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 Betreff des Beitrags: Eluria
BeitragVerfasst: 01.10.2006 - 12:36 
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Die ersten Eindrücke von Eluria waren genauso märchenhaft wie ich es mir gewünscht hatte: Ich stand auf einer tiefgrünen Wiese und blickte auf eine idyllische Landschaft mit vielen kleinen Bächen, einigen Seen und kleinen Wäldern. Die Farben waren unglaublich intensiv: Das Azurblau des Himmels, das dunkelgrün der Wiesen, das hellgrün der Wälder, das blau der Seen und Bäche, die Blüten auf den Wiesen, die in allen möglichen Farben leuchteten und betörend dufteten.

Eine leichte Brise fegte über die Landschaft und ließ alles sanft wogen. Von Fern hörte ich ein seltsames und doch schönes Geräusch. Es klang wie ein hohles Pfeifen in verschiedenen Tönen.
Ich ging in die Richtung dieses Geräusches und kam an einem Wald vorbei, der anders war als die anderen Wälder, sich aber in der Form noch ein paar Mal in der Landschaft wiederholte.
Statt Blättern hatte der Baum an jedem Ästchen ein weißes Büschel, das sich als zart weich erwies als ich es berührte. Ich lächelte glücklich und ging weiter zu dem Ursprung des Geräusches.

Das Geräusch kam von röhrenförmigen, gläsernen Formationen, die in der Landschaft standen und durch die Berührung mit dem Wind zum Klingen gebracht wurden. Die Formationen waren unterschiedlich hoch, was die verschiedenen Töne erklärte und hatten unterschiedliche Farben.
Mir fiel auf, dass diejenigen die tief klangen auch dunkle Farben hatten und die, welche hell klangen helle Farben hatten.

Dann lockte mich ein unbeschreiblich köstlicher Duft zu einer anderen Stelle. Es war ein Hain, in dem nicht nur wunderschöne Blumen sondern auch köstlich anmutende Früchte wuchsen.
Ich pflückte eine, sog ihren Duft ein und biss vorsichtig hinein. Sie schmeckte genauso köstlich wie ich erwartet hatte und ich pflückte noch einige andere Früchte in schillernden Farben, die ich in meinem Rucksack verstaute.

Schließlich baute ich mein Zelt mitten in dieser unbeschreiblichen Landschaft auf, streckte mich davor auf dem Gras aus und genoss die Wirkung dieser Welt mit allen Sinnen. Dies war eine Welt, die alle Sinne ansprach: die zarten Büschel zu fühlen, die schönen Blumen zu riechen, die köstlichen Früchte zu schmecken, die zarten Klänge der Röhren zu hören und die Farbe und Schönheit dieser Welt zu sehen, all dies war so wunderbar, dass ich alles andere für eine Weile vergaß und mich voll und ganz dem Genuss hingab…

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BeitragVerfasst: 12.10.2006 - 10:16 
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Ich wachte auf und wusste nicht wie lange ich geschlafen hatte oder wie lange ich überhaupt schon hier war. Für einen kurzen Moment machte mir das etwas Sorgen, doch dann überkamen mich wieder die Sinneseindrücke dieser Welt und alle Sorgen waren dahin.

Ich verspeiste einige der süßen Früchte und ging dann Blumen pflücken, die ich schließlich zu einer Girlande flocht und mich damit schmückte.
So war ich den ganzen Tag lang in den betörenden Duft gehüllt.
Dann nahm ich ein Bad in einem der Seen, dass äußerst erfrischend war und ging schließlich zu den Klangröhren. Dort blieb ich mehrere Stunden und lauschte einfach nur den wunderbaren Klängen, die sie machten.

Später wandte ich mich den Wollbäumen, wie ich sie genannt hatte zu und pflückte einige der Bausche, um mir damit ein bequemeres Lager zu machen. Seit einiger Zeit war es mir etwas unbequem vorgekommen und so machte ich mich nun an die Arbeit es komfortabler zu machen.
Ab dem frühen Abend saß ich vor meinem Zelt, verspeiste köstliches Obst und Gemüse und betrachtete den Sonnenuntergang. Der Tag war wie im Flug vergangen, doch ich hatte nichts davon gemerkt, da ich immer beschäftigt gewesen war.

