ihr Haar, bemalte ihr Gesicht und ihre Arme, behängte sie mit Ketten, Amuletten und Ohrringen und gab ihr dann einen kurzen Abriss darüber, wie die Zeremonie ablaufen würde. Dann am späten Abend begann die Zeremonie schließlich mit einer Geisterbeschwörung und der Anflehung der Götter, das neue Mitglied aufzunehmen. Die Zeremonie hatte etwas Geheimnisvolles und seltsames an sich, doch Atiana fühlte sich nicht unwohl. Es gab sehr leckeres Essen und jede Menge starken Alkohol. In einem Feuer wurden Pflanzen verbrannt, die nicht nur einen betörenden Duft verströmten sondern auch eine benebelnde Wirkung hatten.

Dann kam das lang erwartete Zeichen von den Göttern, dass Atiana in den Kreis der Feorin aufgenommen worden war. Es folgte ein exzessives Fest und irgendwann am frühen Morgen des nächsten Tages wurde Atiana zu der großen Kultstätte geführt, die etwa eine Stunde vom Dorf entfernt lag. Dort ließ man zu Fuße des Altars schlafen, da dies so Brauch war. Die anderen gingen ins Dorf zurück und alle schliefen bis zum nächsten Morgen.

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BeitragVerfasst: 04.01.2007 - 10:09 
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Atiana erwachte schließlich davon, dass Trommeln geschlagen wurden. Die anderen waren zurückgekehrt, um das Morgengebet zu sprechen und ihre Opferungen zu machen. Sie strich sich über das Gesicht und stand vorsichtig von dem Altar auf. Jeder Knochen in ihrem Körper schien zu schmerzen und ihr Kopf fühlte sich an, als ob er gleich platzen würde. Thalan ging ihr lächelnd entgegen, begrüßte sie und reichte ihr ein seltsam aussehendes Getränk. „Gegen die Kopfschmerzen!“, sagte er.

Atiana dankte ihm und schluckte es tapfer hinunter. Es schmeckte so scheußlich wie sie geahnt hatte, aber innerhalb einer halben Stunde waren ihre Kopfschmerzen weg. Sie nahm an der morgendlichen Zeremonie teil und freute sich, nun endlich ein vollständiges Mitglied dieses Volkes zu sein. Sie wohnte allerdings weiter bei Thalans Familie, mit der sie sich schon fast verwandt fühlte. Nachdem sie die Riten beendet hatten, kehrten sie ins Dorf zurück und Atiana zog ihre normalen Sachen wieder an. Auch sie trug inzwischen ein typisch feorisches Gewand.

Das erste was sie jetzt aber tun wollte, war sich für einige Zeit zurückzuziehen und über ihre Gefühle nachzudenken. Sie bekam diese ganzen Gedanken nicht mehr aus ihrem Kopf heraus und das quälte sie. Sie nutzte die erstbeste Gelegenheit die sich bot und stahl sich davon. Weit ging sie aber nicht, da sie die Gegend um das Dorf immer noch nicht kannte. Sie streifte durch den Wald und dachte nach. Sie liebte Thalan und es war ihr langsam egal ob er genauso empfand. Sie musste ihm trotzdem endlich sagen was sie für ihn empfand, da sie es einfach nicht mehr aushalten konnte!

Wie sie so in ihre Gedanken versunken war, merkte sie gar nicht wie sie etwas von ihrem eigentlichen Weg abwich und tiefer in den Wald kam. Sie hörte auch nicht mehr die Geräusche um sich herum. Erst ein bedrohliches Knurren ließ sie auffahren. Sie sah sich um und starrte direkt in die orangegelben Augen eines Termag. Sie hatte bereits von diesem furcht erregenden Raubtier gehört und wusste wie gefährlich es sein konnte. Der Termag fixierte sie und kam langsam näher. Atiana stand mit angehaltenem Atem völlig steif da und starrte den Termag an. Sie tat alles was Thalan ihr für einen solchen Fall geraten hatte, doch der Termag schien seine Meinung nicht ändern zu wollen.

Plötzlich hörte sie ein weiteres Rascheln, doch sie sah sich nicht danach um, weil der Termag sie dann vielleicht angreifen würde. Dann hörte sie einen Mann brüllen und sah Thalan aus den Büschen hervorstürmen und seinen Speer nach dem Termag schleudern. Er bohrte sich in die Flanke des Termag, der laut aufbrüllte und davonrannte, wobei er es schaffte den Speer loszuwerden. Nachdem Thalan sich überzeugt hatte, dass er nicht zurückkommen würde und seinen Speer geholt hatte, ging er zu Atiana und sah sie prüfend an. Atiana zitterte am ganzen Leib und atmete schnell. Thalans starke Arme umschlossen sie in einer zarten Umarmung und langsam legte sich ihre Panik. Erst jetzt wurde ihr richtig klar, wie nah sie Thalan gerade war. Tausend Gefühle stürmten auf sie ein und ließen eine andere Art von Panik in ihr aufkommen. Sie löste sich von Thalan und trat unsicher ein paar Schritte zurück.

