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 Betreff des Beitrags: Devagena
BeitragVerfasst: 19.08.2006 - 11:39 
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Ich hatte mir ein bestimmtes Ziel für zukünftige Bücher gesetzt. Ich wollte die Welten fantasievoller, geheimnisvoller und faszinierender gestalten als vorher. Es war nicht so, dass meine früheren Welten nicht faszinierend gewesen waren, doch es ging noch besser. Als Vorlage für meine nächsten Bücher wollte ich meine letzte Welt nehmen: Yovashima. Dies war eine Welt, die eigentlich unmöglich war und doch sicher und belebt. Ich musste einfach aufhören, mir selbst so viele Grenzen zu setzen. Das beste Beispiel dafür, dass alles möglich sein konnte, waren die Bücher von Yeesha.

Und so begann ich an diesem wunderschönen Nachmittag mit dem Buch Devagena, einer Welt welche ich mir während meines schreiberfreien Jahres ausgedacht hatte. Zum Abend hin musste ich mit meiner Arbeit aufhören, da es im Pavillon zu dunkel und kühl wurde und machte mich auf den Weg nach Hause. Dort aß ich eine Kleinigkeit, bevor ich mich hinlegte und friedlich einschlief. Am nächsten Morgen machte ich gleich nach dem Frühstück weiter und arbeitete so etwa vier Wochen ohne größere Unterbrechungen, damit ich bald die Resultate sehen konnte. Und schließlich machte ich mich eines Morgens fertig, um nach Devagena zu reisen.

Die Welt entsprach nichts was ich vorher geschrieben hatte. Sie war düster, kalt und neblig. Ein bleicher Mond schien am Himmel und erleuchtete die trostlose Landschaft. Die unzähligen Sterne wurden immer wieder von vorüber ziehenden Wolken verschluckt und so manches Mal wurde es völlig dunkel, da auch der Mond gelegentlich verschwand. Ich wusste, dass hier niemals die Sonne scheinen würde und alles immer so trostlos sein würde. Und dennoch gab es hier Leben. Die Pflanzen waren recht klein und verkrüppelt und die wenigen Tiere, die sie sah sahen nicht viel anders aus. Es waren rätselhafte und etwas gruselige Wesen, die sich mit nichts bekanntem vergleichen ließen und eigentlich gar nicht zu beschreiben waren.

Doch der Boden war fruchtbar und verbarg viele nahrhafte Knollen und Zwiebeln. Es musste sich dabei ausschließlich um Nachtschattengewächse halten, die nur durch ihre besondere Anpassung an die Umstände wachsen konnten. Ich machte mich auf den Weg durch die stille, einsame Landschaft und schaute mich dabei um. Während ich so dahinging, kam langsam ein riesiger Planet ins Blickfeld, der orange schimmerte und ein seltsames Licht auf die Landschaft warf. Im Laufe der nächsten Tage konnte ich beobachten, wie der Planet jedes Mal um dieselbe Zeit auf und unter ging und somit die Gelegenheit gab, die Landschaft besser betrachten zu können. Möglicherweise hatten einige der Kräfte dieses Planeten auch Auswirkungen auf Devagena, denn zu dieser Zeit schienen die Dinge sich zu verändern…Ich erinnerte mich, wie ich das geschrieben hatte. Es war ein Versuch zu schauen, welche Wirkungen ein Planet haben konnte. Ich konnte nur hoffen, dass alles immer so gut laufen würde.
Der Nebel auf Devagena war eine Sache für sich. Zuerst schien es keinen Grund zu geben warum der Nebel da war, dann aber fand ich einige größere Seen, in denen es unterirdische Wärmequellen geben musste, sodass das Wasser verdampfte und als Nebel aufstieg.

Es war schon seltsam, aber irgendwie behagte es mir nicht so recht in dieser Welt zu übernachten, obwohl ich es letztlich doch tat. Diese Welt war beinahe schon ZU geheimnisvoll und sogar ein bisschen unheimlich. Ich musste darüber staunen, wohin ich eine Brücke geschrieben hatte.
Dennoch fragte ich mich, ob es hier noch mehr gab…

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BeitragVerfasst: 26.08.2006 - 10:52 
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Ich setzte meine Wanderung durch diese einsame Landschaft fort und suchte nach irgendeinem Anzeichen von etwas Besonderem. Ich konnte mich nicht beschweren; jede Welt war faszinierend und es war immer wieder seltsam sich diesen Vorgang des Verbindungsaufbaus vorzustellen.

Natürlich hatte ich während meines Studiums die Schriften über die Quantenmechanik gelesen, die einen modernen Erklärungsversuch zum Schreiben zu Welten gab. Für mich hatte die Kunst aber immer noch etwas Magisches und da ich gläubig war, hatte ich auch kein Problem damit mich der Theorie anzuschließen, dass die Kunst ein Geschenk des Schöpfers war.

Es dauerte noch eine ganze Weile, aber dann wurde ich von einer wirklich erstaunlichen Besonderheit überrascht: Zwischen einzelnen Nebelschwaden kamen die schwarzen Umrisse von Bauten in Sicht, die eindeutig von Wesen mit der Intelligenz und den Werkzeugen von Menschen oder gleichwertigen Wesen erbaut worden sein mussten! Schon die Anwesenheit von Tieren und Pflanzen in dieser sonnenlosen Welt hatten mich verwundert, doch das war wirklich etwas Erstaunliches!

In der Dunkelheit und bei den Nebelschwaden, welche die Bauten umgaben, bekamen diese ein beinahe unheimliches Aussehen. Von hier aus wirkte es aber auch etwas unwirklich, doch je näher ich kam, desto mehr konnte ich mich von seiner Echtheit überzeugen. Dann jedoch wandelte sich meine Gespanntheit in leichte Enttäuschung, denn ich erkannte auch, dass hier schon länger keine Menschen mehr lebten. Die Bauten waren nichts weiter als Ruinen, die von nahem noch viel bizarrer wirkten.

Ich streifte durch diese Ruinen und versuchte herauszufinden, wer hier gelebt hatte und was hier geschehen war. Die Gebäude waren aus demselben Material wie die kleinen Gebirge, die ich auf meinem Weg gesehen hatte. Es war ein mir unbekannter schwarzer Stein, der sehr fest zu sein schien. Ich schlug mit meinem Hammer eine kleine Probe ab, die ich zu Hause untersuchen würde.

Dann ging ich weiter und fand zerstörtes Geschirr und andere Haushaltsgegenstände. Die Gebäude waren in einem sehr schmucklosen Stil gebaut worden, aber mit Schriftzügen in einer unbekannten Schrift und einigen Zeichnungen verziert. Diese waren aus einer sehr hellen Farbe, die bei der Dunkelheit um mich herum und bei der Dunkelheit des schwarzen Steins hervorstrahlte.

Obwohl es mir hier noch unangenehmer war, übernachtete ich in diesen Ruinen und schlief relativ gut, bis ich plötzlich mitten in der Nacht eine kalte Hand auf meiner Wange spürte, die Augen öffnete und in das bleiche Gesicht eines menschenartigen Wesens blickte…

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BeitragVerfasst: 02.09.2006 - 14:45 
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Mir wäre vor Schreck fast das Herz stehen geblieben, als ich in die bleichen Augen dieses Wesens sah! Mit klopfendem Herzen setzte ich mich auf und starrte sie angstvoll an. Durch meine heftige Bewegung erschrak das Wesen ebenfalls und wich ein Stück von mir zurück. Einige Momente lang blieben wir so sitzen und starrten den anderen nur an.