Am nächsten Tag entschloss ich mich zu einer längeren Wanderschaft durch die Landschaft. So packte ich also alle meine Sachen und ging los. Auf meinem Weg blieb ich immer wieder stehen, um die Schönheit dieser Welt in mich aufzunehmen oder bestimmte Dinge genauer zu betrachten. Ich konnte es auch schaffen einige Tiere anzulocken, die sich als nicht sehr scheu herausstellten. Auch sie waren sehr hübsch anzusehen.
Der kleine Streifzug war lediglich ein weiterer Müßiggang, sowie alles andere was ich hier tat. Ich forschte nicht mehr, ich genoss nur noch.

Mit der Zeit begann ich die Leiden meiner Vergangenheit und die Projekte in der Gegenwart zu vergessen und ich machte mir auch keine Gedanken mehr um meine Zukunft. Hier war alles schön und gut.
Nach einer weiteren Wanderschaft kam ich an einen Ort, den ich noch nicht gesehen hatte. Es war eine weite Ebene, deren Erde trocken war, wo nur kleine vertrocknete Pflanzen wuchsen und tote Bäume ihre Äste dem Himmel entgegenstreckten. Warum war diese Gegend so anders als der Rest dieser Welt?

Ich konnte nicht herausfinden was es war, aber es öffnete mir die Augen: Ich erkannte, dass alles Schöne vergänglich war und ich hier in gewisser Weise genauso abgestorben wäre wie diese Gegend, wenn ich nicht endlich zur Besinnung gekommen wäre. Diese Welt war trügerisch, ließ einen alles vergessen. Einer plötzlichen Eingebung folgend schaute ich auf das kleine Gerät, dass mir ein Signal geben sollte, sobald der Sender auf einen anderen gestoßen wäre und sah, dass das Gerät blinkte.

Ich beschloss sofort nach Hause zu reisen und dann gleich nach Devagena zu gehen...

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BeitragVerfasst: 02.09.2007 - 08:24 
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Eluria (2)

Nach einigen Wochen Pause entschied ich mich das Buch Eluria umzuschreiben, damit es nicht mehr so trügerisch zauberhaft war. Von meinem letzten Abenteuer noch immer etwas geschlaucht, dauerte es länger als ich zuerst gedacht hatte, um die Änderung vorzunehmen. Als ich schließlich fertig war, packte ich sofort meine Sachen und verband mich. Eluria war erst die zweite Welt an der ich etwas geändert hatte und ich war mir bei solchen Dingen noch immer etwas unsicher.

Alles schien aber stabil und gut zu sein. Die Landschaft hatte sich fast völlig verändert. Jetzt war Eluria eine hügelige, mit dichtem Moos bewachsene Welt, über der im Moment graue Regenwolken hingen. Während ich durch diese Welt wanderte, sah ich einige interessante Dinge. Über einem See hing dichter Nebel, die Wälder waren dicht und irgendwie unheimlich und über allem lag die Atmosphäre von etwas…mythischem. Ich fragte mich woher das kam. Die Landschaft erinnerte an Irland oder Schottland, aber bisher hatte ich noch keine mysteriösen Ruinen gefunden, die meinen Eindruck von etwas mythischem verstärkt hätten.

Der Himmel war meistens bedeckt und es regnete oft. Zum Glück hatte ich passende Kleidung dabei, aber in den Nächten war mir kalt und klamm von der Feuchtigkeit und ich holte mir mal wieder eine Erkältung. Doch auch hier hatte ich Vorsorge getroffen. Ich trank einen speziellen Erkältungstee und bald ging es wieder. Nach einer Weile begann die Landschaft fast trostlos auf mich zu wirken. An den Seen hatte ich Wasservögel gesehen und in den Wäldern einige Hasen, Rehe oder Füchse, aber sonst war diese Welt verlassen.

Und dann fand ich die „Kultstätte“. Irgendwie hatte ich so was schon geahnt! Die Landschaft „schrie“ geradezu danach, dass es dort irgendwelche mysteriösen Plätze gab und jetzt stand ich vor einem solchen. Es handelte sich um einen 3 Meter großen Steinkreis, in dessen Mitte so etwas wie ein Hinkelstein stand. In diesen Hinkelstein waren äußerst seltsame Zeichen gehauen worden. Die kleinen Steine, die den Außenring bildeten, hatten jeweils nur ein Zeichen. Ich versuchte die Bedeutung dieser Kultstätte herauszufinden, doch ich schaffte es nicht.