Er sah sie fragend an, schien aber nicht beleidigt zu sein, dass sie sich ihm entzogen hatte. Sie atmete tief durch, versuchte einen sicheren Eindruck zu machen und sagte: „Danke, Thalan. Ich glaube du hast mir das Leben gerettet. Aber, sag mal warum bist du eigentlich hier?“ „Ich habe mich gefragt wo du bist. Ich muss nämlich mit dir reden.“ „Ach, worüber denn?“, fragte sie so uninteressiert wie möglich. „Über uns.“ „Was soll mit uns sein?“ „Na ja, ich denke wir sind Freunde. Ich glaube aber, dass meine Mutter dich sehr mag und es gerne sehen würde, wenn wir heiraten.“ „Und was denkst du darüber Thalan?“ „Ich…weiß nicht. Ich rede eigentlich nicht so gerne über meine Gefühle.“

Atiana sah ihn erstaunt an. Das hätte sie nicht erwartet. Dann hatte er im Prinzip dasselbe Problem wie sie! Sie räusperte sich und sagte: „Ich lasse dir so viel Zeit wie du brauchst, um darüber nachzudenken. Auch ich muss über einiges nachdenken. Ich werde jetzt gehen und mir einen ruhigen Ort suchen, der nicht gefährlich ist.“ Thalan nickte und Atiana ging. Warum musste die Liebe nur so eine schwere Sache sein?

Sie ging zu einer der kleineren Kultstätten der Feorin und setzte sich auf einen Stein. Sie starrte auf den Boden vor sich und nahm ihre Gedanken von vorher wieder auf. Die ganze Sache wäre vielleicht nicht so schwer für sie, wenn es nicht zwei große Schwierigkeiten gäbe: Zum einen wusste sie nicht, ob sie es verkraften konnte Thalan zu heiraten und ihn irgendwann zu Grabe tragen zu müssen, da er kaum so alt wie sie werden würde, zum anderen wusste sie wie man in D’ni auf diese Sache reagieren würde, falls sie es jemals erzählen müsste.

Sie lauschte in sich herein, um herauszufinden wie stark sie für Thalan empfand. Mit einer erstaunlich festen Sicherheit erkannte sie, dass sie taygahn für Thalan empfand. Sie liebte ihn auf eine verständnisvolle, respektierende, selbstlose Weise, bei der die riesigen Hindernisse keine Rolle mehr spielten. Es wurde Zeit, dass sie ihm dies endlich zeigte und ihn heiratete, wenn er sie denn auch so liebte!

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BeitragVerfasst: 13.01.2007 - 14:17 
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Eine Woche später fragte Atiana Thalan, ob er sie auf eine kleine Reise über die restliche Insel begleiten könnte. Er sagte zu und sie packten alles zusammen, was sie brauchten und machten sich auf den Weg. Die Insel war tatsächlich ziemlich groß und es dauerte eine Woche sie vollständig zu erkunden. Es gab unglaubliche viele unglaubliche, schöne und faszinierende Dinge zu sehen und sie redeten sehr viel miteinander. Atiana erfuhr noch mehr über die Feorin, die Insel und Thalan. Sie spürte die Spannung zwischen ihnen, die sie aber beide deutlich zu verbergen versuchten.

Sie war an den meisten Abenden damit beschäftigt ihre Karte zu vervollständigen oder Zeichnung und Erlebnisse in ihrem Journal und legte sich danach meist sofort schlafen, so dass es zu keinen intimen Momenten kam, obwohl sie beide sowieso zu schüchtern dafür gewesen wären.
Zum Abschluss ihrer Reise wollten sie noch ein Picknick auf einer Lichtung machen. Wimar hatte ihnen Proviant für mehrere Wochen mitgegeben, so dass sie jetzt sehr köstlich und umfangreich speisen konnten. Dabei unterhielten sie sich wie immer über irgendetwas. Irgendwann beschloss Atiana Thalan etwas aus der Reserve zu locken.

„Und bist du mit deinen Überlegungen zu einem Ergebnis gekommen?“, fragte Atiana ihn. Thalan senkte betreten den Kopf und sagte: „Nein, nicht wirklich…“ Atiana sah ihn enttäuscht an und wurde fast ein wenig wütend. Dann musste sie eben die Initiative ergreifen! Sie drehte sich um und wollte gerade aufstehen, doch Thalan hielt sie zurück und riss sie zu sich herum. Dann umarmte er sie stürmisch und diesmal zögerte Atiana nicht, sondern küsste ihn einfach. Nach anfänglichem Zögern und dem leichten Schock, den sie bei ihm ausgelöst hatte, erwiderte er den Kuss. Atiana spürte die Gefühle noch intensiver, doch jetzt genoss sie es. Sie staunte selbst über ihre plötzliche Leidenschaftlichkeit.

Nach einer Weile, die ihnen wie eine Ewigkeit erschienen war, lösten sie sich wieder voneinander und sahen sich mit leuchtenden Augen an. Atiana lächelte und sagte: „Ich musste das einfach tun, denn du hast dich ja total zurückgehalten!“ Er grinste und sagte: „Tut mir leid. Ich war einfach so unsicher. Eigentlich dachte ich ja, ich wäre sicher, weil ich es von Anfang an gespürt habe, aber…. Nun ja, wie auch immer! Willst du meine Frau werden?“

Atiana lachte hell auf, viel ihm um den Hals und rief „Ja!“ Nachdem sie ihre Sachen gepackt hatten, machten sie sich auf den Weg zurück ins Dorf, wobei sie sich die ganze Zeit an den Händen hielten. Als sie nach Hause kamen, erklärte Thalan seinen Eltern dass er und Atiana heiraten würden und ließ sich ihren Segen geben. Wimar war wie erwartet völlig aus dem Häuschen und auch Joparn und Nasri freuten sich. Die Verlobungsfeier fand in ihrem kleinen Familienkreis statt, nur Serman und der Priester wurden noch schnell geholt, um die kommende Ehe ebenfalls abzusegnen.

Am selben Abend wurden die Heiratsbänder gestickt. Wie bei den D’ni bekam man ein Armband, dass sich allerdings in seiner Breite und seinem Aussehen unterschied. In das etwa fünf Zentimeter breite Armband wurden Formen mit unterschiedlichen Bedeutungen gestickt, bei denen es sich vor allem um Segnungszeichen für eine lange Ehe, Gesundheit, viele Kinder und so weiter handelte. Es war dem Paar freigestellt sich noch gegenseitig zu beschenken und so schnitzte Thalan zwei Ringe aus Holz, in die er das Wort „Liebe“ in Feori in Atianas Ring ritzte und in D’ni in seinen Ring.