Ich konnte an dem Wesen eine starke Ähnlichkeit mit einem Menschen feststellen und ebenso das es sich um eine Frau handeln musste. Der einzige Unterschied war, dass sie bleiche Augen, bleiche Haut, bleiche Haare und einen dürren Körper hatte und außerdem ziemlich klein war. Sie trug schmutzige Lumpen am Körper und wirkte krank.

Nachdem ich mich etwas beruhigt und an ihren Anblick gewöhnt hatte, lächelte ich sie vorsichtig an und fragte: „Kannst du mich verstehen?“ Beim Klang meiner Stimme zuckte sie zusammen und auch ich merkte wie seltsam meine Stimme klang. Dann schließlich fasste auch die fremde Frau sich und sagte: „Ich kann jede Sprache verstehen, die in meinem Transscribtor gespeichert ist.“ Ich runzelte die Stirn und fragte: „Was ist ein Transscribtor?“ Sie sah mich verwundert an, nickte dann aber nachdenklich. „Du bist wohl nicht aus diesen Gefilden? Siehst auch ziemlich altmodisch aus! Ein Transscribtor ist ein Übersetzer, der ins Gehirn implantiert wird, um jede bekannte Sprache zu verstehen. Das vereinfacht es, Kontakt mit fremden Völkern auf neuen Welten aufzunehmen.“

„Dann bist du also eine Weltenreisende?“ „So kann man das wohl nennen. Ich gehöre zu einem hoch entwickelten Volk, den Latasianern. Wir reisen mit großen Raumschiffen durch die Galaxien und sind in der Lage weite Strecken in kurzer Zeit zurückzulegen. Außerdem können wir auch in andere Galaxien springen, wenn wir den Hyperantrieb benutzen. Manchmal kann es aber auch bei uns zu Unglücken kommen!“ „Das heißt du bist hier nach einem Unfall gelandet?“ „Richtig. Ich war Mitglied auf einem Schiff, das die eher unbewohnbaren Planeten nach Rohstoffen absuchen sollte. Dafür haben wir auf unserem Schiff ein Gerät das den Boden durchleuchtet und so die vorhandenen Rohstoffe anzeigt. Unser Schiff war leider schon etwas älter und hatte so einige Macken. Dann hat sich auch noch das Strahlungsfeld des Planeten Zina schlecht auf unsere Navigation ausgewirkt. Eins kam zum anderen und wir konnten es gerade noch schaffen, auf diesem Planeten Corvus Notzulanden.“

„Was ist dann geschehen?“ „Die gesamte Mannschaft hat den Absturz überlebt, aber das Schiff war so beschädigt das wir es nicht mehr reparieren konnten. Zudem konnten wir auch keinen Funkkontakt zu Latasia aufnehmen, da die Strahlung unsere Geräte beeinflusste. Und diese Strahlung sollte uns auch später noch schwer zu schaffen machen!
Wir schafften es uns schnell eine Existenz auf diesem Planeten zu sichern. Wir wussten, dass man nicht nach uns suchen würde, da Zurückbleibende bei uns immer zurückgelassen werden.
Wir fanden Nahrung und Wasser und schafften es, mit den Steinen des Daneedgebirges Häuser zu bauen. Wir hatten ungefähr 6 Jahre hier gelebt, als die ersten Schwierigkeiten auftraten. Es gab immer wieder Konflikte zwischen Mitgliedern, denn die Enge unserer Gemeinschaft schuf die Spannungen geradezu. Dann allerdings kam noch ein weiteres Problem auf. Einige aus der Mannschaft erkrankten an einer seltsamen Krankheit und wir konnten ihren Ursprung erst einmal nicht feststellen.“

„Es liegt an der Strahlung, richtig?“ „Ja, es muss etwas mit der Strahlung von Zina, aber auch mit der Gravitationskraft von Corvus zu tun haben. Dazu kam natürlich auch noch, dass wir die Nahrung nicht gewohnt waren und das Wasser auch ganz andere Bestandteile hatte. Wir konnten eigentlich froh sein, dass wir es hier so lange geschafft haben! Jedenfalls überlegten wir eine Weile und kamen dann auf die Idee, dass die Tiere hier zwar missgestaltet waren, aber überleben konnten. Doch in unserer Genetik muss es etwas gegeben haben, dass abwehrend auf die neuen Eindrücke und Einflüsse reagiert hat. Die Folge war, dass sich unser Aussehen veränderte und wir mit der Zeit krank wurden. Auch ich bin schon lange krank. Der Grund dafür ist die starke Strahlung von Zina, die Gravitationskraft von Corvus, die schlechte Nahrung und das schlechte Wasser.“


„Wo sind die anderen?“ „Sie sind alle tot. Ich bin die letzte Überlebende. Warum auch immer! Ich habe den letzten Kranken vor etwa 4 Monaten begraben. Doch ich spüre, dass auch ich bald sterben werde. Eine kurze Zeit kann man hier leben, aber nicht lange! Eine dauerhafte Belastung mit all den schlechten Dingen hier ist zuviel für den menschlichen Körper! Ich habe einmal ganz anders ausgesehen. Doch nun möchte ich auch etwas von dir wissen!“

Und so erzählte ich ihr alles, da ich wusste dass sie es nicht weitersagen würde oder konnte. Die größte Schwierigkeit beim Erklären und Erzählen war, sich auf die Reaktionen der Leute gefasst zu machen. Manche glaubten kein Wort und wurden wütend, weil sie glaubten ich lüge sie an, manche waren absolut fassungslos und manche nahmen es auf, als ob sie bereits abgestumpft wären gegenüber den Wundern, die es gab. Doch die Frau hörte mir die ganze Zeit schweigend zu und sagte am Ende nur: „Das Reisen mit Hyperantrieb würde dir sicher genauso seltsam und unglaublich vorkommen, wie mir das Reisen mit Büchern und doch ist beides möglich! Die Wunder sind unendlich und das Leben ist ein einziges Staunen!“

Ich lächelte sie an und fragte sie, ob wir ein wenig durch die Ruinen spazieren gehen könnten. Sie war einverstanden und erklärte mir noch einige Dinge. Die leuchtende Schrift an den Wänden der Häuser zeigte den Namen des Besitzers; die Häuser waren wegen eines Sturms zu Ruinen geworden. Im Laufe der Zeit ging es ihr aber immer schlechter und so ruhten wir uns aus und schliefen in ihrem Haus ruhig ein. In dieser Nacht schlief ich sehr gut und wachte nicht einmal auf. Als ich mich am nächsten Morgen aufsetzte und mir die Augen rieb, entdeckte ich dass es noch stiller geworden zu sein schien. Ich schaute zu der Frau hinüber, konnte aber in der Dunkelheit nicht erkennen, ob sie noch atmete. Ich tastete also nach ihrem Puls und bekam einen kleinen Schock, weil ihre Hand noch kälter geworden war. Nun hatte ich die Gewissheit: Es war so still, weil sie nicht mehr atmete. Sie war friedlich im Schlaf gestorben.