Im Laufe der nächsten Woche entdeckte ich weitere solcher Kultstätten. Einige bestanden nur aus einem einzelnen großen Stein mit seltsamen Zeichen darauf, andere waren riesengroß und hatten den Aufbau von Oberservatorien oder Opferstätten oder etwas ähnlichem. Mit den einzelnen Steinen konnte ich nicht viel anfangen, aber einige Dinge waren eindeutig: ein keilförmiger Stein umgeben von zwölf kleineren Steinen stellte eindeutig eine Uhr dar; ein langer rechteckiger Stein war eindeutig ein Altar usw.

Ich entdeckte keine Hausgrundrisse oder andere Überreste von Ansiedlungen. In einer etwas flacheren Gegend gab es eine Art Gräberstätte, erkennbar an den unnatürlich wirkenden Hügeln, auf denen seltsame Pflanzen mit lilanen Spitzen wuchsen, die sonst nirgendwo wuchsen. Es war also ziemlich sicher, dass es hier in diesem Zeitalter irgendwo Menschen gab, die Frage war nur wo! Nach fast drei Wochen hatte ich nun schon einen Großteil dieser Insel gesehen und noch immer war nichts von Menschen zu sehen!

Einige Zeit später erreichte ich einen schon fast gebirgigen Teil. Erschöpft von dem langen Marsch schlug ich mein Zelt nicht weit von einer Kultstätte entfernt auf und legte mich nach einem kargen Abendessen hin. Mitten in der Nacht wurde ich durch Trommelschläge und leisen Gesang geweckt. Verschlafen steckte ich den Kopf aus meinem Zelt und riss vor Erstaunen die Augen auf. Menschen standen um die Kultstätte herum und einer trommelte während die anderen sangen. Es war ein beschwörender Singsang in einer fremden Sprache.

Dann plötzlich hörte ich Stimmen hinter mir. Die Zeltwand zu meiner Linken riss auf und ein bärtiger Mann packte meinen Fuß. Ich kreischte auf und trat nach ihm, doch er packte mich nur fester und zog mich aus dem Zelt. „Lass mich los. Du hast mein Zelt kaputtgemacht! Und was ist mit meinen Sachen?! Die können nicht einfach liegen bleiben!“, schrie ich ihn an. Er griff grob nach meinen Händen und band sie mir auf dem Rücken fest. Dann knebelte er mich auch noch! Andere Männer kamen und sammelten meine Sachen auf, wobei sie aber nicht so aussahen als ob sie das gerne tun würden.

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BeitragVerfasst: 08.09.2007 - 08:48 
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Der Mann, der mich gefesselt und geknebelt hatte, nahm mich jetzt einfach auf und warf mich wie einen Sack über seine Schulter. Ich stöhnte durch meinen Knebel und spürte wie mir das Blut langsam zu Kopf stieg.
Auch das Geschaukel durch seine Bewegungen war nicht gerade angenehm. Einige Zeit später wurde ich unsanft abgeladen und neben mir wurden alle meine Sachen hingeworfen. Dann verschwanden die Männer einfach und ließen mich alleine.

Doch dies blieb nicht lange so. Nur kurze Zeit später kam eine Frau in einem langen fließenden Gewand auf mich zu und blieb vor mir stehen. Sie musterte mich mit ihren undurchdringlichen hellbraunen Augen und winkte dann einen Mann zu sich. Er schien offensichtlich einige Ehrfurcht vor ihr zu haben, da er sie so seltsam ansah. Er kniete vor mir nieder und befreite mich von dem Knebel und den Fesseln. Ich rieb mir die wunden Handgelenke und renkte meinen Kiefer wieder ein. Die Frau hielt mir eine Hand hin und ich ergriff sie unsicher. Ihre Haut war sehr bleich und sie hatte auch sonst etwas Seltsames an sich.