Dann begannen die Vorbereitungen. Alle Feorin, die dazu in der Lage waren halfen bei dem Bau einer neuen Hütte für Atiana und Thalan. Atiana wurde von Wimar in die Hochzeitsriten eingeführt und hatte auch sonst viel um die Ohren. Sie freute sich aber trotz des ganzen Stresses sehr auf die Hochzeit. Eigentlich hatte sie sich schon immer eine traditionelle D’ni-Hochzeit gewünscht, aber jetzt war das nicht mehr so wichtig für sie. In ihrem Herzen war sie Yahvo noch immer treu und außerdem wusste sie ja, dass sie taygahn für Thalan empfand.

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BeitragVerfasst: 20.01.2007 - 14:48 
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Die gesamte Hochzeit würde vier Tage dauern. Die ersten beiden Tage bestanden aus den Hochzeitszeremonien, die anderen beiden Tage aus dem danach folgenden Fest. Dann durfte das frisch getraute Paar zwei weitere Tage lang nicht das Haus verlassen.
Die Hütte war schnell aufgebaut und dann konnten die letzten Vorbereitungen für die Hochzeit beginnen. Am ersten Tag mussten die beiden in traditionellen Gewändern und Schmuck zu der Hauptkultstätte gehen, um sich den Segen der Götter zu holen.

Da gab es natürlich viele Sachen, um die die Götter gebeten werden mussten und die dazu passenden Zeremonien. So zog sich diese Sache den ganzen Tag hin, ehe sie für alle wichtigen Belange einer guten Ehe den Segen bekommen hatten. Dann gingen sie alle erschöpft schlafen, wobei Atiana und Thalan immer noch bei Thalans Eltern übernachten mussten, da sie erst nach der Hochzeit in ihre Hütte ziehen durften.

Am nächsten Tag bekamen sie dann die prachtvollsten Gewänder, die Atiana bei den Feorin je gesehen hatte. Sie trugen beide Gewänder in dunkelgrün und hellblau. Das hellblau stand bei den Feorin für Unschuld, das dunkelgrün für Weisheit und Zusammenhalt. Sie waren über und über mit Schmuck behängt und trugen fünf Ketten mit verschiedenen Amuletten. Die Haare der beiden wurden geflochten und sie wurden bemalt und mit wohl duftenden Essenzen eingerieben. Auf der schönsten Lichtung dieser Insel war alles festlich geschmückt worden und alle Dorfbewohner hatten sich dort versammelt.

Es war ein kleiner Altar gebaut worden, hinter dem Serman und der Priester standen. Seitlich davon standen Wimar und Joparn an je einer Ecke des Altars und Nasri stand in der Mitte und hielt ein kleines Kästchen mit den Bändern und Ringen darin in der Hand. Atiana und Thalan gingen gemeinsam durch die Gasse, die die Leute gebildet hatten, nach vorne. Atiana war von einer Freude erfüllt, die alles überstieg was sie je gefühlt hatte.
Schließlich waren sie vorne angekommen und die Zeremonie begann. Sie bestand aus ihren gegenseitigen Versprechen, dem Anlegen der Bänder und Ringe und dem Kuss. Danach kehrten sie alle ins Dorf zurück, wo bereits alles für eine riesige, ausschweifende Feier vorbereitet worden war.

Am Morgen des fünften Tages wurden Atiana und Thalan unter Segenswünschen und Witzen verabschiedet und in ihrer Hütte eingesperrt. Sie wussten natürlich was von ihnen erwartet wurde, ließen sich davon aber nicht unter Druck setzen, sondern gingen alles langsam und zärtlich an.
Als sie wieder heraus durften, begann ihr Alltag als Paar in Feora. Nach vier Monaten, die sie insgesamt schon auf Andara war, stellte Atiana fest, dass sie wieder nach D’ni musste, weil sie ihren Eltern gesagt hatte, dass sie etwa vier Monate lang weg sein würde.

Thalan war darüber nicht besonders erfreut. „Warum musst du überhaupt zurückkehren? Sie können doch nicht herausbekommen, wo du wirklich bist oder?“ „Nein können sie nicht, aber ich will trotzdem zurück. Du musst das verstehen, Thalan. Das ist noch immer meine Heimat! Ich will auch nur noch dieses eine Mal dorthin gehen, um mich bei meinem Lehrer zu verabschieden! Du weißt was ich ihm zu verdanken habe!“ „Hmm, na gut das kann ich verstehen! Aber bleib nicht zu lange fort, sonst werde ich dich entsetzlich vermissen!“ Sie lachte und gab ihm zum Trost einen Kuss, ehe sie sich daran machte zu packen.

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BeitragVerfasst: 26.01.2007 - 17:29 
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Sie machte sich sofort auf als sie damit fertig war noch schnell ein Verbindungsbuch zur großen Insel zu schreiben und blieb in D’ni erstmal bei Tyrrus, um ihm alles zu erzählen. Er freute sich sehr sie so glücklich zu sehen. Dann ging sie zu ihren Eltern, obwohl sie eigentlich sofort nach Andara hätte zurückkehren können. Sie wusste auch nicht genau was sie dorthin zog, aber vielleicht wollte sie einfach noch einmal alles sehen, ehe sie ihre Heimat für immer verließ. Denn das sie für immer auf Andara leben wollte, war für sie absolut sicher!

