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 Betreff des Beitrags: Ein neuer Anfang
BeitragVerfasst: 16.06.2006 - 15:10 
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In der Stadt

Ich wachte früh morgens auf. Mein erster Blick galt dem Kalender, den ich direkt über dem Fußende meines Bettes aufgehängt hatte. Jeder Tag des langen Jahres war angestrichen, um zu zeigen wie lange es noch dauern würde. Heute war es endlich soweit! Ich schwang mich schnell aus dem Bett und zog mich an. Mein Weg würde mich sofort zu Meister Athelstan führen, der als oberstes Mitglied der Gilde der Schreiber meine Schreibersachen in seine Obhut genommen hatte. Da waren der Umhang mit den Insigien, die spezielle Feder, die Tinte und die leeren Bücher. Das einzige was mir geblieben war, waren die bereits geschriebenen Bücher. Ich hatte mich das ganze Jahr meiner Ausschließung nicht bei Meister Athelstan blicken lassen und auch die meine Welten nicht wieder besucht. Ich war in der Stadt geblieben, hatte jeden Tag gezählt und mich mit allen möglichen anderen Dingen beschäftigt.
Dennoch hatte ich es nicht verhindern können, immer wieder Notizen und Zeichnungen von Welten zu machen, die mir in den Sinn gekommen waren. Als erstes wollte ich allerdings ein neues Relto schreiben, da ich das alte aufgegeben hatte.

Ich rauschte aus dem Haus und begab mich in das Viertel der Schreibergilde, wo sich auch die Schreiberschule befand. Meister Athelstan hatte zu dieser Zeit wie immer Unterricht und so sprach ich eine Weile mit Horan. Dieser alte Freund und Studienkollege von mir hatte jedoch etwas an seinem Verhalten mir gegenüber geändert. Er war längst nicht mehr so freundlich wie früher. Ich wusste schon seit meiner Ausschließung, dass es viele andere Schreiber gab die meine endgültige Entlassung aus der Schreibergilde forderten, da solch ein Fehler unverzeihlich war. In Wahrheit wollten diese etwas zu traditionellen Geister keine Ahrotantee im Kreise der Schreiber haben und erst recht nicht, wenn es eine Frau war! ich hatte mich sehr stark gegen diese Leute behaupten müssen und es letztlich nur dank Meister Athelstan gegen sie bestehen können. Er hatte die anderen Studenten meines Jahrgangs immer wieder auf meine Erfolge aufmerksam gemacht und so hatte ich mir etwas Respekt verschaffen können. Den hatte ich jetzt allerdings verspielt. Selbst mein guter Freun Horan hatte sich gegen mich gewandt und ich war zum ersten Mal froh, D'ni verlassen zu können und in mein neues Relto zu ziehen sobald ich es fertig hatte. Auch dies war ein Grund für meine Sehnsucht nach dem Schreiberdasein gewesen. Vor allem aber war es das Verlangen danach, meiner Phantasie freien Lauf zu lassen und Dinge wahr werden zu lassen, die ich mir vor vielen Jahren nie hätte träumen lassen.

Die Studenten - es waren nur Männer - traten aus dem Klassenzimmer und ich ging hinein, um Meister Athelstan zu begrüßen. Er war noch immer mein Freund, denn er wusste selbst wie schwierig das Dasein als junger Schreiber sein konnte. Viele glaubten etwas besseres zu sein und stürzten darum bei Problemen um so tiefer. Ich war nicht so und das war meine Rettung. Er versicherte mir, dass meine Kritiker doch keine Ahnung hatten und ich mich nicht bedrücken lassen sollte. Dann holte er aus einem kleinen Schrank meine Sachen und überreichte sie mir mit einem Lächeln. Ich streifte den Umhang über und packte die restlichen Sachen in meine Tasche. Zum Abschied umarmte ich ihn und versprach in einigen Jahren vorbeizuschauen. Meister Athelstan wünschte mir noch viel Glück, dann ging ich zurück nach Hause, wo ich mit dem Schreiben an meinem neuen Heim begann...

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BeitragVerfasst: 17.06.2006 - 11:19 
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Das neue Relto