Sie bedeutete mir ihr zu folgen. Wir waren irgendwo im Gebirge, das erkannte ich sofort. Die Frau führte mich zu einer Ansammlung von Hütten aus grobem Stein und Dächern, die mit Tannenzweigen und Moos gedeckt waren. Wir betraten eine Hütte, die etwas abseits stand und an deren Eingangstür ein seltsames Symbol prangte. Keine der anderen Türen hatte ein solches Symbol. Die Hütte gehörte also nur bestimmten Leuten. Sie war einfach eingerichtet. An einer Wand gab es einen kleinen Altar; sonst war die Hütte mit den üblichen Dingen gefüllt.

Um einen großen runden Tisch saßen noch zwei weitere Frauen, die meiner Begleiterin sehr ähnlich sahen.
Sie sahen uns mit einem seltsam ruhigen Blick an, als wären sie gar nicht erstaunt über mein Erscheinungsbild. Meine Begleiterin bat mir einen Stuhl an und ich setzte mich. Sie setzte sich nicht zu den beiden anderen, sondern ging zur Kochecke und werkelte eine Weile an einem großen eisernen Topf herum. Die beiden anderen Frauen sahen mich mit einem leichten Lächeln an. Ich fragte mich, was meine Begleiterin machte und konnte mir nicht den Gedanken erwehren, dass der Topf wie der einer Hexe wirkte.

Dann kam meine Begleiterin mit einem einfachen Becher wieder, in dem sich eine seltsam aussehende Flüssigkeit befand. Sie stellte ihn mir hin und setzte sich dann zu den anderen. Sie sahen mich erwartungsvoll an und ich vermutete, dass sie wollten dass ich das Gebräu trank. Ich hob den Becher und roch an der Flüssigkeit. Sie roch…wie das Wasser der Seen nach Nebel, Feuchtigkeit, Erde und Moos. Ich runzelte die Stirn und nippte vorsichtig daran.

Sofort überkam mich ein komisches Gefühl und gleichzeitig hatte ich das dringende Verlangen mehr zu trinken. Ich schluckte den Rest der Flüssigkeit herunter. Jetzt lächelten mich die drei Frauen an. Alles schien vor meinen Augen zu verschwimmen und für einen Moment fühlte ich mich, als ob ich irgendwo über meinem Körper schwebte. Dann hörte ich leise beschwörende Stimmen. Langsam kehrte mein Bewusstsein zurück.
Die drei Frauen saßen immer noch lächelnd vor mir. Meine Begleiterin sah mir tief in die Augen und plötzlich hörte ich ihre Stimme in meinem Kopf!

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BeitragVerfasst: 16.09.2007 - 08:25 
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„Willkommen im Dorf Shilvar, Hitana!“

Ich öffnete den Mund und wollte gerade etwas fragen, als meine Begleiterin den Kopf schüttelte und sich an die Schläfe tippte. Ich runzelte die Stirn und dachte die Frage versuchsweise.

„Woher wisst Ihr meinen Namen?“

„Oh, wir haben ein wenig in dir geforscht, während der Trank zu wirken begann.“

„Warum habt Ihr mir dieses Zeug gegeben?“

„Wir wollten dir helfen. Du beherrscht unsere Sprache nicht und es würde zu viel Zeit verschwenden bis zu sie lernst. Mithilfe des Trankes haben wir die verborgene Gabe des Sprechens in Gedanken in dir geweckt. Wir drei hier beherrschen diese Sprache ebenfalls und mussten nur ein wenig in deinen Gedanken forschen, um deine Sprache zu lernen.“

„Kann ich so was auch?“

„Du meinst, unsere Gedanken erforschen? Nein, das würdest du nicht schaffen. Außerdem würden wir es auch gar nicht zulassen!“

„Naja gut, ist ja auch nicht nötig! Wer seid ihr?“

„Wir sind die drei, die eins sind. Wir sind die wahrhaft Starken. Wir sind Yulma, Laisa und Tevin.“

„Was meint ihr mit „drei, die eins sind“? Seid ihr Schwestern? Und warum seid Ihr die wahrhaft Starken? Welche Kräfte habt ihr noch und warum herrscht ihr über diese…Rohlinge?“

„Du kannst uns Schwestern nennen, wenn du willst, auch wenn wir durch mehr miteinander verbunden sind als Verwandtschaft im Blute. Wir sind die wahrhaft Starken wegen unserer Kräfte. Die anderen dienen uns nur.
Wir verfügen über viele Kräfte und diese Menschen haben sich uns aus eigenen Stücken angeschlossen, als wir Kaluvar verließen.“