Ich suchte und fand den Friedhof, wo die Gräber von zehn Leuten standen. Dort begrub ich auch sie und schrieb etwas auf ihren Grabstein. Die Düsternis dieser Welt und das traurige Ereignis drangen stark in mich und zwangen mich dazu mein Verbindungsbuch in mein Relto zu benutzen, um dieser Welt zu entkommen. Ich atmete erleichtert auf und fühlte ein Gewicht von meinen Schultern genommen, als ich die Sonne auf meiner Haut spürte und die Schönheit meiner Heimat sehen konnte…

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BeitragVerfasst: 17.09.2006 - 09:38 
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Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, begann ich zu überlegen, was ich mit Devagena machen sollte.
Sollte ich das Buch verbrennen, da es ein offensichtlich falsch gelaufener Versuch gewesen war?
Sollte ich das Buch umschreiben, um die radioaktive Strahlung von dem Planeten zu nehmen, damit man sich dort länger aufhalten und alles genauer erforschen konnte? Dies barg allerdings die Gefahr in sich, dass ich damit alles verändern würde und ich wollte schon gerne versuchen mit dem Volk von dem die Frau kam Kontakt aufzunehmen.
Aus diesem Grund entschied ich mich für zwei Dinge. Ich würde in die Stadt reisen, um dort ein Gerät zu besorgen mit dem man Strahlungen jeder Art messen konnte und außerdem ein Gerät holen, dass ein Signal aussenden würde, welches dieses Volk hoffentlich empfangen konnte und mir außerdem signalisieren würde, dass es auf Gegenempfang gestoßen war.

Aufgrund meiner guten Kenntnisse und Beziehungen wusste ich zu wem ich gehen musste, um solche Geräte günstig zu bekommen. Ich linkte also in die Stadt und ging in das Technikerviertel, wo es einen Laden für Spezialgeräte gab. Der Inhaber hieß Zerum und wir kannten uns aus der Bibliothek und waren gute Bekannte geworden. Ich betrat den Laden, der wie ein einziges Durcheinander von kuriosen und bekannten Gerätschaften wirkte, in dem sich Zerum aber zurechtfand und offenbar auch wohlfühlte.
„Hallo Zerum, lange nicht mehr gesehen!“, sagte ich.
„Mensch, Hitana! Du schaust auch mal wieder vorbei!“, rief er überrascht.
„Zerum, ich will nicht lange rumquatschen, weil ich sehr beschäftigt bin. Wir werden uns ein andermal unterhalten müssen. Ich brauche einen Strahlungsmesser und einen Spezialsender.“
„Wow, da scheinst du ja richtig was vorzuhaben. Warte ein paar Minuten, ich muss die Sachen erstmal raussuchen!“

Ich beobachtete leicht amüsiert, wie Zerum sich durch sein Lager wühlte und dabei irgendetwas vor sich hinmurmelte. Schließlich hatte er die Sachen gefunden und legte die bereits verpackten Stücke auf die Theke.
„Okay, da wir gute Bekannte sind, macht das 50 Goldstücke.“
„Danke Zerum, das ist wirklich nett von dir. Also wir sehen uns dann irgendwann!“

„Ich werde es nicht vergessen, Hitana! Halte dich also bitte daran. Ich möchte endlich mal wissen, was du so die ganze Zeit treibst!“
„Versprochen Zerum! Auf Wiedersehen!“

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BeitragVerfasst: 01.10.2006 - 12:35 
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Von meinem Relto aus reiste ich sofort weiter nach Devagena, um die beiden Geräte zu benutzen.
Dank der leicht verständlichen Anleitung war es einfach die Geräte aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Ich programmierte eine Nachricht in den Sender ein und überwachte die Ausrechnungen des Strahlenmessers. Die gefährlichen Strahlungen waren tatsächlich ziemlich hoch!

Ich aktivierte noch schnell ein kleines Gerät, dass zu dem Sender dazugehörte und mir in meinem Relto anzeigen würde, ob der Sender auf ein Gegensignal gestoßen war, dann verließ ich Devagena wieder, da mir die Strahlung doch etwas Angst machte.

Wieder zu Hause setzte ich mich an meinen Labortisch, untersuchte eine Weile das äußerst stabile Gestein, aus dem die Häuser gebaut worden waren und machte mich dann an die Arbeit eine neue Welt zu schreiben, die Eluria heißen sollte und nach meinen Vorstellungen das absolute Gegenteil von Devagena werden würde.

Während der Wochen in denen ich an Eluria schrieb, bekam ich keine Nachricht von dem Sender auf Devagena. Es schien, als würde er eine ganze Weile brauchen, ein Gegensignal zu finden, denn ich war auch schon lange am Schreiben. Es war nicht einfach, bei Eluria ein ausgewogenes Verhältnis zwischen „zu detailliert“ und „zu schnörkellos“ zu finden. Als ich es schließlich schaffte, war ich so erschöpft, dass ich mich erstmal eine Weile hinlegte und die Mitteilung auf dem Minisender nicht mehr sah…

Als ich wieder aufwachte, war es früher Morgen. Ich musste viele Stunden geschlafen haben!
Ich packte alles für meine Reise nach Eluria und reiste dann ab. In der nächsten Zeit würde ich den Minisender erstmal vergessen.

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BeitragVerfasst: 28.10.2006 - 08:59 
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Eilig hatte ich den Sender aufgesucht und überprüfte nun, was angekommen war. Der Sender hatte eine Nachricht gespeichert und verriet mir sogar, wie lange die Nachricht von mir gebraucht hatte, um auf Antwort zu treffen. Ich hatte Glück gehabt: Die Strahlung hatte sich nicht negativ auf mein Gerät ausgewirkt!

Ein leichter Schauer überkam mich, als ich die Nachricht auffrief und las. Wie würden die Latasianer wohl auf meine Nachricht reagieren?
"Fremde Forscherin, wir waren sehr erstaunt eine Nachricht zu bekommen, die vom Planeten Corvus stammt. Wir sind sehr begierig sie kennenzulernen und haben bereits ein Schiff mit Hyperantrieb losgeschickt, dass sie von dort abholen wird. Das dauert von Latasia aus etwa zehn Tage. Wir freuen uns schon, sie zu sehen!"

Froh darüber, dass die Latasianer freundlich gesinnt waren und mir die Möglichkeit geboten hatten, ihre technologisch hoch entwickelte Welt zu besuchen, schaute ich wann die Nachricht angekommen war.
Es dauerte vier Tage bis eine Nachricht auf Latasia ankam und ebenso lange bis eine Nachricht auf Corvus ankam. Ich konnte also davon ausgehen, dass das Schiff in zwei Tagen ankommen würde!

Ich entschloss mich also hier zu warten. Ich hatte in meinem Relto alles nötige für eine Reise eingepackt und war somit bereit aufzubrechen!
Vor lauter Aufregung konnte ich kaum zur Ruhe kommen.
Ich stellte die Leuchte meinem Sender auf die hellste Stufe, damit die Latasianer sehen konnten, wo ich war, doch es war anzunehmen das sie mit irgendwelchen Sensoren erkennen konnten, wo es menschliches Leben gab.