Für mein neues Relto würden mir nicht nur Ideen dienen, die ich aus meiner Phantasie entnahm, sondern auch Ideen, die ihren Ursprung in Landschaften und Architekturen hatten. Ich wusste allerdings nicht, wie ich ganze Gebäude schreiben konnte und wusste von früheren Versuchen in anderen Welten, dass das Einfügen von Gegenständen in einer Welt gar nicht so einfach war und meistens nicht oder nicht richtig geklappt hatte. Die Beschreibung eines Gebäudes nach allen meinen Vorstellungen bedurfte einer viel zu genauen Beschreibung, was zu einer Ungleichung in der Formel oder zur geringeren Möglichkeit führen könnte.
Daher wollte ich auf ganz sicher gehen und lieber ein paar Bauarbeiter anheuern, die mir nach der Fertigstellung der Welt bei der Errichtung der Gebäude helfen sollten.
Während ich an dem neuen Relto schrieb, konnte ich es beinahe schon bildlich vor mir sehen. Ich wusste ja auch schon, dass ich es schaffen konnte, die Welt so zu errichten, wie ich sie mir vorstellte. Es würde vielleicht nur kleine Änderungen geben. Wenn ich eine Pause vom Schreiben machte, zeichnete ich die Entwürfe für die Gebäude noch einmal genau auf. Die Skizzen mussten schließlich für die Bauarbeiter verständlich werden.

Die Vorfreude wurde immer größer, als ich die letzten Sätze schrieb und das Buch dann mit einem erleichterten Aufatmen zuschlug. Es war noch früher Vormittag und obwohl ich mich jetzt schon etwas erschöpft fühlte, wollte ich zumindest noch einen kurzen Blick auf das Ergebnis werfen.
Ich packte noch schnell einige wichtige Sachen zusammen und verband mich dann in mein neues Relto.
Die Sonne sandte ihre wärmenden Strahlen auf die Erde und zauberte ein wundersames Licht auf die Insel. Das Gras der Wiese wiegte sich sanft im leichten Wind und das Gras und die Blätter der nicht weit entfernten Bäume raschelten leise im Wind. Dies waren die ersten Eindrücke, die ich von meinem neuen Relto bekam, als ich die Augen wieder öffnete. Das war eine alte Angewohnheit, um den Moment noch etwas mehr zu genießen. Ich atmete tief durch und ließ meine Blicke über die Landschaft streifen. Die Wiese auf der ich stand, fiel sanft zu einem Tal ab, wo ein See zwischen einigen Bäumen glitzerte. Vom See aus floss ein Fluss weiter bis zum Rand der Insel, wo er als ein Wasserfall in das Meer darunter stürzte. Dort, am Rand der Klippen, stand ein wunderschöner japanischer Kirschbaum, von denen es hier sehr viele gab.
Auf dem Berg, den ich jetzt erklomm, standen auch einige sehr schöne Bäume. Von hier aus hatte man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Landschaft unter Einem. Von diesem Berg aus wurde das Gelände in die andere Richtung hügliger und türmte sich schließlich zu einem richtigen Gebirge in der Ferne auf. Ich konnte gerade noch einen schneebedeckten und wolkenverhangenen Gipfel erkennen.

Es war einfach wunderbar. Auf der einen Seite das satte Grün des Tales und auf der anderen Seite die schöne Rauheit der Berge. Ich hatte alle Vorraussetzungen die ich brauchte, geschrieben um hier ein angenehmes, gutes und schönes Leben haben zu können. Jetzt brauchte ich nur noch ein Dach über dem Kopf! Ich kehrte also kurz in die Stadt zurück und warb einige arbeitslose Bauarbeiter mit Geld an und ging mit ihnen zurück auf meine Reltowelt. Die Männer zeigten sich von der Schönheit der Welt beeindruckt und wir errichten ein kleines Lager, wo wir schliefen, die Skizzen besprachen und uns an die Arbeit machten. Größtenteils überwachte ich die Bauarbeiten, die in den nächsten Tagen begannen, aber manchmal fasste ich selbst mit an. Mein größter Verdienst lag aber wohl darin, die Männer mit gutem Essen zu versorgen. Ich hatte auch einige Bilder von der Erde mitgebracht, damit die Männer eine bessere Vorstellung von dem Aussehen der fertigen Gebäude bekamen. Bald brauchten wir aber auch Zimmermänner, Schreiner und andere.

Ich pendelte ständig zwischen dem Relto und der Stadt hin und her, auch um Materialien zu beschaffen die in meiner Welt nicht verfügbar waren.
Es dauerte mehrere Monate, um das Wohnhaus zu bauen, dann kamen noch ein Gewächshaus und ein Geräteschuppen neben dem Wohnhaus und ein Pavillion bei dem Wasserfall dazu. Ich war unendlich erschöpft, aber erleichtert und sehr glücklich als ich dann schließlich zum letzten Mal in die Stadt ging, meine restlichen Sachen packte und in mein neues Heim zog, dass genauso schön geworden war, wie ich es mir erträumt hatte!