Sie wunderte sich etwas als sie an der Tür Gespräche hörte. Wer konnte um diese Zeit noch bei ihren Eltern sein? Sie trat ein und blickte in die erstaunten Gesichter ihrer Eltern und dem widerlich grinsenden Gesicht des Mannes, den sie damals bestochen hatte, damit er ihr half. Sie bekam ein ganz schlechtes Gefühl. Warum war dieser Kerl hier?! Chanya lächelte Atiana an und sagte: „Da bist du ja endlich, Kind! Wir hatten uns schon gewundert, als Shamon uns erzählt hat du würdest noch in seinem Familienzeitalter bleiben, obwohl er wegen Geschäften nach D’ni zurück musste! Und wir waren auch ganz schön verwundert, als er uns erzählt hat, ihr hättet euch verlobt! Konntet ihr denn nicht warten, ehe wir das ganze absegnen?!“

„Verlobt?! Ich kenne diesen Mann kaum! Er will mich doch nur erpressen!“, rief sie wütend. Chanya runzelte die Stirn und fragte: „Aber du warst doch fast ein halbes Jahr mit ihm weg! Und warum sollte er dich erpressen wollen?“ Atiana biss sich auf die Zunge, doch jetzt war es zu spät. Sie atmete tief ein. Sie würde ihren Eltern jetzt die ganze Wahrheit sagen! Sie war sich der Konsequenzen dessen durchaus bewusst, doch sie wollte endlich beweisen, dass auch Frauen gute Schreiber waren und natürlich auch verhindern, dass dieser schleimige Shamon sie erpresste.

„Ich war nicht im Zeitalter von Shamons Familie, sondern auf Andara, einem Zeitalter das ich geschrieben habe und wo ich meinen jetzigen Mann Thalan getroffen habe.“ Sie krempelte den Ärmel ihres Gewandes hoch und zeigte ihren Eltern das Armband und den Ring. Chanya und Deliron starrten sie nur fassungslos an, Shamon grinste immer noch. Dann erhob sich Deliron mit hochrotem Kopf und ging auf Atiana zu. „Du hast einen Verrat am Volke begangen, als du dich gegen unsere Regeln gestellt hast. Die Konsequenzen werden sehr hart sein! Ich werde jetzt zu den Bewahrern gehen und ihnen von deinem Geständnis berichten. Du wirst vor den hohen Rat kommen und ich schwöre dir, dass du dir wünschen wirst ich hätte dich zur Strafe mit diesem Kerl verheiratet!“

Er schlug die Haustür hinter sich zu und stürmte davon. Chanya verlangte von Shamon zu gehen. Er erhob sich langsam, ging zur Tür und grinste Atiana böse an. Atiana starrte ihn wütend an und gab ihm eine Ohrfeige. Er sah sie etwas verwundert an und ging dann endlich. Atiana sank zu Boden und setzte sich einfach dort hin. Sie legte die Hände übers Gesicht und atmete tief ein. Sie tat dies nicht, weil ihr nach weinen zumute war, sondern um sich mental auf das vorzubereiten was nun kommen würde…

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BeitragVerfasst: 02.02.2007 - 15:34 
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Etwa eine Stunde später erschien Deliron in Begleitung von vier Männern der Bewahrer. Atiana blieb die ganze Zeit über sehr ruhig und sah nicht zurück, als die Bewahrer sie abführten. Sie gingen hinunter zur Fähre, um von dort aus ein Boot nach Irrat zu nehmen, einem Teil von D’ni, der ein Untersuchungsgefängnis hatte.

Bei der Fähre wartete bereits jemand, der sie dorthin bringen würde. Sie stiegen vorsichtig nacheinander ins Boot und legten dann ab. Atiana blieb in sich versunken, aber ihre Gedanken rasten und innerlich war sie überhaupt nicht ruhig. Das Boot entfernte sich langsam von der Stadt und es war nichts anderes als das Klatschen des Wassers gegen das Boot zu hören. Die Bewahrer unterhielten sich nicht.

Atianas Blick schweifte über den riesigen See, die Stadt, die Nachbarschaften und Ae’Gura. Es war Nacht, denn die Algen im See glühten nicht. Die Laterne am Boot war der einzige Lichtpunkt auf dem See, aber in der Stadt leuchteten die Lichter sehr stark und erhellten die große Haupthöhle ein wenig. Es würde mehrere Stunden dauern bis sie die Nebenhöhle Irrat erreicht hatten, aber Atiana schauderte es jetzt schon, wenn sie an das Gefängnis dort dachte.

Sie hatte bereits einiges über das Gefängnis auf Irrat gehört und wusste, dass es ihr dort nicht gut ergehen würde. Sie fragte sich warum die Bewahrer sie nicht mit einem Verbindungsbuch nach Irrat gebracht hatten. „Vielleicht wollen sich mich etwas quälen?“, dachte sie resigniert. Ein Verbindungsbuch innerhalb desselben Zeitalters zu benutzen war eigentlich nicht erlaubt, aber es gab bestimmte Ausnahmen. Schließlich konnten sie nicht jedes Mal, wenn sie zum Ratsgebäude auf Ae’Gura wollten, stundenlang über den See rudern!

Dann waren sie auf Irrat angekommen, dass Atiana äußerst düster erschien. Sie brachten sie ins Gefängnis und ließen sie dann allein. Atiana hätte ohnehin keine Chance gehabt auszubrechen. Alles in diesem Gefängnis war durch massives Nara gesichert und draußen stand auch ständig eine Wache. Atiana hatte auch gar nicht den Willen zu fliehen, weil sie trotz aller Furcht vor dem Rat versuchen wollte zu beweisen, dass auch Frauen schreiben konnten!