Auch der Schlaf war nicht leicht zu finden, doch irgendwann überkam mich eine solche Müdigkeit, dass ich eine ganze Weile schlief.
Schließlich wurde ich von einem seltsamen Geräusch, einem hellen Licht und einem komischen Gefühl auf. Nach einem kurzen Moment fand ich mich auf dem Boden eines Schiffes wieder...

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BeitragVerfasst: 04.11.2006 - 15:28 
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Als ich schließlich die Augen öffnete, glaubte ich zuerst nicht was ich sah. Ich befand mich in einem hochmodernen Raumschiff, indem es nur so von seltsamen Konsolen mit allen möglichen Anzeigen wimmelte.
Davor saßen auf einfachen Stühlen Männer und Frauen, die sich nur um die Anzeigen zu kümmern schienen. Ich musste mich direkt in der Kommandozentrale befinden!

Jemand hatte bemerkt, dass ich mich aufgesetzt hatte und bot mir jetzt eine Hand an, damit ich aufstehen konnte. Ich nahm sie dankend an und stand auf. Ich sah die Frau, die mir aufgeholfen hatte an und lächelte.
Sie lächelte zurück und sagte: Willkommen auf der Hopara, fremde Forscherin. Wir haben sie wohl im Schlaf hochgebeamt. Ich hoffe es geht ihnen gut! Der Captain ist begierig darauf sie kennenzulernen, sagte sie und wies auf einen etwa 40 Jahre alten Mann, der auf einem etwas bequemeren Stuhl saß.

Auch dieser lächelte sie an und sagte: Willkommen auf meinem Schiff, junge Dame. Ich bin leider ein wenig beschäftigt, aber Lieutenant Sheyla wird sie herumführen und ihnen alles zeigen und erklären.
Er wies auf die Dame, neben mir und ich bedankte mich höflich.

Sheyla führte mich durch das ganze Schiff und erklärte mir alles. Sie machte ihre Sache ziemlich gut, vor allem wenn man bedachte, dass sie alles so erklären musste, dass ich es verstehen konnte. Ich verstand alles ziemlich gut, musste aber zwischendurch auch mal nachfragen.

Die Technik hier war wirklich atemberaubend. Das Schiff war riesig und sah auch noch schön aus. Es verfügte über Hyperantrieb, Beamer und ein unglaubliches Waffenarsenal. Ich fragte Sheyla wozu das denn da war, weil ich wissen wollte, ob es irgendwelche Gefahren hier gab und sie sagte mir, dass es immer wieder Angriffe von menschlichen und nicht menschlichen Kreaturen gab, die ihnen feindlich gesinnt waren.
Da war auch mit Verhandlungen nichts zu machen!

Ich hörte mir alles, was sie sagte genau an. So konnte ich mir schon ein erstes Bild von dem machen, was mich auf Latasia erwartete. Schließlich kamen wir wieder auf das Hauptdeck mit dem Kontrollzentrum und konnten durch das riesige Sichtfenster die Weiten des Alls sehen. Sheyla wies auf einen Punkt in weiter Ferne, auf den sie direkt zusteuerten und der immer näher kam.

Das ist Latasia, sagte sie. Wir blieben auf dem Deck und ich beobachtete wie ein noch geschäftigeres Treiben eintrat und der Planet Latasia immer näher kam. Das blau des Ozeans und das grün der Kontinente erinnerte mich fast schmerzhaft an die Erde und ich war schon sehr gespannt, wie es auf Latasia genau aussah.

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Je näher wir dem Planeten kamen, desto mehr zog mich seine Schönheit in den Bann. Das Schiff brach durch die Stratosphäre, dann durch die Atmospähre. Dann ging es durch die Wolken und dann schließlich bekam ich eine leise Ahnung von der Größe des Reiches Latasia.

Es gab nur drei riesige Kontinente und diese schienen alle bevölkert zu sein. Egal wie die Bedingungen waren, die Latasianern hatten sich überall ansiedeln können. Das Leuchten von unzähligen Lichtern ließ die Kontinente aussehen, als ob sie aus Licht wären.

Schließlich konnte ich sehen, welche Architektur die Latasianer benutzten. Es war eine hochmoderne Bauweise: Die riesigen Wolkenkratzer bestanden aus einer Art Metall und hatten alle einen Hafen für die kleinen Personenschiffe, die durch die Luft sausten. Den Boden konnte man nicht mehr sehen, aber sie vermutete das dort nur Dreck lag.

Sie fragte sich, wieviele Leute wohl in einem dieser Wolkenkratzer wohnen mochten. Bei der Höhe könnten durchaus mehrere hundert darin Platz finden und daraus würde resultieren, dass jede dieser riesigen Städte mindestens 1 Milliarde Menschen beherbergte.

Ich teilte Sheyla meine Gedanken mit und sie lachte über die Zahl, die ich nannte. Aber, nein so viele sind es bei weitem nicht. In den Armenvierteln könnten es vielleicht soviele sein, aber hier in den besseren Vierteln sind es weniger. Jeder, der in einem von diesen Towers lebt, hat eine sehr große Wohnung, aber eine relativ kleine Familie.
Die Reichen wollen nicht so viele Kinder haben.


Ich schaute sie nachdenklich an und fragte mich, warum selbst die fortschrittlichste Gesellschaft das Klassensystem nicht abschaffen konnte. Ich registrierte das als den ersten Makel, war aber dennoch gespannt mehr zu erfahren.
Das Schiff landete auf einem riesigen Raumhafen in einem Gebiet, dass wie der Regierungsbezirk aussah. Der Captain drehte sich kurz zu den beiden Frauen hin und sagte: Ich habe gerade den Präsidenten über unsere Ankunft informiert. Er hat danach verlangt, sie sofort zu sehen, fremde Forscherin.

Ich nickte und machte mich zum Ausstieg bereit. Sheyla folgte mir auf eine breite Prachtstraße, die zu einem riesigen weißen Gebäude führte. Alle Gebäude im Regierungsbezirk waren weiß, wahrscheinlich um ihre besondere Funktion aufzuzeigen. Sie wirkten dadurch noch prachtvoller, obwohl sie sonst genauso modern wie alle anderen Häuser waren.

Ungefähr in der Mitte zwischen dem Raumhafen und dem Gebäude befand sich ein riesiger kreisrunder Platz, auf dem ein Brunnen sein Wasser rauschen ließ. In sicherem Abstand zu dem Brunnen stand eine kleine Eskorte von schwer bewaffneten Männern, die einen Mann beschützten der eindeutig der Präsident von Latasia sein musste.

Er trug einen grauen Nadelstreifenanzug, der aber von der Aufmachung her sehr modern wirkte. Er war ein großer, schlanker Mann von etwa 40 Jahren und wirkte ernst aber nicht unfreundlich. Ich reichte ihm die Hand, die er leicht lächelnd ergriff. Er nickte Sheyla dankend zu, die sich dann bei mir verabschiedete und zum Schiff zurückkehrte, dass sofort wieder abhob und davonflog.

Jetzt war ich dem Präsidenten und dieser riesigen, unglaublichen Welt alleine überlassen...

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Wir umrundeten den riesigen Brunnen und gingen über die lange Allee auf das riesige Regierungsgebäude zu. Dabei machte der Präsident ein bisschen Small Talk und redete sonst nicht viel. Er schien wohl zu merken, dass ich einfach zu beschäftigt war, um ihm zuzuhören und auf seine Fragen zu antworten.