„Wo liegt dieses Kaluvar?“

„Eine Reise von vielen Wochen entfernt. Man muss das wilde Meer bezwingen, um dort hin zu kommen.“

„Warum seid ihr von dort weggegangen?“

„Unsere alte Kultur ging unter. Zerstört von der Gier unserer eigenen Leute. Wir drei sind die letzten der Elarni.“

„Wer oder was sind die Elarni?“

„Das hohe Volk, in dessen Blut sich das der Götter mischt. Sie wurden dazu erwählt über die Aeasi, das niedere Volk zu herrschen. Doch es war auch ihre Aufgabe ihnen zu helfen und sie zu beobachten und sie gelegentlich an ihre Pflichten den Göttern gegenüber zu erinnern. Doch die Elarni zogen sich mit der Zeit immer mehr in ihre eigenen Gefilde zurück und die Aeasi waren schwach. Sie waren es, die Kaluvar letztlich zerstört haben.“

„Und diejenigen, die mit euch gekommen sind?“

„Sie gehörten zu einem Kreis von Leuten, die ihre Fehler eingesehen und Läuterung versprochen hatten.
Und wir drei teilten ihre Hoffnung, dass es möglich wäre in fernen Gefilden ein neues Leben zu beginnen.
Und so flohen wir, bevor uns ebenfalls der Tod ereilte.“

„Was geschah mit den anderen?“

„Es gab ein furchtbares Gemetzel zwischen den Elarni und den Aeasi. Alle bis auf unsere kleine Gruppe starben.“

„Warum habt ihr so viele Kultstätten an all den Orten gebaut?“

„In unseren ersten Jahren auf dieser Insel waren wir ein herumziehender Haufen, der nach einem geeigneten Platz zum Leben suchte. Überall wo wir länger rasteten, bauten wir Kultstätten um die Götter zu ehren und wohl zu stimmen. Manche dieser Kultstätten sind heute noch in Gebrauch. Einmal im Jahr pilgern wir zu jeder der großen Kultstätten und viele der Dorfbewohner gehen oft auch alleine zu einer Kultstätte, um sich Beistand von den Göttern zu erbitten.“

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„Und ihr seid nie wieder nach Kaluvar zurückgekehrt?“

„Nein, dieser Ort ist jetzt dunkel und voller schlimmer Erinnerungen.“

„Was passiert, wenn ihr sterbt? Ihr könnt doch sterben, oder?“

„Oh ja natürlich können wir! Doch das Leben der Elarni ist lang und wir sind noch recht jung. Trotz alledem haben wir uns selbstverständlich schon darüber Gedanken gemacht was geschieht, wenn wir nicht mehr sind.
Wir werden das Lager mit Auserwählten unter den männlichen Aeasi teilen, um wenigstens Teile unserer Kräfte weitervererben zu können. Irgendwann jedoch werden die Aeasi lernen müssen die Herrschaft unter sich auszumachen, da das Blut der Elarni eines Tages auch in den Adern unserer Nachkommen versiegen wird.“

„Nun gut, ich denke das sind jetzt erst mal genug Fragen. Ich bekomme langsam etwas Kopfschmerzen!“

„Das war zu erwarten! Wir werden dir etwas zu Essen machen lassen und dann werden wir jemanden bitten dir ein Bett zu geben. Du bist sicher sehr müde!“

Ich nickte und unterdrückte ein Gähnen. Laisa entfernte sich und kehrte einige Zeit später mit einem der Aeasi zurück. Diese brachte mich zu sich nach Hause, wo ich etwas zu Essen und ein Bett bekam. Ich aß drei Schüsseln der köstlichen Suppe und fiel dann wie tot ins Bett. Am nächsten Morgen sagte der Aeasi mir, dass die Drei mich zu sehen wünschten. Ich ging also wieder zu der Hütte und setzte mich.

Yulma lächelte mich an und begann sogleich mit dem Gespräch.