Am nächsten Tag bereits kamen die vier Bewahrer wieder zu ihr und zwangen sie dazu, sich über ein Verbindungsbuch zum Ratsgebäude zu begeben. Auch dort wurde sie erst in einen sicheren Raum gesteckt, während die fünf großen Lords und die 360 Mitglieder des Rates sich im großen Saal einfanden.

Dann brachte man Atiana in den Saal und stellte sie vor die fünf Lords, die den Rat leiteten. Atiana hatte, kaum das sie in den Saal getreten war, Herzrasen bekommen. Es waren einfach zu viele Leute und sie waren alle Männer! Die Mitglieder der 18 höheren Gilden, jede zusammen in einem eigenen Block in den Zuschauerreihen. 20 Leute in jedem Block. Da waren die 19 Gildenmeister und der Großmeister.

Die fünf großen Lords herrschten über D’ni und würden gemeinsam mit den 360 anderen Mitgliedern des Rates über Atianas Schicksal entscheiden. Atiana atmete tief durch und versuchte sich zu fassen, aber die Panik schnürte ihr die Kehle zu. Atiana hörte einige Rufe, die sich auf sie bezogen und nicht gerade nett waren. Sie senkte ergeben den Kopf und wartete so, bis einer der fünf Lords die Gildenmänner dazu aufforderte ruhig zu sein.

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BeitragVerfasst: 06.02.2007 - 09:29 
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Endlich wurde es still und der dritte Lord begann. „Gildenmänner D’nis, wir haben uns heute hier versammelt um mit den Verhandlungen im Fall dieser jungen Dame zu beginnen. Wie Ihr bereits erfahren haben dürftet, hat sie eine unserer wichtigsten Regeln gebrochen: Sie hat die Kunst gelernt und angewendet, obwohl dies Frauen untersagt ist! Außerdem ist sie eine Verbindung mit einem Ahrotan eingegangen!“ Ein Raunen ging durch die Menge und einige riefen unschöne Dinge.

Der dritte Lord bat sie wieder zur Ruhe und machte weiter. „Wir beginnen mit der ersten Anhörung über die Kunst. Stellt euch bitte kurz vor junge Dame!“ Atiana atmete tief durch, räusperte sich und sagte: „Ich bin Atiana, Tochter des Deliron aus der Gilde der Kartografen.“ Wieder ging ein Raunen durch die Menge und einige drehten sich zu Deliron um, der versuchte sich so würdevoll wie möglich zu halten, obwohl er sich gewünscht hatte nicht an der Verhandlung teilnehmen zu müssen, da dies seinem Ruf erheblich schaden würde.

„Bekennt ihr euch dazu, eine Regel gebrochen zu haben, indem ihr die Kunst gelernt und angewendet habt?“, fragte der zweite Lord Atiana. „Ja, auch wenn ich nicht einsehe warum es diese Regel gibt! Ich bin nicht nur hier um mich zu verteidigen, sondern auch um zu beweisen, dass Frauen genauso gut schreiben können wie Männer!“ Nach diesen Worten kam es zu einem kleinen Aufruhr, doch die Gildenmänner verhielten sich weiterhin ehrenvoll gegenüber den fünf Lords.

„Ihr zweifelt also unsere Regeln an!? Nun, gut wir werden später noch zur Beweisaufnahme kommen!“ Er erwähnte natürlich nicht, dass sie außer Atianas Geständnis bisher keine weiteren Beweise hatten. „Als Tochter eines traditionsbewussten Gildenmannes werdet ihr sicher nicht euren Vater gefragt haben, ob er euch unterrichten könne. Wer also hat es dann getan?“ „Das werde ich euch nicht sagen.“ „Gut, wie ihr wollt! Ich hoffe euch ist klar, dass sich dies alles negativ auf euer Urteil auswirken wird!“

„Nein, das kann ich nicht zulassen!“, rief plötzlich jemand aus der Zuschauerreihe. Atiana schloss schmerzhaft die Augen, als sie die Stimme erkannte. Tyrrus war von seinem Sitz im Block der Schreiber aufgestanden und lief jetzt herunter zu den fünf Lords. Der Aufruhr, den er damit auslöste, war ziemlich heftig und einige beschimpften ihn auf unflätigste Weise.

Tyrrus hielt seine Haltung aufrecht und stellte sich vor die 5 Lords. Diese schauten ihn ebenso erstaunt, erschrocken und böse wie alle anderen an, fassten sich aber schnell wieder, forderten zur Ruhe auf und machten weiter. „Stellt euch bitte vor, Gildenmann!“ „Mein Name ist Tyrrus und ich bin aus der Schreibergilde.“ „Atiana, kennt ihr diesen Mann?“ „Ja.“ „Habt ihr diese Frau in der Kunst unterrichtet, Tyrrus?“ „Ja eurer Lordschaft.“ „Das ändert die Sachlage natürlich etwas…! Wir werden die Anhörung jetzt beenden und Tyrrus Haus nach Beweisen durchsuchen lassen. Die Anhörung wird morgen fortgesetzt!“ Die Lords schlossen die Sitzung und die Gildenmänner entfernten sich, nachdem sie noch eine Weile über die Geschehnisse geredet hatten.

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BeitragVerfasst: 10.02.2007 - 09:02 
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Atiana und Tyrrus wurden abgeführt und über das Verbindungsbuch zurück nach Irrat gebracht. Man steckte Atiana wieder in ihre Zelle, doch Tyrrus wurde in einem anderen Block untergebracht, damit die beiden nicht miteinander reden konnten. Sie hatten auch keine Gelegenheit gehabt während ihrer Abführung miteinander zu reden, da die Bewahrer jegliche Versuche sofort unterbunden hatten.