Schließlich kamen wir an den riesigen Eingangstüren an, die sich erstaunlich leise automatisch öffneten und den Blick auf eine große Halle mit meterhohen Säulen gewährte. Sie bestand ebenfalls aus dem hellen, weißen Stein und war gut beleuchtet. Die kleinen, runden Leuchten strahlten die Säulen an, um ihre schlichte Eleganz zu verstärken.

Bis auf wenige, riesige Leuchtbilder, die den Planeten Latasia, das Regierungsgebäude und andere Gebäude zeigten, war die Halle kahl.
Unsere Schritte hallten laut wieder als wir die Halle durchquerten. Auf der anderen Seite befanden sich Aufzüge, die in durchsichtigen Röhren nach oben und vielleicht auch unten führten und wir nahmen einen der äußerst geräumigen Aufzüge und fuhren nach oben in die Büros.

Hier wiederholte sich das Bild von Schlichtheit und Eleganz. Die Türen in den langen Gängen waren alle durchsichtig und ließen den Blick auf hochmoderne und komfortable Büros zu. Wir gingen zu einem Büro mit Doppeltüren und der Präsident und ich gingen herein, während die Wächter draußen blieben und aufpassten

Wir setzten uns auf bequeme eierförmige Stühle und konnten nun in Ruhe über alles reden. Ich brannte darauf vom Präsidenten alles über Latasia zu erfahren!

Nun, ich hoffe Sie haben ihre ersten Eindrücke unseres Planeten gut verarbeiten können, fremde Forscherin! Ich möchte Sie noch einmal herzlich auf Latasia willkommen heißen und Ihnen sagen, wie erfreut wir sind, sie bei uns zu haben!

Vielen Dank, Herr Präsident. Zu allererst möchte ich mich Ihnen vorstellen. Mein Name ist Hitana und ich bin eine Reisende. Ich komme von...nun einer anderen Galaxie. Ich bin Ihnen für den freundlichen Empfang sehr dankbar und hoffe von Ihnen alles mögliche über Latasia erfahren zu können!

Oh, das werden Sie! Mein Name ist Pelum Vartes und ich regiere Latasia seit 10 Jahren. Ich habe das Amt von meinem Vater übernommen.
Seit vielen Generationen kümmert sich die Familie Vartes um alles in Latasia. Wir sind ein demokratisches Land mit einer Bevölkerung von
100 Milliarden Menschen. Bis auf kleine Gebiete ist Latasia vollständig bevölkert und ich habe viele Senatoren, die sich um die einzelnen Gebiete kümmern. Das Volk der Latasianer gibt es bereits seit mehreren Millionen Jahren und wir waren schon immer ein sehr innovatives und fortschrittliches Volk. Die Latasianer leben schon immer auf diesem Planeten, aber es wohnen auch viele andere Völker von anderen Planeten hier. In der Dasura-Galaxie ist Latasia die größte, am meisten bevölkerte und fortschrittlichste Welt. Die meisten aus anderen Völkern sind wegen der Arbeit hier hergekommen.
Latasia ist eine reiche, gut versorgte und schöne Welt. Es gibt kaum Arbeitslose und alle Menschen hier sind sehr zufrieden!


Ich sah ihn etwas kritisch an und sagte: Man hat mir aber auch von Armenvierteln erzählt, Herr Vartes und ich glaube nicht, dass die Menschen dort zufrieden sind!

Wie können Sie es wagen! Hmm, verzeihen Sie, aber das ist ein Tabuthema hier. Eine Plage gegen die wir nicht ankommen, egal was wir tun. Manche sind für ein Leben an der Spitze geboren, mache nicht, so einfach ist das! Wir haben keine Zeit dafür, diesen Menschen zu helfen! Sie sind zu diesem Leben verdammt und müssen selbst zurechtkommen!

Das erscheint mir äußerst ungerecht! Gerade die Armen müssen gefördert werden, um ihnen die Möglichkeit des Aufstiegs zu geben!

Es hat für diese Menschen nie diese Möglichkeit gegeben und es wird sie auch nicht geben!

Verzeihen Sie, wenn ich etwas unhöflich war. Ich sehe die Dinge aus einem anderen Standpunkt und beharre auch darauf. Ich hoffe, ich habe Sie nicht zu sehr gekränkt! sagte ich, da ich sah das ich lieber damit aufhören sollte.

Schon gut, auch ich war nicht besonders freundlich! Ich hätte ahnen müssen, dass Sie die Dinge anders sehen, aber so ist es nunmal in Latasia. Nun, ich denke wir sollten jetzt zu anderen Dingen kommen. Meine Sekretärin sucht gerade eine Bleibe und eine Begleitung für Sie, damit sie sich genauer in Latasia umschauen können. Sie haben das Recht überall hingehen zu können, wo sie hinwollen, außer den Armenvierteln. Es war mir eine Freude, Sie kennengelernt zu haben!
Ich hoffe, Sie verstehen es, dass ich mich nicht länger mit Ihnen unterhalten kann, aber ich habe sehr viel zu tun! Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt in Latasia und vielleicht sehen wir uns ja einmal wieder!


Ich bedankte mich ebenfalls, schüttelte ihm die Hand und ging in das Zimmer nebenan, wo seine Sekretärin saß. Sie gab mir einige Dinge, die ich brauchen würde und rief dann meine Begleitung. Es war eine junge, attraktive Frau namens Vurin Shrana, die mich nun zum Raumhafen begleitete und mit mir in einen der kleinen Gleiter einstieg, die hier jeder fuhr. Wir flogen zu einem der riesigen Gebäude, landeten auf dem Raumhafen und nahmen dann den Aufzug zum 30. Stock.

Vurin begleitete mich noch zur Türe meiner Bleibe, wünschte mir eine gute Nacht und sagte, sie würde morgen um 8 Uhr bei mir klopfen.
Ich bedankte mich bei ihr und betrat meine Wohnung. Sie war unwahrscheinlich geräumig für eine Person, sehr schick und hatte einen atemberaubenden Ausblick auf die pulsierende Metropole. Völlig erschöpft von all den Eindrücken fiel ich aufs Bett und schlief sofort ein. Leider wurde mein Schlaf aber immer wieder von dem Gedanken gestört, dass mir manche in der Politik hier gar nicht gefiel!

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Ich stand bereits früh auf und zog mich um und wartete dann auf Vurin. Sie war pünktlich da und fragte sogleich: „Was möchten Sie sich heute anschauen, Hitana?“

„Naja, dieser Planet ist wirklich ziemlich groß und ich habe ja keine Ahnung, ob es irgendwelche besonderen Dinge gibt, die Sie mir vielleicht zeigen wollen, also würde ich sagen wir machen erst mal so eine Art Rundflug.“

„Das halte ich für eine sehr gute Idee. Wenn Sie mir dann bitte folgen wollen!“

Sie verließ die Wohnung und ich ging ihr hinterher. Die Tür schloss sich automatisch hinter mir und ein leises Knacken verriet, dass sie jetzt gegen jeden Fremdeingriff verschlossen war. Im Raumhafen stiegen wir in den Gleiter und hoben ab.