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BeitragVerfasst: 25.06.2006 - 10:16 
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Ich erwachte vom Zwitschern einiger Vögel vor meinem Fenster.
Das war es, was ich am meisten in D'ni vermisst hatte. Dort hatte mich der tägliche Betrieb in den Straßen geweckt, der seit einiger Zeit viel störender gewirkt hatte als sonst. Ich hatte es wohl kaum erwarten können wieder von solch angenehmen Geräuschen wie dem Zwitschern der Vögel geweckt zu werden.
Lächelnd stand ich auf und streckte mich ausgiebig. Ich hatte schon lange nicht mehr so gut geschlafen.
Ich wusch mir mit dem kühlen Wasser aus der Waschschüssel das Gesicht und ging dann zu meinem wunderbar geschnitzten Kleiderschrank hinüber um mich anzuziehen. Dann holte ich etwas Brot, Käse und Wurst aus meinem Vorratsschrank, schob das Brot in den Ofen und setzte die Kanne für den Kaffee auf den Herd. Während der Kaffee kochte und das Brot backte, ging ich zu den Fenstern und zog die Vorhänge auf.
Dann öffnete ich noch die Läden und atmete die frische Morgenluft genussvoll ein. Ein paar Minuten später war alles für mein Frühstück fertig und ich setzte mich an den Tisch und aß. Währenddessen schaute ich aus dem Fenster, dass direkt über dem Esstisch lag oder ließ meinen Blick zufrieden über den Raum gleiten. Eine ganze Wand wurde von dem dort eingelassenen Bücherregal beherrscht. Ein Stück davor stand der Schreibtisch. An der rechten Wand stand der Esstisch und daneben in der Ecke der Vorratsschrank und der Herd mit dem Ofen. An der linken Wand stand das Bett und daneben der kleine Tisch mit der Waschschüssel. In der anderen Ecke stand meine Reiseausrüstung.

Nachdem ich mit dem Frühstück fertig war, ging ich nach draußen.
Rechts neben dem Haus stand der Geräteschuppen, dahinter lagen das Gewächshaus und der Garten. Links vom Haus war ein kleiner Abort. Ich genoss für einige Augenblicke den wunderbaren Blick über das Tal.
Am Morgen wo es noch kühl war, wollte ich die Pflanzen im Garten und im Gewächshaus hegen. Ich entfernte also Unkraut, lockerte die Erde und goss die Pflanzen. Ich hatte hier alles angepflanzt, was ich brauchte um eine gute Nahrungsgrundlage zu haben. Dinge, die ich nicht hier herstellen konnte, kaufte ich in der Stadt ein. Damit ich nicht zu oft hinmusste, nahm ich nur die Sachen die sich lange hielten und davon eine ganze Menge. Ich wollte hier kein Vieh halten, dass mir Milch für den Käse oder Fleisch für die Wurst gegeben hätte. Als ich fertig war, stand die Sonne hoch am Himmel und ich zog mich zum Mittag ins Haus zurück. Das Haus sah von außen wie eine kleine chinesische Pagode aus.
Bei der Architektur hatte ich mich an Vorlagen aus China gehalten, weil ich fand das sie am besten in diese Landschaft passen würden.
Außerdem gefiel mir diese Architektur sehr. Die ganze Landschaft war mit typisch chinesischen Merkmalen gespickt. Es gab chinesische Ahornbäume, chinesische Kirschblütenbäume, chinesische Fichten, Weißbirken und Korkenzieherweiden. Dann waren da noch die Lotus- und Jasminsträucher. Ich hatte auch Elemente des chinesischen Gartens verwendet und Steinlaternen aufgestellt oder Klangspiele aufgehangen.

Morgen wollte ich einmal über die ganze Insel ziehen, was durchaus etwas länger dauern konnte. Daher ging ich früh ins Bett und schulterte am nächsten Tag einen Teil meines Reisegepäcks. Zuerst reiste ich in Richtung der Berge und hatte mich auch dementsprechend angezogen. Die Berge boten genau das, was ich erwartet hatte und darum blieb ich nicht lange dort. Ich kehrte auf dem Weg ins Tal kurz ins Haus ein, um mich umzuziehen und ging dann ins Tal. In den Wäldern konnte ich Rehe, Hasen und Wildkatzen beobachten. Auf den Blumenwiesen trieben sich viele Schmetterlinge und andere schillernde Insekten herum.
An den Seen sah ich Reiher, Fische, Frösche und Libellen. Und überall waren die verschiedensten Arten von Vögeln unterwegs.
Schließlich war ich am Pavillon bei den Wasserfällen angekommen.
Bei dem größten See hatte ich auch einen Pavillon bauen lassen, doch am besten war immernoch der Pavillon an den Wasserfällen. In einem plötzlichen Einfall hatte ich Schreibzeug zu dem Pavillon mitgenommen, als ich mich zu Hause umgezogen hatte. Jetzt setzte ich mich auf eine der Bänke und öffnete ein Korteenea. Dies hier war ein sehr schöner Ort, um neue Welten zu schreiben! Und dazu wurde es jetzt auch Zeit, wo ich mich in meinem neuen Heim entgültig heimisch fühlte!

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