Atiana hockte sich auf ihre Steinliege und starrte traurig vor sich hin. Sie wünschte sich, dass Tyrrus dies nicht getan hätte. Es wäre ihr egal gewesen, welche Konsequenzen es nach sich gezogen hätte, wenn er sich nicht dazu bekannt hätte und ihr Urteil damit unter Umständen härter geworden wäre. Sie hatte ihn da nicht hineinziehen wollen, doch das Geschehene konnte sie nun nicht mehr rückgängig machen. Sie war nur dafür dankbar, dass sie den Kampf um ein einigermaßen mildes Urteil nicht alleine ausfechten musste!

Sie hoffte, dass es Tyrrus gut ging. In seinem Alter konnte er hier vielleicht ernstliche gesundheitliche Schäden davontragen. Allerdings würden die Bewahrer dann für eine medizinische Hilfe sorgen. Niemand wollte, dass die Gefangenen von Irrat hier krank wurden. Menschen denen der Prozess gemacht wurde, verdienten und bekamen eine einigermaßen gute Behandlung, obwohl sie Verbrecher am Volke waren.

Erst nach der Urteilsverkündung würde es den Verbrechern schlecht ergehen. Die Gefängniszeitalter waren meistens furchtbar, aber für manche reichte schon die Vorstellung nicht mehr zurück nach D’ni zu können aus, um sie verrückt werden zu lassen. Wenn sie den Rat davon überzeugen könnte, dass es reichen würde sie nach Andara zu schicken und ihr den Weg zurück zu versperren, um sie sehr unglücklich zu machen, dann wäre das völlig in Ordnung für sie. Sie musste nur aufpassen, dass sie sich nicht in Widersprüchen verstrickte!

Nachdem sie ein wenig versucht hatte zu schlafen, war es auch schon wieder Morgen und sie wurden abgeholt und wieder vor den Rat gebracht. Tyrrus sah einigermaßen gut aus, doch er schien sich etwas vor den kommenden Dingen zu fürchten. Da sie sich nicht hatten absprechen können, mussten sie sehr vorsichtig sein, was sie sagten und was der andere dann sagte.

„Ruhe bitte! Wir fahren jetzt mit der Anhörung fort und werden auch unsere Beweise präsentieren.“, sagte der vierte Lord. Auf einem Tisch zwischen den Angeklagten und den Lords lagen drei Bücher: Das Buch Andara und die beiden Verbindungsbücher. Außerdem befanden sich auf dem Tisch einige aufgeschlagene Hefte mit Atianas Übungen der Gahro Hevtee.

„Atiana, sind das die Bücher, die ihr angeblich geschrieben haben sollt?“, fragte der fünfte Lord. „Ja euer Lordschaft. Ich habe diese Bücher geschrieben!“ „Und es ist nicht so, dass ihr bloß so tut als ob ihr sie geschrieben habt?“ „Verzeihung eure Lordschaft, aber das käme der Tat einer Wahnsinnigen gleich! Wieso sollte ich so tun, als ob ich diese Bücher geschrieben habe und all diese Strapazen auf mich nehmen? Wäre ich eine Wahnsinnige, die aus Spaß oder Dummheit behauptet diese Bücher geschrieben zu haben, dann hättet ihr es schon bemerkt!“

„Nun, ich zumindest sehe es als eine Verwirrung eures Geistes an, sich gegen unsere Regeln zu wenden! Außerdem, könnt ihr beweisen, dass ihr dieses Buch geschrieben habt?“ „Oh ja und ob ich das kann! Vergleicht einfach meine Schrift mit der von Meister Tyrrus und ihr werdet feststellen, dass sie etwas abweichen!“ Der erste Lord gab ein Zeichen an einen Bewahrer, der von irgendwoher ein Buch von Tyrrus holte und es neben Atianas Büchern und Heften aufschlug. Dann beugte sich der Bewahrer darüber untersuchte die beiden Schriften.

„Sie hat Recht, euer Lordschaft!“, sagte er nach einer Weile. Er wurde dazu aufgefordert zu gehen und die Anhörung ging weiter. „Nun, gut es sieht also tatsächlich so aus, als ob ihr dieses Buch geschrieben hättet. Die gesamte Struktur lässt erkennen, dass es von einem Anfänger geschrieben worden ist. Jetzt zu euch Tyrrus: Ihr seid allgemein als rechtschaffener, traditioneller Bürger D’nis bekannt. Wieso habt ihr Atiana die Kunst des Schreibens gelehrt, obwohl ihr wisst das es verboten ist?“

„Ganz einfach: Ich sehe genau wie Atiana nicht ein, warum Frauen nicht auch schreiben dürften. Während ihrer Ausbildung konnte ich des Öfteren feststellen, dass sie einen sehr wachen Geist, große Vorstellungskraft und Ernsthaftigkeit gegenüber den Schwierigkeiten der Kunst hat und somit alle Voraussetzungen erfüllt eine gute Schreiberin zu werden!“

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BeitragVerfasst: 16.02.2007 - 16:38 
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Seine Worte führten zu einem länger andauernden Raunen und einige Beschimpfungen wurden laut, doch viele Männer saßen auch einfach nur schockiert da, weil sie kaum glauben konnten das es solche Leute gab. „Ruhe! Tyrrus, es macht mich sehr traurig zu sehen das auch euer Geist von einer Art Wahnsinn benebelt wurde. Ich muss dennoch noch weiter darauf eingehen. Wie kamt ihr auf die Idee einer Frau die Kunst zu lehren?“