„Gibt es eigentlich mehrere Städte auf Latasia oder ist das alles eins?“, fragte ich als wir in der Luft waren und ich den Blick auf Latasia genießen konnte.

„Es ist alles eine Stadt aber es gibt mehrere Sektoren, die von den Senatoren kontrolliert werden. Diese Senatoren lassen den Präsidenten immer von allen wichtigen Dingen wissen. Die Senatoren werden vom Volk bestimmt und der Präsident wird von den Senatoren gewählt.“

„Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um als Bürger von Latasia zu gelten und wählen zu können?“

„Um Bürger von Latasia sein zu können, muss man erst die Bürgerschaft beantragen. Dann wird man geprüft und dann wird darüber entschieden, ob man Bürger werden darf. Danach darf man dann auch wählen. Menschen, die schon von jeher Bürger von Latasia sind, können wählen sobald sie 20 Jahre alt sind.“

„Wie sieht diese Prüfung aus?“

„Man wird darauf geprüft, ob man nicht kriminell oder radikal ist und ob man genug Geld hat, um in Latasia leben zu können.“

„Das heißt, wenn man nicht genug Geld hat, kann man auch nicht hier leben?“

„So ist es. Die Mieten für die Wohnkomplexe hier sind relativ hoch und es gibt keine Komplexe für die Ärmeren.“

„Wo leben dann die Armen?“

„Die meisten von ihnen leben auf anderen Planeten der Dasura-Galaxie. Diejenigen, welche zum Beispiel direkt hier auf Latasia gebraucht werden, leben in den Orbitalstationen. Sie kommen immer hier runter, wenn sie zu ihrer Arbeit gehen müssen.“

„Was für eine Arbeit machen diese Leute auf Latasia?“

„Die Arbeit der Niederen. Sie entfernen den Müll oder arbeiten in den Fabriken oder putzen Wohnungen usw.“

„Haben diese Leute sich jemals darüber beschwert, dass sie so schlecht behandelt werden?“

Auf diese Frage antwortete Vurin nicht. Doch ich dachte mir meinen Teil. Möglicherweise gab es sogar eine größere Gruppe von „Regierungsgegnern“ und das war einer der Gründe dafür, warum es hier so viele militärische Anlagen gab.

„Woher kommen die Rohstoffe, die man auf Latasia braucht? Dieser Planet ist ja völlig bebaut!“

„Von anderen Planeten.“

Auf einmal war Vurin etwas unfreundlich und einsilbig. Ich sah sie nachdenklich von der Seite an und fragte mich was die Regierung wohl mit denen machte, die mit dem Tabu brachen.

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BeitragVerfasst: 04.07.2007 - 10:31 
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Nach einem langen Tag kehrten wir wieder zu meiner Wohnung zurück. Nach unserem Rundflug hatten wir noch einige Stätten besucht. Ich hatte ein Einkaufszentrum, eine Fabrik, ein Bürogebäude, ein Museum, ein Theater und eine Oper gesehen. Alles war sehr modern, sehr sauber und funktionell. Die Leute schienen alle unglaublich satt und zufrieden und das war etwas das mir überhaupt nicht gefiel. Sie hatten sich offensichtlich so sehr an dieses Leben gewöhnt, dass sie überhaupt nicht mehr daran dachten, wie sehr sich andere dafür abplacken mussten. Es schien sogar fast so, als ob sie die armen Leute welche gelegentlich auf der Straße ihre Arbeit machten, kaum sahen obwohl diese spezielle, einheitliche Kleidung trugen.

Ich fühlte mich ziemlich stark an die Terahnee erinnert und auch das gefiel mir nicht. Als ein Mensch, der selbst aus einfachen Verhältnissen kam, fühlte ich mit den armen Leuten und fragte mich, ob ich etwas für sie tun konnte. Allerdings dürfte es schon mal ziemlich schwierig werden mit ihnen überhaupt in Kontakt zu treten, da Vurin mich stets begleiten und damit auch kontrollieren würde. Selbst wenn es mir dann einmal gelang, mit den Armen Kontakt aufzunehmen, hieß das noch lange nicht das ich auch an die „Rebellengruppe“ herankommen würde.

Trotz allem hatte ich das dringende Bedürfnis es zumindest zu versuchen. Auch wenn ich wusste, dass ich mich eigentlich nicht in solche Dinge einmischen durfte, konnte ich einfach nicht anders! Und so fragte ich Vurin am nächsten Tag, ob wir einfach einen Spaziergang durch den Teil der Stadt machen konnten, in dem sich auch mein Wohnkomplex befand. Sie willigte ein und wir liefen durch die stets ziemlich gefüllten Straßen. Als wir in einem größeren Gedränge voneinander getrennt wurden, nutzte ich die Gunst aus und verschwand. Ich hörte Vurin noch nach mir rufen, doch entdecken konnte sie mich nicht mehr.

Einige Blocks weiter blieb ich erst mal stehen und überlegte wie ich weiter vorgehen sollte. Ich konnte mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass Vurin nach mir suchen lassen würde. Sobald der Präsident von dieser Sache erfuhr, dürfte die Suche noch mehr ausgeweitet werden. Wenn er klug und misstrauisch genug war, würde er alles daran setzen mich zu fassen, da er möglicherweise vermuten würde, dass ich irgendetwas im Schilde führte.

Ich hatte keine Ahnung wie gut ihre Technik in dieser Hinsicht war, doch ich war mir ziemlich sicher dass sie genug Spezialkräfte für solche Fälle hatten. Ich musste also zusehen, dass ich so schnell wie möglich im Untergrund verschwand! Die Frage war aber, wohin ich gehen sollte. Ich entschloss mich zu einem Industriegebiet zu gehen, in dem sehr viele Arme arbeiteten und dort zu versuchen mit den Leuten zu reden und herauszubekommen, wie ich mit den Rebellen in Kontakt treten konnte.

Ich fiel unter den ganzen Leuten nicht weiter auf und es war auch kein Problem sich den Weg zum Industriegebiet zu erfragen. Es war schon später Nachmittag als ich endlich dort ankam und die ersten Leute verließen ihre Arbeitsstelle, um sich zurück auf die Orbitalstationen zu begeben. Ich musste mich also etwas beeilen. Ich sprach den ersten Arbeiter, der mir einigermaßen sympathisch erschien einfach an: „Hallo. Entschuldigen Sie, dass ich Sie so unvermittelt anspreche, aber ich brauche Ihre Hilfe!“

Der Mann sah mich verwundert und misstrauisch an und fragte dann: „Soso. Was kann ich für Sie tun?“

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BeitragVerfasst: 12.07.2007 - 20:22 
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Der Mann hieß Norian Cervas und arbeitete am Fließband einer Computerfabrik. Er war unfreundlich und von Hass erfüllt, dass spürte ich sofort. Doch als ich ihm zu verstehen gab, dass ich mich wirklich für die Belange der Armen interessierte, wurde er etwas freundlicher. Er meinte, dass er jemanden kenne, der wiederum jemanden von der Rebellengruppe kannte, die sich „Weagers“ nannte. Das größte Problem war jedoch, mich zu diesen Rebellen zu bringen. Sie lebten im Untergrund eines ziemlich weit entfernten Sektors von Latasia und ich hatte nicht genug Geld, um dorthin zu reisen.