„Nun da du über uns etwas weißt, wollen wir auch über dich etwas wissen!“

Ich nickte und erzählte ihnen von D’ni und der Art wie ich hierher gekommen war. Im Laufe meines Berichts konnte ich beobachten, wie die Augen der Drei zu leuchten begannen und sie mich so seltsam ansahen.
Als ich geendet hatte sagte Tevin: „Aber das ist ja wunderbar! Dann hast du also auch Kräfte!“

„Naja, in gewisser Weise schon, aber ich bezweifele das es solche Kräfte wie die euren sind!“

„Nein Hitana. Du kommst von einem Volk, dass dem von Kaluvar sehr ähnlich ist! Also bist du auch eine Art Elarni.“, sagte Laisa mit funkelnden Augen.

„Es gibt Ähnlichkeiten zwischen euch und den D’ni, das ist richtig. Doch ich bin keine…Halbgöttin!“

„Deine Bescheidenheit ehrt dich Hitana. Doch für uns ist die Sache klar: Du bist eine von uns und daher gehörst du auch hierher!“

„Was meint ihr damit?!“, fragte ich langsam unruhig werdend.

„Du wirst hier bei uns bleiben und die vierte unseres Bundes werden.“

„Nein! Ihr könnt mich hier nicht festhalten!“, rief ich, stand auf und öffnete das Reltobuch an meinem Gürtel.

„Oh doch wir können!“, sagte Laisa leise und plötzlich konnte ich mich nicht mehr bewegen.

„Verlangt von mir was ihr wollt, aber haltet mich nicht hier fest!“, flehte ich schließlich.

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„Also gut. Wir lassen dich gehen, wenn du das Lager mit einem der Aeasi teilst!“

„Ha, das würde aber bedeuten dass ich die darauf folgenden neun Monate auch hier sein müsste!
Und dann werde ich wahrscheinlich immer noch nicht gehen können, bis ich dem Kind alles beigebracht habe, was ich kann! Hört zu, ich werde euch beweisen, dass ich keine Elarni bin!“

„Wie willst du das tun?“

„Ganz einfach: Ihr könnt doch ohne Zuhilfenahme von Tränken die Gedanken anderer lesen und in Gedanken miteinander kommunizieren! Ich brauchte erst eure Hilfe, um dies tun zu können. Wenn ich wüsste welche Kräfte ihr noch habt, könnte ich euch beweisen, dass ich auch nicht über diese verfüge!“

„Das ist ein guter Punkt, doch es bleibt immer noch deine Kraft des Schreibens!“

„Das ist nichts, was nur bestimmten Leuten gegeben ist! Man kann es lernen!“

„Zeige es uns und du kannst gehen!“

„Aber das dauert doch auch viel zu lange! Außerdem habt ihr gar nicht die Materialien, damit ihr schreiben könnt!“

„Es dauert nur ein paar Minuten und was die Materialien betrifft…lass das unsere Sorge sein! Wir werden deine Gedanken nach dem Wissen durchforsten, doch wir brauchen deine Hilfe. Setz dich und dann denk an nichts anderes als die Kraft des Schreibens!“

Der Bann fiel von mir ab. Ich seufzte und folgte ihrer Aufforderung. Dann setzten sich die Drei vor mir hin und schauten mir tief in die Augen. Ich konzentrierte mich auf die Kunst. Einen Moment lang huschte der Gedanke durch meinen Kopf, dass ich sie ja auch mit irgendeinem anderen Material versorgen und somit austricksen konnte, doch dann sah ich in Laisas feurige Augen und verbannte diesen Gedanken schnell.

„In Ordnung. Jetzt, schließ die Augen!“, befahl Laisa und ich tat es. Diesmal konnte ich sie geradezu in mir spüren. Es war als ob sie die Bücher in meinem Kopf durchlasen und dann beiseite legten. Es dauerte tatsächlich nur einige Minuten. Dann lächelten mich die Drei zufrieden an und Laisa sagte: „Schön, dass wir doch noch zu einer Übereinkunft gekommen sind, Hitana! Du darfst gehen, wenn du willst!“

Ich atmete tief durch und verließ die Hütte. Dann entfernte ich mich eilig vom Dorf und benutzte das Reltobuch, als ich sicher war, dass mir niemand zusah. Auf der anderen Seite gelandet dachte ich noch einmal über dieses seltsame Erlebnis nach und fragte mich, ob ich je wieder nach Eluria zurückkehren würde. Auch nach seiner Veränderung hatte dieses Zeitalter einige Gefahren besessen, die nicht ohne waren!

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