„So schockierend es klingen mag, aber ich wollte es einfach ausprobieren! Außerdem stehe ich mit der Tradition auf genauso schlechtem Fuß wie Atiana, ich habe nur den Schein gewahrt. Ich denke außerdem, dass es auch einigen anderen Menschen in D’ni so geht! Das Gildensystem und die ganzen Regeln und Traditionen engen unsere Gesellschaft nur noch mehr ein. Die Kunst ist die einzige Befreiung aus diesem Gefängnis und sollte von jedem Bürger in D’ni, ob männlich oder weiblich, ob reich oder arm ausgeübt werden dürfen, soweit diese Menschen die Voraussetzungen dafür erfüllen!“

Der Aufruhr war nun nicht mehr zu stoppen. Einige Gildenmänner schienen sogar nach unten stürzen zu wollen, um Tyrrus in die Mängel zu nehmen und die Bewahrer mussten ausschwärmen und die Leute zur Ruhe bringen, damit die Lords weitermachen konnten. „Gildenmänner, ich kann euren Aufruhr verstehen, aber bitte verhaltet euch gesittet! Diese beiden Bürger unseres Volkes verdienen eine Verhandlung, seien ihre Gedanken auch noch so aufrührerisch. Wir können euch versichern, dass ihre Strafe hart aber gerecht sein wird!“, sagte der fünfte Lord und es wurde wieder still.

„Tyrrus, die Regeln des Bücherschreibens besagen, dass ein geschriebenes Zeitalter zuallererst immer von einem Bewahrer untersucht werden muss, bevor das Zeitalter besucht werden kann. Habt ihr diese Regel beachtet?“ „Aber natürlich, eure Lordschaft!“ „Das bedeutet also ihr hattet Hilfe von einem Bewahrer?“ „Ja, euer Lordschaft.“ Atiana sah Tyrrus erschrocken an. Wollte er Demnar etwa verraten!? Aber vielleicht hatte Tyrrus auch schon geahnt, dass die Lords sowieso schon alles wussten, denn nun gab der dritte Lord wieder ein Zeichen und die Bewahrer führten Demnar herein.

„Tyrrus, ist dies der Mann von den Bewahrern, der das Zeitalter besucht und diese Bestätigung unterschrieben mit seinem Namen bei euch gelassen hat?“, fragte der erste Lord und wies auf ein Schreiben, auf dem Demnars Name und einige Fakten über Andara standen. „Ja, euer Lordschaft.“, antwortete Tyrrus. „Stellt euch vor Bewahrer!“ „Mein Name ist Demnar.“ „Demnar, könntet ihr euch bitte zu eurem Bericht über Andara äußern?“ „Ich habe die Messungen, die ich in dem Zeitalter angestellt habe hineingeschrieben, sowie einen kurzen Kommentar über meinen ersten Eindruck von dem Zeitalter.“

„Würdet ihr bitte diesen Kommentar vorlesen?“, fragte der vierte Lord und ließ den Bericht an Demnar geben. Demnar räusperte sich und las vor: „Die Messungen und das Aussehen sprechen für sich: Andara ist eine wunderschöne, stabile, bewohnbare Welt. Atianas Geschick scheint wirklich erstaunlich zu sein!“ „Vielen Dank, Demnar. Wir wollen jetzt gar nicht näher darauf eingehen, warum ihr Tyrrus und Atiana geholfen habt, Demnar. Ich nehme an, ihr würdet uns die gleiche Antwort wie sie geben. Kommen wir also noch einmal auf das Buch Andara zurück:

Wir haben selbstverständlich ebenfalls einen Bewahrer nach Andara geschickt, um die Messungen und Eindrücke überprüfen zu lassen. Wir zweifelten selbstverständlich nicht an euren Fähigkeiten Demnar, ihr seid als guter Bewahrer bekannt! Wir wollten nur jemanden dorthin schicken, der noch eine unvoreingenommene Meinung gegenüber diesem Zeitalter hatte.“

„Einen Moment, euer Lordschaft! Ich habe Demnar in unserem ersten Gespräch über die Prüfung des kommenden Zeitalters lediglich darum gebeten, die Prüfung zu übernehmen und ihm sonst nichts weiter über Atiana verraten, außer das sie meine Schülerin ist! Er war also keines Falls voreingenommen. Er wusste ja zu diesem Zeitpunkt nichts über Atianas Talent.“, unterbrach Tyrrus.

„Das mag so sein, aber kommen wir zu den Ergebnissen unseres Bewahrers: Sie sind leider erstaunlicherweise fast genauso ausgefallen, wie die von Demnar! Trinkbares Wasser, gute Luft, angenehme Temperaturen und alle wichtigen Rohstoffe waren vorhanden. Das Zeitalter machte einen einfachen, stabilen Eindruck.“

“Dann gebt ihr also zu das ich Recht hatte?“, fragte Atiana mutig mit einem hämischen Unterton.
„Nur teilweise. Dies war eine einmalige Ausnahme, die nichts daran ändert wird das es Frauen weiterhin nicht erlaubt sein wird, die Kunst zu erlernen! Zum Urteil kommen wir aber erst am Ende dieser Verhandlungen. Dieser Teil der Verhandlung ist hiermit geschlossen. Morgen werdet ihr, Atiana noch wegen eurem Verstoß gegen unsere sittlichen Regeln aussagen. Tyrrus und Demnar werden solange in ihren Zellen auf Irrat bleiben!“

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BeitragVerfasst: 23.02.2007 - 18:17 
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Schon während sie nach Irrat zurückgebracht wurden fühlte Atiana sich nicht sehr wohl. Eigentlich war sie ja glücklich, dass die fünf Lords ihr Werk zumindest teilweise anerkannt hatten, aber daran lag es auch nicht. Sie hatte Kopf- und Unterleibschmerzen und wusste nicht genau warum. Doch als sie mitten in der Nacht in ihrer Zelle aufwachte und sich übergeben musste, kam ihr ein leiser Verdacht.