Die einzige Möglichkeit bestand darin, dass ich als Arbeiterin auf eine Orbitalstation ging, mich für einen Job in diesem Sektor bewarb und mich dann dorthin schicken ließ. Allerdings würde es auch nicht einfach werden mich auf die Orbitalstation zu bekommen, da ich einen „Armenpass“ brauchte. Einen solchen bekam man nur von der Behörde, die sich um die Verteilung der Arbeitskräfte kümmerte. Bei dieser musste man wiederum einen Beweis vorlegen, dass man als Kind von armen Eltern geboren worden war.

Der einzige mögliche Beweis war eine Geburtsurkunde mit einem dem entsprechenden Vermerk. Einen Fälscher dafür zu finden würde auch nicht sehr einfach werden, da auf das Fälschen von solchen Urkunden die Todesstrafe stand. Immerhin hätte ein armer Bürger versuchen können sich mit einer solchen Urkunde als Reicher auszugeben, was aber noch nie geschehen war, da die meisten Armen viel zu ängstlich waren so etwas zu wagen.

„Ich muss jetzt wieder auf die Orbitalstation. Sie überprüfen die Anwesenheit der Bewohner. Versuchen Sie einen Fälscher im Yavir-Viertel zu finden. Das ist zwar ziemlich riskant, weil es sich dabei um eine etwas ungemütliche Gegend handelt, aber Sie haben leider keine andere Wahl. Ich gebe Ihnen meine Messengernummer. So können Sie mich über Ihre Fortschritte informieren. Wenn Sie Glück haben, sehen wir uns vielleicht demnächst auf der Orbitalstation. Wenn nicht, wünsche ich Ihnen trotzdem viel Glück! Und danke, dass Sie sich für unsere Belange interessieren!“, sagte er und ging.

Ich raufte mir die Haare und fragte mich wo ich da bloß wieder rein geraten war. Dann raffte ich mich auf und machte mich auf den Weg ins Yavir-Viertel. Nicht nur der Umstand, dass es bereits dunkel wurde, machte das Viertel unheimlich. Die Häuser waren nicht so wie diejenigen, die ich im Zentrum von diesem Sektor gesehen hatte. Sie waren düster und einfach gebaut. Ihnen fehlte jede Eleganz, doch darum ging es in diesem Viertel vermutlich auch nicht. Soweit ich es sah, war das Yavir-Viertel ein Ort, an dem die Armen einkehren konnten, wenn sie Pause hatten.

Es gab düstere Etablissements, Kneipen und Spielhöllen und überall lungerten zwielichtige Gestalten herum.
Alle starrten mich an und vor allem die Blicke der Männer machten mir Angst. Ich hatte keine Waffe dabei und meine Kampfeskünste waren auch nicht gerade die besten. Hätte sich einer an mir vergreifen wollen, hätte er wahrscheinlich leichtes Spiel gehabt. Doch ich hatte Glück. Teilweise versuchten mich Männer zu berühren, doch ich schaffte es ihnen auszuweichen und sie liefen mir nicht hinterher.

Ich konnte unmöglich jemanden hier fragen, ob er mir den Weg zu einem Fälscher sagen konnte, doch andererseits würde ich wahrscheinlich nie selbst einen finden, da sie sich wahrscheinlich in Hinterhäusern oder versteckten Zimmern aufhielten. Ich entschied mich schließlich dann dafür mich in einer der Spielhöllen umzusehen. Falls es gefährlich werden sollte, konnte ich immer noch wegrennen und darin war ich ziemlich gut.

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BeitragVerfasst: 17.07.2007 - 11:00 
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Ich betrat einen halbdunklen Raum, in dem ich hauptsächlich Pokertische sah. An den Wänden standen einarmige Banditen. In der Luft hing der Qualm von Zigaretten und es stank nach verschwitzten Männern und Alkohol. Ich schluckte und nahm all meinen Mut zusammen. Es waren nicht viele Leute da; wahrscheinlich handelte es sich um das Personal des Ladens. Ich ging zur Bar, setzte mich auf einen Hocker und sprach den Wirt an: „Sympathisieren Sie mit den Armen? Hassen Sie die Reichen?“

Er sah mich überrascht über meine Offenheit an und sagte dann: „Ich bin selbst arm und daher ist es selbstverständlich, dass ich die Reichen hasse! Warum fragen Sie das? Sind Sie eine Spionin?“

„Nein. Ich bin eine Fremde und finde das System genauso ungerecht wie Sie! Deswegen bin ich hier. Ich muss zu den Rebellen. Da ich kein Geld habe, um dorthin zu reisen, muss ich leider den umständlichen Weg gehen. Ich denke Sie wissen was das bedeutet! Ich suche einen Fälscher!“

Er nickte langsam und sah mich dann kopfschüttelnd an: „Sie sind ziemlich mutig für eine junge Frau! Wir haben einen Fälscher im Hinterzimmer. Kommen Sie, ich bring Sie zu ihm!“

Er kam hinter dem Tresen hervor, ging dann zu einem einarmigen Banditen und griff in dessen Geldausgabebehälter. Dort schien er nach etwas zu tasten. Dann plötzlich klickte etwas und er konnte den Apparat beiseite schieben, so dass ein sehr schmaler und niedriger Gang zum Vorschein kam.

„Da geht’s durch! Ladies first!“

Ich zog den Kopf ein und quetschte mich durch. Ich kam in einen Kabuff, in dem ein junger, aalglatt aussehender Typ saß und etwas mit einem Apparat betrachtete, mit dem man Dinge vergrößern konnte.
Der Wirt kam auch durch und sagte zu dem Typ: „Hey Golis, da iss jemand der deine Hilfe brauch!“
Er wies auf mich und Golis sah auf und schaute mich sogleich mit demselben widerlichen Blick an, mit dem mich auch die Männer draußen angesehen hatten.

Ich sah kurz den Wirt an, zögerte etwas und sagte dann: „Hallo. Ähm…ich brauche eine Geburtsurkunde, um mich als Arme auszugeben.“ „Oh, man die sind aber nicht einfach zu machen! Das kostet schon so einiges!“, meinte Golis. „Können Sie da nicht eine Ausnahme machen? Ich habe kein Geld, sonst wäre ich mit dem Taxi gefahren!“, sagte ich.

„Nääh. Kein Geld keine Urkunde. Aber ich nehme auch andere Sachen als Bezahlung!“, sagte Golis anzüglich.

„Ach komm schon Golis! Sie iss auf unserer Seite!“, meinte der Wirt.

„Aaaalso gut! Du hast mich überredet! Dafür krieg ich morgen aber Freibier!“, meinte Golis.

„Ja sicher. Wie lange brauchste dafür?“

„Morgen früh isser fertig!“

„In Ordnung. Dann kommen se ma junge Frau, ich bring Sie zu unsere Gästezimmer!“, sagte der Wirt.

Ich hätte ihm auf Knien dafür danken können, dass er mir geholfen hatte. Das „Gästezimmer“ war zwar auch nur ein Kabuff, aber ich war froh überhaupt ein Bett zu haben. Der Tag war ziemlich lang und anstrengend gewesen und so fiel ich todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen war ich wieder recht früh wach und ging gleich runter, um mir meine Urkunde zu holen. Ich wollte so schnell wie möglich hier weg!