Sie befühlte nachdenklich ihren Unterleib und ein leises Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Doch dann wurde die Vorfreude schon wieder getrübt, als sie daran dachte, dass sie nun möglicherweise etwas beeinträchtigt sein würde. Sie konnte den Rest der Nacht kaum noch schlafen und als die Bewahrer sie am nächsten Morgen zur dritten Anhörung holen wollten, lag sie mit bleichem Gesicht da und sagte ihnen stöhnend, dass sie glaubte schwanger zu sein.

Die Bewahrer holten schnell einen Mann von der Gilde der Heiler, der Atianas Vermutung nach einer kurzen Untersuchung bestätigte. Aufgrund ihres sehr schwachen Zustands verordnete er für die nächsten Tage strengste Bettruhe und ein besseres Quartier. Er würde jeden Tag vorbeikommen, um zu sehen ob sie wieder an den Verhandlungen teilnehmen konnte. Der Rat würde sich gedulden müssen.

Doch auch für Atiana war es nicht leicht. Sie hatte sich noch nie im Leben so elend gefühlt und ärgerte sich gleichzeitig maßlos darüber. Sie hatte eigentlich vorgehabt die Verhandlungen so schnell wie möglich hinter sich zu bringen um dann hoffentlich wieder nach Andara zurückkehren zu können, doch ihr Zustand machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Man verlegte sie in ein bequemeres Quartier und umsorgte sie und Atiana begann sich bald wieder besser zu fühlen.

Dennoch verbat der Mann von der Gilde der Heiler ihr es vor der nächsten Woche wieder an den Verhandlungen teilzunehmen. Aufgrund ihrer schwachen Konstitution könnte sie schnell einen Schwächeanfall bekommen. Obwohl Atiana sich ziemlich langweilte und gleichzeitig ziemlich unter Strom stand, was die nächste Anhörung betraf, musste sie dem Heiler Recht geben.

Sie hatte nicht vor, dem Rat irgendeine Schwäche an ihr zu zeigen. Der Rat war zwar über ihren Zustand informiert, aber es waren zwei verschiedene Dinge von einer Schwäche zu wissen und diese Schwäche zu erleben. Wenn sie vor dem Rat stand, hatte sie keine Lust in Ohnmacht zu fallen! Sie tat also alles, um soweit wieder zu Kräften zu kommen das niemand etwas von dieser Schwäche bemerken würde.

Schließlich durfte sie wieder weitermachen. Die Anhörung würde sicherlich nun noch ein wenig schärfer ausfallen, als vor der Erkenntnis, dass sie schwanger war. Atiana ließ sich davon aber nicht abschrecken und viele staunten mit welcher Gelassenheit und welchem Stolz sie sich dem Rat nun zur letzten Anhörung stellte.

„Die dritte und letzte Anhörung vor dem Abschluss dieser Verhandlungen betrifft Atianas Verstoß gegen unsere sittlichen Regeln. Atiana könnt ihr mir bitte sagen, was es bei uns bedeutet einen Ahrotan zu ehelichen?“

„Jemand der einen Ahrotan heiratet, wäre besser dran wenn er tot wäre. Ahrotantee haben kein reines Blut und damit kann die Vermischung D’ni- und Ahrotanbluts nur Bastarde hervorbringen. Ich möchte jedoch anmerken, dass es keine Beweise dafür gibt und finde das es jedem selbst überlassen sein sollte, wen er heiratet, egal ob es jemand aus einer niederen Schicht oder sogar ein Ahrotan ist!“

„Wir wurden von einem Heiler darüber informiert, dass ihr ein Kind in euch tragt. Ich nehme mal an, dass es das Kind des Ahrotan ist richtig?“ „Ja, euer Lordschaft.“ „Ihr habt einen Ahrotan geehelicht, allerdings nicht nach der Tradition der D’ni. Insofern könnte eure Ehe hier als nichtig erklärt werden. Ihr habt Intimitäten mit diesem Ahrotan ausgetauscht. Ihr tragt einen Bastard in eurem Körper. Wir können nicht zulassen, dass ein so unsittlicher Mensch weiterhin Teil dieser Gesellschaft bleibt. Uns ist klar, dass ihr wie bei allen anderen Dingen auch anders denkt, doch im Gegensatz zu euch achten und begrüßen wir die Regeln und wir werden sie auch weiterhin beibehalten.“

„Ich hatte nicht vor hier etwas zu ändern, auch wenn ich es unbewusst vielleicht doch getan habe. Ich denke, ich muss nichts weiter zu euren Regeln sagen, außer das ich sie unsinnig finde. Nach alledem was ihr nun über mich und meine Meinung wisst mag es vielleicht etwas vermessen klingen, aber ich bitte euch bei euren Vorbereitungen für den Abschluss folgendes zu überlegen: Lasst trotzdem etwas Gnade wallten!“

Die fünf Lords sahen sie stirnrunzelnd an und ein lautes Raunen ging durch die Zuschauerreihen. Einige waren zutiefst schockiert über Atianas Blasphemie, andere waren inzwischen schon fast überrascht, wie mutig sie war. Obwohl sie vor dem Rat möglicherweise nicht mehr als eine verminderte Strafe erreicht hatte, spürte Atiana das die Menschen hier sie zumindest nie vergessen würden. Ob sie positive oder negative Erinnerungen haben würden, war ihr egal. Wichtig war nur, dass ihre Geschichte in den Köpfen der Leute bleiben würde.

Man brachte sie wieder nach Irrat, wo sie nun des Abschlusses der Verhandlungen harrte, der in vier Tagen sein würde. Sie war froh darüber sich ein wenig vorbereiten zu können, aber auch ein totales Nervenbündel, weil sie absolut nicht einzuschätzen wusste, ob der Rat ihren Vorschlag annehmen würde.

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