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BeitragVerfasst: 22.07.2007 - 08:57 
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Golis reichte mir die Urkunde und sagte: „Dein Name ist jetzt Jolani Zuvera. Mehr brauchst du nicht zu wissen. Der Rest steht in der Urkunde!“ Ich nickte, steckte die Urkunde ein und verschwand. Jetzt musste ich in ins Aseli-Viertel, wo sich das Amt für Arbeitskräfte befand. Dabei handelte es sich um ein schmuckloses Gebäude, vor dem es eine lange Schlange von Leuten gab, die sich bewerben mussten. Alle volljährigen Armen waren dazu verpflichtet sich beim Amt zu melden, um sich für eine Arbeit zu bewerben. Das war eines der wenigen Zugeständnisse, welche man ihnen machte: Sie durften sich mehr oder weniger aussuchen, wo sie arbeiten wollten.

Nach stundenlangem Warten kam ich endlich an einen Schalter. Der Raum wurde von einer ellenlangen Reihe von Schaltern beherrscht, an denen unfreundliche und hochnäsige Beamte saßen und sich um die Armen kümmerten. Ich setzte mich hin und schob dem Beamten meine Urkunde zu.

„Also, Frau Zuvera…wo möchten Sie denn arbeiten?“, fragte der Beamte, nachdem er meine Urkunde geprüft hatte.

„Im Nersav-Sektor.“ Das war der Sektor, in dem ich nach Norian’s Worten den Bekannten treffen konnte, der mich zu den Rebellen führen könnte.

„Ah, wie erfreulich! Dort fehlt es uns gerade an weiblichen Putzkräften! Ich mache schnell Ihren Pass fertig und weise Sie dann dem Nersav-Sektor zu. Sobald wir hier fertig sind, gehen Sie bitte zum Beamingpoint 3, welcher Sie zur Orbitalstation bringen wird. Von dort aus werden Sie dann zum Nersav-Sektor gebracht.“

Ich atmete tief durch. Soweit so gut, dachte ich und war schon gespannt darauf die Orbitalstation zu sehen.
Die Beamingpoints waren so etwas wie Flughäfen, mit dem Unterschied, dass man hier kein Flugzeug nahm, sondern sich einfach auf eine der Plattformen stellte und dann hochgebeamt wurde. Es dauerte eine Weile bis ich mich auf die Plattform stellen konnte und dann zur Orbitalstation gebeamt wurde. Das Gefühl des Beamens war weniger seltsam als das Linken über ein Verbindungsbuch, aber immer noch ein bisschen seltsam.

Die Orbitalstation war schlimmer, als ich erwartet hatte! Ich kam auf einer ähnlichen Plattform an. Überall roch es nach Schweiß und anderen Dingen. Überall liefen übelgelaunte Arbeiter rum und überall standen grimmig aussehende Wächter. Einer von ihnen überprüfte meinen Arbeiterpass und wies mir dann meinen Schlafplatz zu. Dabei handelte es sich um eine winzige Nische in einem riesigen Schlafsaal. Dort lungerten ebenfalls Unmengen von Arbeitern herum. Ich konnte unmöglich einschätzen wie viele es waren!

Ich setzte mich in meine Nische und sah mich nach Norian um. Erstaunlicherweise entdeckte ich ihn in dem ganzen Gewusel und winkte ihm zu. Er sah mich leicht überrascht an und kam dann herüber. „Sie haben es also geschafft! Ich muss schon sagen, dass ich sehr erstaunt darüber bin! Und, geht es morgen für Sie in den Nersav-Sektor?“

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BeitragVerfasst: 26.07.2007 - 12:04 
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„Ja, ich habe einen Job als Putze gekriegt. Wie kann ich Kontakt mit ihrem Kollegen aufnehmen?“

„Er ist hier irgendwo. Ich werde ihn mal suchen! Sie können dann alles Weitere mit ihm besprechen. Aber vorsichtig! Die Wände haben Ohren!“

Ich nickte und ließ ihn gehen. Kurze Zeit später kam er mit einem jungen Mann zurück. Er stellte ihn als Besban Maltes vor. Besban sah mich neugierig an und sagte: „Sie wollen also meine Freunde besuchen, ja?“

„Ja, ich würde sie gerne kennen lernen! Wo kann ich sie finden?“

„Norian hat mir bereits gesagt, dass sie als Putzkraft bei Zales arbeiten werden. Wenn Sie morgen auf dem Beamingpoint ankommen, sollten Sie sich sogleich in Richtung des Hoiba-Viertels begeben. Suchen Sie dort nach einem Mann namens Alven Wecars. Sagen Sie ihm, dass Besban Sie schickt. Falls er Ihnen nicht glaubt, sagen Sie ihm das Passwort. Es lautet „Je höher man steht, desto tiefer fällt man“. Dann wird er Bescheid wissen und Sie zu meinen Freunden bringen.“, flüsterte Besban mir zu.

Ich nickte. Ein Signalton ertönte und alle machten sich auf den Weg. „Wo gehen die Leute hin?“, fragte ich.
„Es ist Zeit fürs Abendessen! Kommen Sie, Sie sollten auch was in den Magen bekommen, auch wenn es ein ziemlicher Fraß ist!“

Ich folgte den beiden in einen riesigen Essenssaal. Dort saßen noch mehr Arbeiter über Schüsseln gebeugt und aßen. Wir ließen unsere ebenfalls an der Theke auffüllen und setzten uns. Das Zeug sah wirklich nicht sehr ansprechend aus! Es handelte sich um einen seltsamen Brei. „Arbeiterspezialkost. Da stecken nur irgendwelche Mittelchen drin, um uns fit zu halten!“, erklärte Norian. Ich aß ein wenig davon. Es schmeckte so scheußlich wie es aussah, aber es machte satt. Danach ging es dann sofort ins Bett.

Am nächsten Tag wurden wir wieder durch das Signal geweckt. Wir bekamen einen Kaffee und einen Powerriegel und dann mussten wir uns auch schon wieder zu der Beamingplattform begeben. Norian und Besban wünschten mir noch viel Glück, dann verschwand ich auch schon und landete kurze Zeit später im Beamingpoint vom Nersav-Viertel. Ich hätte eigentlich um 9 Uhr bei Zales sein müssen, aber ich dachte nicht daran zur Arbeit zu gehen. Stattdessen tat ich was Besban mir gesagt hatte und suchte nach dem Hoiba-Viertel. Auch hier gab es genug Hinweisschilder, so dass ich leicht dorthin fand.

Von dort aus musste ich mich allerdings durchfragen. Besban hatte Alven Wecars zwar beschreiben können, doch er wusste nicht genau wo er zu finden war. Nach einigen Gesprächen, in denen mich zum Glück niemand fragte warum ich Alven denn finden wollte, sagte mir jemand das Alven in der Swern-Bar war. Diese war recht leicht zu finden. Ich sah Alven sofort. Besban hatte gesagt, dass Alven eine Tätowierung von einer Schlange auf dem Oberarm hatte und da Alven ein ärmelloses T-Shirt anhatte, sah ich sie sofort. Ich ging zu ihm und fragte: „Darf ich mich zu dir setzen?“

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